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Jürgen Wilhelm: "Wir werden im Rheinland die Inklusion umsetzen" / LVR schafft „Kompetenzteam Inklusion"
Köln. 2. Dezember 2009. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) verstärkt auf Grundlage der UN-Konvention zu den Rechten von Menschen mit Behinderung seine Aktivitäten zur Verwirklichung einer inklusiven Gesellschaft im Rheinland. Wie der Kommunalverband aus Anlass des morgigen Internationalen Tags der Menschen mit Behinderung mitteilt, richtet er ein LVR-weites „Kompetenzteam Inklusion" ein, um die einzelnen Maßnahmen zu koordinieren und weiterzuentwickeln. Vorangegangen war ein einstimmiger Beschluss des Landschaftssauschusses der Landschaftsversammlung Rheinland unter dem Vorsitz von Jürgen Wilhelm.
Die Palette der LVR-Aktivitäten zur Verbesserung von Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung ist breit. Sie reicht vom Ausbau integrativer KiTa-Plätze über die freie Schulwahl und die Förderung beruflicher Integration bis zur Ausweitung des selbstständigen Wohnens für Menschen mit Behinderung.
„Die UN-Konvention gibt den Rahmen vor. Jetzt geht es darum, die formulierten Grundrechte auch für alle Menschen mit Behinderung im Rheinland Wirklichkeit werden zu lassen", so Jürgen Wilhelm. „Hier sind alle gefordert – Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft. Der LVR nimmt die Herausforderung an. Denn wir wollen an der inklusiven Gesellschaft im Rheinland bauen", so Wilhelm weiter.
Als Deutschlands größter Sozialhilfeträger und Dienstleister für Menschen mit Behinderung hat der LVR jahrzehntelange Erfahrung in der Arbeit für allgemeine Teilhaberechte und Barrierefreiheit. Insbesondere beim Ausbau des selbstständigen Wohnens zeigen sich bereits erste Erfolge: „Heute können fast viermal so viele Menschen mit Behinderungen mit ambulanter Unterstützung in der eigenen Wohnung leben wie zu Beginn dieses Projektes 2003; gleichzeitig konnten Heimplätze abgebaut werden", freut sich LVR-Direktor Harry K. Voigtsberger. Damit sei der LVR bundesweiter Vorreiter: „21.000 Frauen und Männer mit Handicap können jetzt selbst entscheiden, wie und mit wem sie wohnen wollen – allein, als Paar, oder in einer Wohngemeinschaft."
850 Gruppen für Kinder mit und ohne Behinderung
Im KiTa-Bereich (Kindertageseinrichtungen) baue der LVR im Dialog mit Jugendämtern und Trägern die integrativen Betreuungsangebote kontinuierlich aus. Rheinlandweit gibt es heute rund 850 integrativ arbeitende KiTa-Gruppen. Damit können weit mehr als die Hälfte aller Kinder mit Behinderung zwischen drei und sechs Jahren eine solche Gruppe besuchen. Für die kommenden Jahre ist ein weiterer Ausbau geplant - nun auch für Kinder mit Behinderung unter drei Jahren. In einem Modellprojekt wird mit einzelnen Trägern erprobt, wie eine Betreuung und Förderung von Kleinkindern mit und ohne Behinderung optimal erfolgen kann.
Gerätepool und Förderung für Einzelintegration in die Regelschule
Im Schulbereich hat der LVR einen Finanz- und Gerätepool eingerichtet, um Kindern mit Handicap den Besuch einer allgemeinen Schule zu ermöglichen. Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Körperbehindertenpädagogik der Universität Würzburg bereitet der LVR eine Studie vor, die Handlungsempfehlungen für den Ausbau gemeinsamer Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Handicap geben soll. Unterstützung durch den LVR erhält auch das „Netzwerk Inklusive Schule im Kölner Süden", das eine private Ganztagsschule aufbauen möchte. Durch Schulpartnerschaften mit Arbeitgebern, die Vermittlung von Praktika und den frühzeitigen Erwerb lebenspraktischen Wissens wird alles getan, um die Kids auf ein selbstbestimmtes Leben in der Gesellschaft vorzubereiten. Weitere Informationen: http://www.lvr.de/schulen
Ambulant vor stationär: Mehr Selbstbestimmung und bessere Kostensteuerung
Eine echte Erfolgsgeschichte ist der Umsteuerungsprozess nach dem Motto „ambulant vor stationär" im Kontext der Wohnhilfen für Menschen mit Behinderung. Mittlerweile leben rund 50 Prozent der Empfängerinnen und Empfänger von Wohnhilfen des LVR selbstständig in den eigenen vier Wänden. Damit liegt der LVR bundesweit an der Spitze. So können gleichzeitig Selbstbestimmung und Eigenverantwortung der Menschen mit Handicap gestärkt und die öffentlichen Kassen entlastet werden.
Welche Hilfen der einzelne Mensch benötigt, wird mittels eines Hilfeplans individuell ermittelt und in einer Hilfeplankonferenz diskutiert. Um die Gefahr einer Vereinsamung gar nicht erst aufkommen zu lassen, hat der LVR ein rheinlandweites Netz von Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstellen geschaffen. Hier besteht für jeden Menschen mit Behinderung die Möglichkeit, sich trägerunabhängig zu Fragen des Wohnens wie auch der Freizeitgestaltung beraten zu lassen. Weitere Informationen: www.lvr.de/soziales
Bei seinen eigenen Wohneinrichtungen geht der LVR mit gutem Beispiel voran und hat die vollstationären Plätze um fast neun Prozent abgebaut und in ambulante Unterstützungsangebote umgewandelt. Die Heimstrukturen in den Einrichtungen der LVR-Netze Heilpädagogischer Hilfen sind zugunsten dezentraler Angebote aufgelöst worden.
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