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„Ich habe nicht geglaubt, dass Sie kommen…"

LVR-Direktor überreicht Bildband an ukrainischen Botschaftsvertreter / Publikation rundet mehrjähriges Ausstellungsprojekt über ehemalige Zwangsarbeiterinnen aus Ukraine ab / Ausstellung „Riss durchs Leben" ab 7. September bei Ruhr.2010

Köln. Brauweiler. 28. Januar 2010. Rund 2000 Kilometer reiste ein dreiköpfiges Team des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) durch die Ukraine. Es besuchte zehn ehemalige Zwangsarbeiterinnen in ihren Dörfern in der Ukraine, die 1942/43 ins Rheinland deportiert wurden. Der Bildband „Ich habe nicht geglaubt, dass Sie kommen…" dokumentiert auf eindrückliche Weise diese Reise. LVR-Direktor Harry K. Voigtsberger überreichte ihn heute in der Abtei Brauweiler dem ukrainischen Botschaftsvertreter Dr. Yarolav Baran.

„Dem LVR ist es ein besonderes Anliegen, sich der eigenen Verantwortung gegenüber der Vergangenheit zu stellen und den betroffenen Opfern der Zwangsarbeit versöhnlich entgegenzutreten", so Voigtsberger. Der LVR ist Rechtsnachfolger des Provinzialverbandes der Rheinprovinz, in dessen Trägerschaft sich die Wuppertaler Landesfrauenklinik befand. Hier mussten die ukrainischen Zwangsarbeiterinnen arbeiten oder medizinisch auf das Nötigste beschränkt ihre Kinder zur Welt bringen.

 

Zwei Männer halten ein Buch in der Hand.
Eindrucksvolle Fotografien von der Lebenswelt der ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Erinnerungen an ihre Deportation ins Rheinland enthält der Bildband, den LVR-Direktor Harry K. Voigtsberger (r.) dem ukrainischen Botschaftsvertreter Dr. Yarolav Baran überreichte. Foto: Ströter/LVR
 

Nachdem der LVR im Jahr 2006 auf Initiative der Landschaftsversammlung Rheinland die ehemaligen Zwangsarbeiterinnen nach Deutschland eingeladen hatte, trat im April 2007 das Team des LVR den Gegenbesuch an. Aus diesem Besuch entstand auch die erfolgreiche Wanderausstellung „Riss durchs Leben", die vom Schicksal der „Ostarbeiterinnen" berichtet und von der Europäischen Union gefördert wird. Ab dem 7. September ist die Ausstellung im Rahmen von Ruhr.2010 im Essener Landgericht zu sehen.

 

Drei Frauen sitzen in einer Runde. Die linke Frau trägt Kopfhörer. Die Frau in der Mitte hält ein Foto in der Hand.
Eindrücke aus dem Bildband "Ich habe nicht geglaubt, dass Sie kommen...". Foto: Pientka/LVR
 

Flankiert wurde das Ausstellungsprojekt von mehreren Besuchen politischer Vertreter der Landschaftsversammlung Rheinland. Bernd Paßmann (Solingen), Vorsitzender der FDP-Fraktion in der Landschaftsversammlung, reiste gemeinsam mit Vertretern aller Fraktionen zu den Ausstellungseröffnungen in die Ukraine. „Aus den Erzählungen der Frauen wissen wir, welches unfassbare Leid sie erfahren haben. Die Ausstellung ‚Riss durchs Leben' und der Bildband vermitteln dem Betrachter ihre Geschichte mit einer großen Unmittelbarkeit. Sie tragen dafür Sorge, dass die Zeit des Nazi-Regimes als dunkelstes Kapitel deutscher Geschichte nicht in Vergessenheit gerät", so Paßmann.

 

Eine Frau sitzt an einem Tisch. Vor ihr steht eine Blechdose mit Fotos.
Eindrücke aus dem Bildband "Ich habe nicht geglaubt, dass Sie kommen...". Foto: Pientka/LVR
 

Das Buch enthält Interviews sowie Bilder der Fotografin Nicole Pientka vom LVR-Zentrum für Medien und Bildung, die die Lebenswelt der zehn Frauen zeigen. Ihre Lebensgeschichten zeugen von Not, Überlebenswillen und Mut. In einem fremden Land lebten sie ohne soziale Einbindung. Es zeigt auch, wie die Frauen heute in der Ukraine mit ihrer Geschichte leben. Der Bildband ist in deutscher und ukrainischer Sprache verfasst und steht als Publikation in einer Reihe mit einem Katalog und einer CD-ROM, die die Ausstellung „Riss durchs Leben" begleiten.
Der Bildband „Ich habe nicht geglaubt, dass Sie kommen…" ist zum Preis von fünf Euro erhältlich unter: LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum, Abtei Brauweiler, Ehrenfriedstr. 19, 50259 Pulheim, Tel. 02234 / 9854356, E-Mail: sandra.becker@lvr.de.

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