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LVR-Frida-Kahlo-Schule hat kunstvollen Gedenkort für verstorbene Schülerinnen und Schüler eingeweiht / Trauerrituale an der Schule machen den Tod zum Teil des Lebens / Schülerinnen und Schüler trugen Gedanken zum Thema Trauer vor
St. Augustin. 2. Februar 2010. Die LVR-Frida-Kahlo-Schule in St. Augustin hat einen kunstvollen Gedenkort für verstorbene Schülerinnen und Schüler gestaltet und nun gemeinsam mit Eltern, Kirchenvertretern und Gästen eingeweiht. Unter Anleitung der Künstlerin Verena Schöne und gemeinsam mit Lehrkräften und Eltern haben die Kinder und Jugendlichen ein dreidimensionales Mosaik samt Bachlauf für verstorbene Mitschülerinnen und Mitschüler geschaffen. Die Finanzierung übernahm in großen Anteilen der Lions-Club St. Augustin.
Im Schulalltag einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung spielt immer auch der Tod eine Rolle, denn nicht selten sterben schwerst- und mehrfach behinderte Kinder und Jugendliche aufgrund ihrer Krankheiten und Einschränkungen bereits in ihrer Schulzeit. „Ein solcher Gedenkort ist eine Unterstützung der Trauerarbeit für Schülerschaft, Kollegium und Eltern", so LVR-Schuldezernent Michael Mertens. „Die LVR-Frida-Kahlo-Schule ermöglicht einen würdigen Abschied und gibt ein gutes Beispiel dafür, wie man auch Kinder und Jugendliche durch Trauer und Gedenken begleitet."
Im Rahmen der Einweihung trugen Schülerinnen und Schüler der Schule des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) ihre Gedanken zum Thema Tod und Trauer vor. Gemeinsam mit Pfarrer Paul Zenner vom Evangelischen Kirchenkreis an Sieg und Rhein, der an der Schule Religion unterrichtet und als Seelsorger arbeitet, berichtete die Schulleiterin Marlies Schelenz von verschiedenen Abschiedsritualen an der Schule. „Wichtig ist, dass es einen festen Ort zum Trauern gibt. Wir dürfen den Tod hier nicht ausgrenzen, sondern müssen ihm einen Platz im Leben lassen", so Schelenz.
Die Schule begeht nach jedem Todesfall folgendes Ritual: Nach dem Tod eines Kindes baut die Klasse vor ihrem Raum einen geschmückten Tisch mit Kerze und Foto des verstorbenen Kindes auf. An seinem Platz stellen die Mitschülerinnen und Mitschüler eine Kerze auf und können Bilder oder Briefe dort ablegen. In Gesprächskreisen tauschen sich die Kinder und Jugendlichen bei Bedarf über das Erlebte aus.
Mit dem neuen Gedenkort erhält die Schule einen zentralen Ort zum Trauern, an dem die ganze Schulgemeinschaft teilhaben kann. nach dem Tod eines Kindes wird ein Stein mit seinem Namen in den Bachlauf des Gedenkortes gelegt. So bleibt jedes verstorbene Kind Teil der Gemeinschaft und gerät nicht in Vergessenheit.
Zum Schluss der Feier sprachen Hans Joachim Corts, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises An Sieg und Rhein, Pfarrer Josef Schlemmer von der katholischen Kirche und Imam Karaca Satilmis von der Islamischen Glaubensgemeinschaft Siegburg Segensgebete und nahmen die Einsegnung des Gedenkortes vor.
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