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LVR-Förderschule Euskirchen heißt ab sofort LVR-Irena-Sendler-Schule

LVR-Schulausschuss folgt Antrag der Schulkonferenz/ Irena Sendler rettete während des zweiten Weltkriegs rund 2500 jüdischen Kindern und Jugendlichen das Leben / Leben und Wirken der neuen Namenspatronin beeindruckten die Schulgemeinschaft

Köln/Euskirchen. 4. Mai 2010. Die LVR-Förderschule Euskirchen heißt nun „LVR-Irena-Sendler-Schule". Damit entsprach der LVR-Schulausschuss der  Landschaftsversammlung Rheinland einem Antrag der Schulkonferenz. Irena Sendler half während der deutschen Besetzung Polens im zweiten Weltkrieg, rund 2500 jüdische Kinder und Jugendliche aus dem Warschauer Ghetto zu retten. Diese brachte sie unter neuer Identität in polnischen Familien, Klöstern und Waisenhäusern unter.

 

„Der Name Irena Sendler steht für Zivilcourage und Humanität, beides unersetzliche Grundlagen unserer Gesellschaft im Allgemeinen und des Schullebens im Besonderen. So verstehen wir die Namensgebung einerseits als Würdigung ihrer Lebensleistung und andererseits als Ansporn nach innen und außen, ihrem Beispiel zu folgen," erläuterten die Vorsitzende des LVR-Schulausschusses, Anne Peters, und LVR-Schuldezernent Michael Mertens die Gründe für die Namensgebung.

 

Irena Sendler arbeitete in Warschau als Krankenschwester. In dieser Funktion wurde sie nach dem deutschen Überfall auf Polen 1939 auch im Warschauer Ghetto eingesetzt. Dort sollte sie den Ausbruch von Seuchen verhindern. Gemeinsam mit einigen Kolleginnen nutzte sie ihre Stellung, um die jüdischen Bürger des Ghettos mit Medikamenten und Nahrungsmitteln zu versorgen.

 

Im Sommer 1942 schloss sie sich der Zegota, einer Untergrundorganisation zur Rettung der polnischen Juden, an. Die geretteten Kinder wurden dabei auf teilweise abenteuerlichen Wegen, etwa durch die Kanalisation oder unter der Liege eines Krankenwagens, aus dem Ghetto geschleust. Bevor die Kinder anschließend neue Identitäten bekamen, notierte Irena Sendler sämtliche Namen der geretteten Kinder, damit diese später ihre eigene Geschichte rekonstruieren konnten.

 

Die LVR-Förderschule in Euskirchen – ab jetzt die LVR-Irena-Sendler-Schule - unterrichtet 169 Schüler mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung. Die Schule verfolgt einen ganzheitlichen Förderansatz: Pädagogen, Therapeuten und Pflegepersonal arbeiten eng zusammen und ermöglichen den Schülerinnen und Schülern eine umfassende und individuelle Förderung. Seit dem Jahr 2007 gibt es zudem eine Kooperation mit dem Berufsbildungszentrum Euskirchen, um den Absolventinnen und Absolventen den Einstieg in das Berufsleben zu erleichtern.

 

Ihr Ansprechpartner für redaktionelle Rückfragen

 

Christophe Göller

LVR-Kommunikation
0221 809 7754
christophe.goeller@lvr.de