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Brustkrebs häufigste tödliche Krebserkrankung bei Frauen / Projekt nutzt besonderen Tastsinn blinder Frauen zur Früherkennung / LVR finanziert Projekt mit 200.000 Euro
Düsseldorf. 20. Oktober 2006. Ein Projekt – doppelter Nutzen: das ist das Ziel von „Discovering Hands®". Einerseits soll die besondere Tastfähigkeit blinder Frauen für eine bessere Brustkrebs-Früherkennung genutzt werden. Andererseits ist die Entwicklung eines neues Berufsfeld für blinde Frauen geplant. Die Projektpartner und der finanzierende Landschaftsverband Rheinland (LVR) haben das Projekt am Freitag, 20. Oktober 2006, auf der RehaCare, der Fachmesse für Menschen mit Behinderung in Düsseldorf vorgestellt. „Brustkrebs ist die häufigste tödliche Krebserkrankung bei Frauen", erläuterte der Gynäkologe, Projektleiter und Initiator Dr. med. Frank Hoffmann. Während in Deutschland in den letzten Jahren viel für die Verbesserung der Behandlung getan worden sei, würden die Rahmenbedingungen für eine Früherkennung von Mammakarzinomen eher schlechter. „Wenn man die Sterblichkeit aber senken und die Heilungschancen erhöhen will, kommt es darauf an, Brustkrebs schon im Frühstadium zu erkennen. Deshalb ist unser Ansatz, die Tastuntersuchungsmethoden so zu verbessern, dass schon kleinstmögliche Tumore entdeckt werden können." Dabei setzt „Discovering Hands®" auf den bei blinden Menschen häufig besonders gut entwickelten Tastsinn. Die Sozialdezernentin des Landschaftsverbands Rheinland, Martina Hoffmann-Badache: „Ziel ist die Entwicklung eines neuen Berufsfeldes für blinde Frauen. Am Ende der zweijährigen Projektlaufzeit sollen die Grundlagen für den neuen Beruf der ‚Medizinischen Tastuntersucherin' (MTU) geschaffen sein." Dazu entwickeln die Projektpartner – die gynäkologische-fachärztliche „Praxis für Frauen" in Duisburg um Dr. Frank Hoffmann, die Universitätsfrauenklinik Essen in der wissenschaftlichen Begleitung und das Berufsförderungswerk Düren gGmbH – in einem Pilotkurs das medizinisch-fachliche Curriculum inklusive anerkannter Prüfungsordnung sowie die entsprechenden blindengerechten Lehr- und Lernmittel. Danach schließt sich ein erster, regulärer und achtmonatiger Ausbildungskurs an. Der LVR fördert das Projekt mit 200.000 Euro aus Mitteln des Sonderprogramms „Aktion Integration IV", einem Arbeitsmarktprogramm zur Verbesserung der Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen, die durch ihre Behinderung besonders benachteiligt sind. „Wir halten dieses Projekt für besonders förderungswürdig: Für blinde Menschen, und insbesondere für blinde Frauen ist die berufliche Integration oft sehr schwierig. Das Projekt schafft die Grundlagen, dass blinde Frauen dauerhaft neue berufliche Perspektiven erhalten.", so die Leiterin des LVR-Integrationsamtes, Dr. Helga Seel. Die Situation für diese Gruppe habe sich auch dadurch verschärft, dass viele „klassische" Beschäftigungen, wie etwa in der Telefonzentrale, weg fielen. Das Berufsförderungswerk Düren will daher als Bildungsträger für die berufliche Weiterbildung für blinde und sehbehinderte Menschen im Rheinland verstärkt die neue medizinische Qualifizierung anbieten, wie der dortige Leiter der Abteilung Forschung und Entwicklung, Jürgen Hüllen berichtet: „Wenn die Ärztekammer Nordrhein die Medizinischen Tastuntersucherin als ärztlichen Hilfsberuf erwartungsgemäß anerkannt hat, werden wir diesen Ausbildungsgang in das reguläre Angebot aufnehmen." Derzeit befindet sich das Projekt noch in der Entwicklungsphase. Die drei Teilnehmerinnen des ersten Pilotkurses werden im Rahmen eines Assessments ausgewählt, parallel läuft
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