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Marcel Dreibholz schafft Sprung von Werkstatt für behinderte Menschen in Job einer Altenheimküche in Bonn / Eine von rheinlandweit 50 erfolgreichen Vermittlungen aus der Werkstatt auf den Arbeitsmarkt / LVR fördert Arbeitgeber und finanziert Begleitung durch Integrationsfachdienste
Köln / Bonn. 17. Februar 2010. Marcel Dreibholz hat es geschafft. Nach acht Jahren Beschäftigung in den Bonner Werkstätten für Menschen mit geistiger Behinderung gelang ihm der Sprung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt: Seit einem halben Jahr arbeitet er als Küchenhilfe in der Großküche des Itzel-Sanatoriums, einem Pflegehaus für Menschen mit Demenz des gemeinnützigen Augustinums und Mitglied des Diakonischen Werkes.
In einem dreimonatigen Praktikum hatte der heute 27-jährige Marcel Dreibholz die Küchenleiterin, Sigrun Ritzhaupt, von seinen Stärken überzeugt. „Er kann neue Aufgaben schnell selbständig erledigen und ich kann mich zu 100 Prozent auf ihn verlassen“, sagt Ritzhaupt. Heute ist Marcel Dreibholz einer von sechs festen Mitarbeitern in der Großküche. Gemeinsam mit seinen Kollegen übernimmt er alle Aufgaben, die anfallen: Suppe kochen, Brote schmieren, Desserts zubereiten, spülen und aufräumen gehören zu seinen täglichen Arbeiten.
Einmal in der Woche kocht seine Chefin mit den Bewohnerinnen und Bewohnern in den Wohnbereichsküchen. Dann ist Dreibholz für den kompletten Ablauf in der Großküche alleine verantwortlich. „Wenn ich wiederkomme, haben alle anderen Bewohner ihr Essen bekommen, die Küche ist aufgeräumt und geputzt“, sagt Ritzhaupt. „Das klappt spitzenmäßig!“
Der Meinung ist auch Marcel Dreibholz. Er mag seinen neuen Job, auch wenn er zum Frühdienst um vier Uhr aufstehen oder am Feiertag arbeiten muss. „Hier kann ich täglich etwas dazulernen und lerne neue Leute kennen. Das hat mir in der Werkstatt gefehlt“, sagt Dreibholz. Sein neuer Job macht ihn zufrieden und gibt ihm Selbstvertrauen: „Hier darf ich alleine Dienste machen, verstehe mich gut mit den Kollegen und verdiene gutes Geld.“
So wie Marcel Dreibholz haben in den vergangenen zwei Jahren im Rheinland 50 Menschen mit Behinderung den Übergang von der Werkstatt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt geschafft. Unterstützt wurde dies durch ein Modellprojekt des Landschaftsverbands Rheinland (LVR). Um mehr Werkstatt-Beschäftigten mit Behinderung als bisher eine Tätigkeit in einem regulären Unternehmen zu ermöglichen, fördert der LVR diesen Übergang mit finanzieller Unterstützung für die Arbeitgeber und mit individueller Beratung und Begleitung für den Betrieb und die betroffene Person mit Behinderung. Arbeitgeber erhalten drei Jahre lang einen Zuschuss zu den Personalkosten von monatlich 400 Euro; im vierten und fünften Beschäftigungsjahr liegt der Zuschuss bei 200 Euro im Monat. Finanziert durch den LVR können zudem der örtliche Integrationsfachdienst oder die Werkstatt für behinderte Menschen weitere Unterstützung leisten: Etwa konkrete Beratung vor Ort für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber oder ein Job-Coaching für die Beschäftigten mit Handicap.
„Mit diesem Projekt verfolgt der LVR ein doppeltes Ziel“, erläutert die LVR-Sozialdezernentin Martina Hoffmann-Badache: „Erstens wollen wir die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt fördern. Zweitens können wir Steuermittel bei Werkstatt-Arbeitsplätzen einsparen, wenn diese berufliche Integration dauerhaft gelingt.“ Der LVR finanziert rheinlandweit rund 27.000 Werkstatt-Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung. Im Schnitt kostet ein solcher Arbeitsplatz rund 15.000 Euro im Jahr. Jede Vermittlung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt spart Sozialhilfe-Kosten und somit Steuergelder.
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