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Wenn die Hormone verrückt spielen – LVR-Fachtagung zum Thema „Jungs und Sex“

200 Fachmänner diskutieren über die Praxis der Jungenarbeit / Praxisforen zu Themen wie „Kondomführerschein“ und dem „Ersten Mal / Tagung in Kooperation mit dem Paritätischen Jugendwerk NRW und der LAG Jungenarbeit in NW

Köln. 8. Dezember 2008.  Wenn Jungen in die Pubertät kommen, müssen sie viele Änderungen bewältigen: Hormone spielen verrückt, es entstehen Gefühle, die verstanden werden wollen und im Miteinander der Geschlechter taucht etwas Neues auf. Mit dieser schwierigen Zeit hat sich der Landschaftsverband Rheinland (LVR) in einer Fachtagung zum Thema „Jungs und Sex“ beschäftigt. Rund 200 Fachmänner aus der Jungenarbeit kamen, um sich in verschiedenen Vorträgen über das Thema zu informieren. Ziel der Veranstaltung war es, den Teilnehmern aufzuzeigen, wie sie Jungen bei ihrer sexuellen Identitätsbildung unterstützen können und welche Schwerpunkte dabei berücksichtigt werden müssen.

„Es ist notwendig, Fachmänner miteinander ins Gespräch zu bringen und für den gezielten Blick auf Jungen und ihre Bedürfnisse zu sensibilisieren, um sie so zu ermutigen in ihrer Arbeit mit Jungen, neue Wege zu gehen“, so Michael Mertens, LVR-Dezernent für Schule und Jugend.

So ging es in verschiedenen Praxisforen um Beispiele aus der Jungenarbeit. Im Fokus standen dabei aktuelle Frage- und Problemstellungen, bei denen die Fachmänner in der Praxis gefordert sind. Denn wer mit Jungs das Thema Sex aufgreifen möchte, dürfe, so  Dirk Achterwinter, Sexualpädagoge bei der Diakonie in Gütersloh, keine Angst vor intimen Fragen haben. Sexualpädagogische Arbeit mit Jungen fange demnach bei den Fachmännern selbst an. Um das Thema Aufklärung drehte sich alles unter dem Titel „Kondomführerschein“ im Arbeitsforum mit Christof Sievers von der Drogenberatung Westvest in Marl. Auch die „sexualpädagogische Arbeit mit Jungs mit geistiger oder Lernbehinderung“ und „die dunkle Seite männlicher Sexualität“, also der Umgang mit sexuell auffälligen Jungen, stand auf dem Programm. Denn der richtige Umgang mit den eigenen sexuellen Wünschen, Bedürfnissen und auch Vorstellungen gelingt nicht immer. Leitragende von Übergriffen und Grenzverletzungen bis hin zu sexuellen Gewalttaten sind Mädchen, aber auch andere Jungen.

Unter den Referenten war auch Rainer Neutzlinger, der sich seit den 1980er Jahren, etwa in seinem Buch „Kleine Helden in Not“, mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Anforderungen an Jungen beschäftigt. In seinem Vortrag „Vom Kämpfer zum Liebhaber“ widmete sich Rainer Neutzling den Anforderungen, mit denen sich Jungen in der Pubertät konfrontiert sehen.

Die Tagung fand in Zusammenarbeit mit dem Paritätischen Jugendwerk NRW und der Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit in Nordrhein-Westfalen (LAG Jungenarbeit in NW e.V.) statt. Der LVR organisiert regelmäßig Veranstaltungen für männliche pädagogische Fachkräfte zur „Praxis der Jungenarbeit“.

 

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