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Neues Körpergefühl dank Reiten

Körperbehinderte Schülerinnen und Schüler der LVR-Förderschule Frida-Kahlo profitieren vom Therapeutischen Reiten / Dauerhaftes Engagement der Provinzial-Stiftung und der RWE Rhein-Ruhr AG / Positive Wirkung für Körper und Psyche

Köln. / St. Augustin. 29. Juni 2009. In der Halle des Reit- und Therapiezentrums Niederberg haben Schülerinnen und Schüler der St. Augustiner LVR-Förderschule Frida-Kahlo, Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung, gezeigt, was Therapeutisches Reiten ist und wie es sich auswirkt. Die LVR-Förderschule ist eine von 22 Schulen in der Trägerschaft des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), an der Reiten auf dem Stundenplan steht. Denn obwohl Pferde nicht wie Delfine einer breiten Öffentlichkeit als Therapie-Tiere bekannt sind, hat das Reiten bei Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen erstaunliche und sichtbare Erfolge.

 

Mädchen und Junge mit dem Pferd auf der Koppel.
David und Dilhara (beide 9 Jahre) machen es vor: Beim Therapeutischen Reiten lernen sie, ihren Körper besser wahrzunehmen. David führt das Pferd, auf dem Dilhara sitzt, das fördert das gegenseitige Vertrauen und das Sozialverhalten der Kinder.
 
 

Das Sprichwort, dem zufolge das Glück dieser Erde auf dem Rücken der Pferde liege, erhält für diese Zielgruppe eine ganz neue Bedeutung. „Die Reittherapie ergänzt und stabilisiert an vielen LVR-Förderschulen unsere therapeutischen Leistungen für die Kinder und Jugendlichen mit Handicap", so LVR-Schul- und Jugenddezernent Michael Mertens. „Im motorischen, physischen und sozialen Bereich kann man sehr schnell positive Veränderungen bei unseren Schülerinnen und Schülern feststellen. Die Kinder werden ausgeglichener, zufriedener und für andere Therapien und schulisches Lernen zugänglicher." Das wirkt sich auch positiv auf den Schulalltag aus.

Deshalb freut sich der LVR, dass das Therapeutische Reiten an den LVR-Schulen durch die Kultur- und Sozialstiftung der Provinzial Rheinland und die RWE Rhein-Ruhr AG unterstützt wird. Ohne die Unterstützung von Fördervereinen, gemeinnützigen Stiftungen oder Sponsoren wäre der LVR nicht in der Lage, solche wichtigen Therapien anzubieten. Eltern und die Fördervereine der Schulen beteiligen sich häufig mit ihren eingenommenen Spendengeldern an den Kosten für spezielle Therapien.

Den Großteil der Finanzierung des Therapeutischen Reitens im LVR-Gebiet übernimmt mit 40.000 Euro jährlich die Kultur- und Sozialstiftung der Provinzial Rheinland. „Verantwortung für die Gesellschaft hat für die Provinzial Tradition", erläutert Rudolf Gaul, Geschäftsführer der Stiftung. „Dies und das Ziel, das bisherige Engagement im sozialen und kulturellen Bereich zu konzentrieren, war der Grund für die Provinzial Rheinland Versicherung, eine Stiftung zu gründen mit dem Schwerpunkt, die Fördervereine der Schulen zu unterstützen."

Als wichtiger Partner des LVR und der Provinzial-Stiftung unterstützt auch die RWE Rhein-Ruhr AG das Therapeutische Reiten mit 10.000 Euro im Jahr. Achim Südmeier, Vertriebsvorstand der RWE Rhein-Ruhr AG: „Als großes Energieversorgungsunternehmen sind wir ein wichtiger Partner für unsere Region. Deshalb nehmen wir unsere gesellschaftliche Verantwortung sehr ernst und auf vielfältige Weise wahr. Dazu gehört auch das Engagement für junge Menschen mit Handicap, um sie in ihren Möglichkeiten und Chancen bestmöglich zu fördern."

 
 
Gruppenbild in der Reithalle.
Das Therapeutische Reiten an den LVR-Förderschulen wird unterstützt von der Kultur- und Sozialstiftung Provinzial Rheinland und von der RWE Rhein-Ruhr AG. Von links nach rechts: Martina Hankammer, Kultur- und Sozialstiftung Provinzial Rheinland, Vivien und Kim (LVR-Förderschule Frida-Kahlo), Michael Mertens, LVR-Schul- und Jugenddezernent, Alexander (LVR-Förderschule Frida-Kahlo), Ulla Scheer, Lehrerin LVR-Förderschule Frida-Kahlo, Iris Müller, RWE Rhein-Ruhr und Stefanie Korte, Reit- und Therapiezentrum Niederberg. 
 
 
Junge liegt auf dem Pferederücken und lächelt.
Auf dem Pferd findet er seine innere Ruhe: Die Fähigkeit zur Kontaktaufnahme und die Selbstorganisation haben sich beim 10-jährigen Alexander deutlich verbessert, seit er am Therapeutischen Reiten teilnimmt. Fotos: Hengels / LVR.

„Therapeutisches Reiten" und „Hippotherapie"

„Therapeutisches Reiten" ist der Oberbegriff für drei fachlich eigenständige Bereiche: Reiten und Fahren als Sport für Menschen mit Behinderung (Sport), Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren (Pädagogik, Psychologie) und Hippotherapie (Medizin).

Die Hippotherapie entspricht der medizinischen Anwendung des Pferdes im Sinne einer besonderen physiotherapeutischen Behandlungsmaßnahme, die ärztlich verordnet und überwacht wird. Dabei können bei bestimmten Erkrankungen und Schädigungen des Zentralnervensystems sowie des Stütz- und Bewegungsapparates Effekte und Wirkungen erzielt werden, die mit herkömmlichen krankengymnastischen Behandlungsmethoden nicht erreicht werden. Die eingesetzten Pferde werden für diese Aufgabe speziell geschult.

Der mehrdimensionale Schwingungsrhythmus, der vom Pferd in der Gangart Schritt auf den darauf sitzenden Menschen übertragen wird, ist dem Bewegungsmuster des menschlichen Gehens verwandt. Auf diese Weise kann das Pferd – bei entsprechender Hilfestellung und Korrektur durch geschulte Therapeutinnen und Therapeuten – das Bewegtwerden der
Patientin oder des Patienten übernehmen.

Die ähnliche Bewegungsart von Mensch und Pferd ist die Grundlage der therapeutischen Wirkung von Hippotherapie. Sie übt die Geschicklichkeit, die Feinabstimmung von Bewegungen und ihre Schnelligkeit. Sie schult Gleichgewicht und Symmetrie der Bewegungen, Rhythmusfähigkeit und Ausdauer.


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Simone Hengels
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