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„Gelenkte Blicke"

Ausstellung im LVR-Kulturzentrum Brauweiler zeigt rassenhygienische Propaganda und Politik im Kontext des Nationalsozialismus

Köln. / Brauweiler. 1. Juli 2011. Vom 1. bis 24. Juli 2011 zeigt der Landschaftsverband Rheinland (LVR) im LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler die Ausstellung „Gelenkte Blicke. Rassenhygienische Propaganda und Politik im Kontext des Nationalsozialismus" der Ruhr-Universität Bochum. Die Ausstellung wurde von Studierenden und Lehrenden in Zusammenarbeit mit der Medizinhistorischen Sammlung der Ruhr-Universität Bochum realisiert, dort im vergangenen Jahr erstmals präsentiert und im Wettbewerb „lehrreich" prämiert.

Die Ausstellung führt in die historische Auseinandersetzung mit rassenhygienischer Politik und Propaganda der NS-Zeit ein. Die Schaffung einer Gesellschaft ohne Schwächen und Krankheiten war eines der perfiden und utopischen Ziele des Nationalsozialismus. Dazu war die Mitarbeit der gesamten Bevölkerung nötig, die durch große Propaganda-Anstrengungen dazu gebracht werden sollte, rassenhygienisch zu denken und zu handeln. Propaganda sollte die Wahrnehmung und das Handeln der Menschen nachhaltig verändern, die „Blicke lenken".

Die Ausstellung umfasst insgesamt fünf Bereiche. Einleitend thematisiert sie die Entstehung der Vererbungsvorstellungen im 19. Jahrhundert, wozu die Darwinsche Theorie entscheidende Anstöße gab. Allmählich etablierte sich in der Wissenschaft, aber auch in der Öffentlichkeit und in der Politik das Denken in Kategorien der Vererbung. In Großbritannien wurde 1883 der Begriff der „Eugenik" geprägt, in Deutschland 1895 der Begriff der „Hygiene". Dieser Ausstellungsbereich geht der Bedeutung von Visualisierungen in dieser Phase ebenso nach wie den frühen Strategien der Popularisierung rassenhygienischen Denkens.

Eine zentrale Rolle spielten in der rassenhygienischen Propaganda Bilder – vom Diagramm bis zum Film. Sie stehen daher auch im Mittelpunkt der Ausstellung, die in zwei weiteren Abteilungen die rassenhygienische Propaganda in verschiedenen Lebensbereichen – von der Schule und Ausbildung bis zur Freizeitgestaltung – vorstellt und analysiert.

Über die rassenhygienischen Maßnahmen und Verbrechen der Nationalsozialisten informiert ein eigener Ausstellungsbereich. Thematisiert werden hier das „Ehegesundheitsgesetz", die Zwangssterilisation und die Euthanasie-Verbrechen.

Die Ausstellung schließt mit einem Blick auf den Umgang mit der nationalsozialistischen Rassenhygiene in der Nachkriegszeit.

Im Rahmen der Ausstellung werden Ausschnitte aus dem Dokumentarfilm „Opfer der Vergangenheit" des Reichsministeriums für Propaganda aus dem Jahr 1937 sowie aus dem Spielfilm „Ich klage an" von 1941 gezeigt.

„Gelenkte Blicke. Rassenhygienische Propaganda und Politik im Kontext des Nationalsozialismus"
vom 1. bis 24. Juli 2011
im LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler, Ehrenfriedstraße 19, 50259 Pulheim-Brauweiler
Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 15 bis 17 Uhr
Öffentliche Führungen: Samstag, 9., 16. und 23. Juli 2011, jeweils um 15 Uhr
Eintritt und Teilnahme an den öffentlichen Führungen frei
Kontakt: LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum, Ehrenfriedstraße 19, 50259 Pulheim, Tel. 0 22 34 - 98 54 - 302

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Pressekontakt:
Birgit Ströter
LVR-Fachbereich Kommunikation
Tel: 02 21 – 809 – 77 11