Wohngruppe Fichtenhain freut sich auf Tönisvorst
Wohngruppe der LVR-Jugendhilfe Rheinland bezieht neues Quartier in Tönisvorst / Bewohner helfen beim Renovieren / Gruppe will Nachbarn bei gemeinsamen Veranstaltungen kennenlernen
Tönisvorst. 6. Juli 2012. Sieben Jugendliche aus der LVR-Jugendhilfe Fichtenhain haben ihr neues Quartier in Hüserheide Tönisvorst bezogen. Ursprünglich wohnte die Gruppe auf dem Campus Fichtenhain in Krefeld. Da das alte Gelände künftig gewerblich genutzt werden soll, wurde der Umzug notwendig. Zur Einweihungsfeier kamen neben Nachbarn und örtlichen Kooperationspartnern der Wohngruppe auch ein katholischer, ein muslimischer und ein evangelischer Geistlicher um der Einrichtung „ihren Segen" zu geben. In der Gruppe sind sowohl Christen, als auch Muslime vertreten.
Bei der Einsegnung (v.l.): Sabine Kaul (Leiterin LVR-Jugendhilfe Fichtenhain), Dr. Ute Projahn (Leiterin LVR-Jugendhilfe Rheinland), die drei Geistlichen Bernd Pätzold (evangelisch), Ludwig Kamm (katholisch) und Memet Erkoyuncu (muslimisch) sowie Übersetzer Ilhan Avci. Foto: Döring/LVR.
Sabine Kaul, Leiterin der LVR-Jugendhilfe Fichtenhain, freut sich, dass die Gruppe nun in Tönisvorst angekommen ist: „Die Jugendlichen und das Team sind gespannt auf ihr neues Zuhause. Wir wurden in Tönisvorst sehr freundlich empfangen und stießen bereits im Vorfeld bei einem Infoabend für Nachbarn auf offene Ohren und sozial engagierte Aufgeschlossenheit für unser Projekt". Gute Nachbarschaft sei eines der zentralen Ziele der Gruppe in Tönisvorst, so Kaul weiter. So will die Einrichtung auch in der Zeit nach der Einweihungsfeier Nachbarn zum gemeinsamen Kaffeetrinken einladen und hierbei fachlich zur Arbeit in der Wohngruppe informieren. „Bei unserem Sommerfest wollen wir die Nachbarschaft natürlich auch gerne dabei haben. Wir freuen uns darauf, viele neue Menschen kennenzulernen", sagt Kaul.

Das neue Domizil der Wohngruppe Fichtenhain. Foto: Döring/LVR
Das Haus Nummer 14 in Hüserheide ist ein geräumiges Doppelhaus mit großem Garten, zwei Wohnzimmern, einem Esszimmer und Einzelzimmern für alle Bewohner. Die Tönisvorster Zentrale der LVR-Jugendhilfe Fichtenhain, in der auch die Werkstätten und die Schule der Einrichtung liegen, ist nur rund drei Kilometer entfernt. Dies ist für die Wohngruppe ein wichtiger Aspekt, denn alle Jungen haben aufgrund ihrer Biographien einen besonders hohen Förderbedarf, vor allem in den Bereichen Schule und Beruf. Die LVR-Jugendhilfe Rheinland des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) bietet ihnen diese Unterstützung. Ein fünfköpfiges Pädagogen-Team unter der Leitung des Sozialpädagogen Dietmar Winkels betreut und fördert die Jugendlichen in ihrem Alltag mit Unterstützung der Psychologin Christine Nichau als Erziehungsleiterin.
Beim Umbau haben die sieben Jugendlichen tatkräftig mit angepackt: Gemeinsam mit den Fichtenhainer Werkstätten – Schreinerei, Malerei und Gärtnerei – wurde unter anderem ein neues Treppenhaus gebaut, renoviert und der Garten angelegt. Anpacken sind die Jungs auch im Alltag gewohnt. So gibt es in der Gruppe keine Putzkraft und alle Hauswirtschaftsaufgaben werden in Eigenregie erledigt. Dies trägt mit dazu bei, dass die 14 – 18-Jährigen ihrem gemeinsamen Ziel näher kommen: Selbständig werden, zu einem strukturierten Alltag finden und wenn alles klappt, irgendwann auch alleine zu wohnen.
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