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Flüchtlingshilfe

Die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen stellt die rheinischen Kommunen derzeit vor große Herausforderungen. Der LVR bringt sich als Teil der kommunalen Familie in all seinen Aufgabengebieten in die Flüchtlingshilfe ein:

Zwei junge Männer warten in einem Raum.
Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in der LVR-Jugendhilfe Halfeshof. Foto: Marion Koell/LVR

Unterstützung für ehrenamtliche Helferinnen und Helfer

  1. Kleines Handbuch für ehrenamtliche Helferinnen und Helfer von Flüchtlingen

    Kleines Handbuch für ehrenamtliche Helferinnen und Helfer von Flüchtlingen

    Der Landschaftsverband Rheinland hat zur Unterstützung ehrenamtlicher Arbeit ein "Kleines Handbuch für ehrenamtliche Helferinnen und Helfer von Flüchtlingen" veröffentlicht. Die Publikation gibt einen Überblick über wichtige Themen im Zusammenhang mit der Betreuung von Flüchtlingen. Sie informiert unter anderem über Beratungs- und Unterstützungsangebote.
    -Nur als PDF-Download erhältlich- Mehr Informationen

    September 2016

Unterbringung von Flüchtlingen in LVR-Immobilien

Als Immobilieneigentümer hat der Landschaftsverband den Kommunen im gesamten Rheinland leer stehende Gebäude zur kurzfristigen Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung gestellt. Von diesem Angebot wurde vielfach Gebrauch gemacht. An vielen Klinikstandorten, aber auch an anderen Stellen konnte die unmittelbare Not gelindert werden.

Derzeit sind bis zu ca. 1.300 Personen in LVR-Liegenschaften untergebracht. Damit sind die geeigneten, leer stehenden Bestandsgebäude weitestgehend wieder in Nutzung. In absehbarer Zeit müssen einige Liegenschaften wieder freigezogen werden. Nennenswertes Potenzial zum Angebot an die Kommunen gibt es im Portfolio des LVR jedoch nicht mehr.

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Psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung

Ärzte betrachten CT-Bilder
Foto: Nicole J. Noack/LVR

An allen neun psychiatrischen Fachkliniken des LVR werden derzeit Flüchtlinge behandelt, denn viele von ihnen leiden unter körperlichen, psychischen oder psychosomatischen Folgen von Krieg und Vertreibung. Soziokulturelle und sprachliche Barrieren erschweren allerdings häufig den Zugang zu einer angemessenen Behandlung. Sie können darüber hinaus dazu führen, dass ein traumatischer Ursprung von Beschwerden übersehen wird. Diese Gefahr besteht zum Beispiel bei schweren Depressionen und bei Psychosen. Umso wichtiger ist es, diese Hürden abzubauen.

Die LVR-Kliniken verfügen über spezialisierte Ambulanzen und bieten darüber hinaus häufig weitere Unterstützungsleistungen an, die sich mit bedarfsgerechten und oftmals muttersprachlichen Beratungs- und Behandlungsangeboten an Menschen unterschiedlicher Herkunft richten. Weiterhin setzen sie sogenannte Sprach- und Integrationsmittlerinnen und -mittler (SIM) ein, die sich mit der jeweiligen Sprache und Kultur der Patientinnen und Patienten auskennen.

Weitere Informationen zu den Ambulanzen der LVR-Kliniken für Menschen mit Migrationshintergrund:

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Minderjährige Flüchtlinge ohne Begleitung

Ein junger Mann sitzt an einem Tisch und schreibt.
Foto: Marion Koell/LVR

Eine besondere Herausforderung für Kommunen stellt die Unterbringung und Versorgung von minderjährigen Flüchtlingen dar, die ohne Angehörige nach Deutschland kommen. In Abstimmung mit dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen hat das LVR-Landesjugendamt zum 1. November 2015 die Aufgabe der zentralen Verteilungsstelle in NRW für diese besonders schutzbedürftigen Kinder und Jugendlichen übernommen.

Für ihre Unterbringung hat die LVR-Jugendhilfe Rheinland in ihrem Jugendheim Halfeshof in Solingen drei Wohngruppen eingerichtet. Im Rahmen dieser vorläufigen Unterbringung werden unbegleitete minderjährige Flüchtlinge am Standort Halfeshof in Obhut genommen, bis ein Vormund und eine dauerhafte Unterkunft für sie gefunden wurde. Darüber hinaus bietet der Halfeshof Ausbildungsplätze sowie Möglichkeiten zur Berufsorientierung für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in den Gewerken Malerei, Schlosserei, Schreinerei und Gartenbau, um den Heranwachsenden eine berufliche Perspektive in Deutschland zu geben.

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Betreuung in Kindertagesstätten

Ein Kind schaut in die Kamera
Foto: Lothar Kornblum/LVR

Kindertagesstätten leisten einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Integration von Flüchtlingskindern in Deutschland. Oftmals gilt es dort zunächst, Hemmnisse und Ängste abzubauen, weil eine Betreuung von kleinen Kindern außerhalb der Familie in vielen Kulturen unüblich ist. Hier bringt sich das LVR-Landesjugendamt ein.

Mit Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen fördert es niedrigschwellige Betreuungsangebote für Flüchtlingskinder im Vorschulalter. Hierzu zählen beispielsweise Eltern-Kind-Gruppen und Spielgruppen, in denen Flüchtlingskinder und ihre Eltern die institutionelle Kindertagesbetreuung kennenlernen können.

Auch Einrichtungen der Familienbildung, die Angebote für Flüchtlinge durchführen, werden mit Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen durch das LVR-Landesjugendamt gefördert. Darüber hinaus berät es die Jugendämter und die Träger der Freien Wohlfahrtspflege in der Betreuung von Flüchtlingskindern und erteilt Betriebserlaubnisse, wenn Kindertagesstätten neue Plätze und Betreuungsgruppen einrichten.

Weitere Informationen zur Förderung von Maßnahmen für Kinder aus Flüchtlingsfamilien und vergleichbaren Lebenslagen:

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Betreuung in Schulen

Ein Mädchen sitzt an einem Tisch und schreibt.
Foto: Dominik Schmitz/LVR

In Nordrhein-Westfalen gilt die Schulpflicht für alle Kinder zwischen sechs und 18 Jahren. Auch Flüchtlingskinder unterliegen der Schulpflicht, sobald sie einer Gemeinde zugewiesen wurden beziehungsweise dort gemeldet sind.

Um dem hohen Bedarf an neuen Schulplätzen nachzukommen, werden die Kapazitäten an den Schulen derzeit landesweit ausgebaut.

An den 38 Förderschulen des LVR werden aktuell 178 Flüchtlingskinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf beschult.

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Kulturelle Bildung

Zwei traditionelle Häuser aus dem Rheinland
Bild Großansicht
Foto: LVR

Sich mit der Kultur einer neuen Umgebung vertraut zu machen, hilft dabei, dort schneller Fuß zu fassen.

Als Beitrag zur gesellschaftlichen Integration in Deutschland gewähren die LVR-Museen allen Flüchtlingen und ihren Begleitern freien Eintritt in ihre Ausstellungen.

Auf Anfrage werden auch die pädagogischen Angebote der Museen auf den Besuch von Flüchtlingsgruppen zugeschnitten.

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