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IntegraTour 2005

IntegraTour warb 2005 für das Miteinander

Der sechsjährige Maximilian, ein Kind mit Down-Syndrom und das Werbegesicht der LVR-IntegraTour, und sein Vater in Xanten
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Eine Staffel, wie es sie noch nie gab, ist im Frühling 2005 durch das gesamte Rheinland gelaufen und hat eine Welle der Begeisterung mitgebracht. IntegraTour heißt der erste Staffellauf der Rheinischen Schulen des LVR, und er führte von Aachen über Düren, Pulheim, Köln, Düsseldorf und Krefeld nach Xanten. Anlass für die IntegraTour ist der „Tag der Begegnung", den der Landschaftsverband Rheinland jährlich im Archäologischen Park Xanten feiert. Am 2. Juni, zwei Tage vor dem mittlerweile achten Tag der Begegnung, ist die IntegraTour in Xanten eingetroffen.

Die Idee der Staffel ist angelehnt an das Olympische Feuer: Bei der IntegraTour tragen mehrere hundert Schülerinnen und Schüler, die eine Behinderung haben, ein Banner zum Tag der Begegnung nach Xanten und setzen damit ein Zeichen für Integration und für ein gesellschaftliches Miteinander von behinderten und nichtbehinderten Menschen. Das Banner zeigt einen lachenden Jungen und das Logo des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR).

Aachen

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Jubel beim Start trotz Regen

Seit Wochen hatten sich die Schülerinnen und Schüler der Rheinischen Schule für Körperbehinderte Aachen auf die IntegraTour gefreut. Ungeduldig warteten sie am 19. April auf den Startschuss des stellvertretenden Landrates, Hans Körfer. Von dem strömenden Regen ließen sich die rund 60 Kinder und 25 Erwachsenen, unter ihnen Schulleiterin Beate Jahn, nicht beeindrucken.

„Regen sind wir hier in Aachen gewohnt", sagte Monika Sehring, die die erste Etappe der IntegraTour organisiert hat. So wurden kurzerhand Regencapes übergezogen und zu Fuß, mit Rollstühlen und Fahrrädern machte sich das Team auf den Weg in Richtung Düren. Da der Weg mit rund 40 Kilometern sehr lang war, hatte die Körperbehindertenschule die Etappe auf zwei Tage verteilt. Doch auch am zweiten Tag hatte Petrus kein Erbarmen und schickte nichts als Regen. Die Staffelläufer hatten trotzdem ihren Spaß

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Düren

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Unterwegs mit allem, was rollt

Einen herzlichen Empfang bereitete die Rheinische Schule für Blinde Düren den pudelnassen IntegraTour-Teilnehmern aus Aachen. Die Dürener Schule selbst hatte mehr Glück mit dem Wetter: Bei strahlendem Sonnenschein starteten sie am 21. April nach Pulheim-Brauweiler. Damit möglichst jedes Kind, das mit wollte, auch mit konnte, waren alle möglichen Transportmittel im Einsatz: Tandems, Rollstühle, E-Rollis, Busse, Rollstuhl-Rikschas und sogar eine Kutsche. Viele Kinder sind mehrere Kilometer gelaufen. Begleitet haben die mehr als 60 Kinder der Blindenschule auch Schüler der Gesamtschule Meckenheim-Niederzier. Für ihre Etappe wünschte ihnen Bürgermeister Paul Larue alles Gute und bat sie, der Schule in Pulheim einen Wimpel der Stadt Düren als Geschenk zu überbringen.

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Pulheim

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Sportliche Bestleistungen

Wo bleibt Düren? fragte sich die Donatus-Schule, bis die erwarteten Gäste etwas später als gedacht, aber wohlbehalten und stolz auf ihre Leistung in Pulheim eintrafen. Auch Bürgermeister Morisse und die stellvertretende Landrätin Lindemann waren zur Begrüßung gekommen.

„Go Donatus" riefen Zuschauer am 27. April, als sich rund 60 körperbehinderte Kinder und 30 Erwachsene zu Fuß, mit Inline-Skates, in Rollstühlen, mit Handbikes, Rolli-Fahrrädern und Tandems auf den Weg nach Köln machte. Begleitet wurden sie von der Polizei aus Pulheim und Köln. „Wirklich beeindruckend waren die sehr guten Leistungen der Schülerinnen und Schüler", sagt Aggi Wiggers-Sembritzki, die Sportlehrerin der Donatus-Schule, die die Etappe von Pulheim nach Köln organisiert und geleitet hat. „Vor allem die Ausdauer, Fitness, der persönliche Einsatz, aber auch die Freude und Begeisterung der Kinder mit ihren unterschiedlichen Behinderungen und verschiedenen Fortbewegungsarten waren einfach toll." Die Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler haben eine Distanz von fünf Kilometern bewältigt, eine ganze Reihe von ihnen hat die gesamte Strecke von rund neun Kilometern bis zur Anna-Freud-Schule in Köln-Müngersdorf geschafft.

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Köln

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Prominenz begrüßt IntegraTour zur Halbzeit

Gut zu sehen war das Banner der IntegraTour, das die Anna-Freud-Schule über den Rhein zum LVR in Köln-Deutz trug, um die Staffel an die Kölner Sprachbehindertenschule zu übergeben. Mehr als 30 Teilnehmer liefen oder fuhren mit Rollstühlen und Inlinern, zum Landeshaus. Dort begrüßte sie zur Halbzeit der IntegraTour LVR-Direktor Udo Molsberger, die Kölner Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes und Wolfgang Niedecken von BAP. „Macht weiter so", sagte Molsberger, „und helft uns dabei, dass Integration ein sichtbares Stück Normalität wird." Auch Bürgermeisterin Scho-Antwerpes nannte die IntegraTour „eine Bereicherung für unsere Stadt" und versprach, am 4. Juni zum Tag der Begegnung zu kommen. „Ganz phantastisch" fand Wolfgang Niedecken den Gastauftritt der Band „6 Richtige" aus Düren, die sich über das Lob des Experten natürlich besonders freute. Die Band der Blindenschule Düren wird auch beim Tag der Begegnung auftreten und dort Vorgruppe von BAP sein.

Etwas Besonderes hatte sich auch die Rheinische Schule für Sprachbehinderte einfallen lassen. In ihrem Theaterstück „Laufend Begegnungen" nahmen sie ihren Weg von Köln nach Düsseldorf vorweg.

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Düsseldorf

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Herzlicher Empfang für die Kölner

Bei einer Strecke, die von Köln nach Düsseldorf führt, durften Bemerkungen über die Hassliebe zwischen den beiden Städten natürlich nicht fehlen. „Ihr seht, der Empfang hier ist herzlich, das wäre in Köln sicher nicht so gewesen", sagte Bürgermeister Heinz Winterwerber zur Begrüßung.

Und der Empfang war in der Tat herzlich: Die 40 Schülerinnen und Schüler der Rheinischen Schule für Sprachbehinderte Köln, die mit dem Banner der IntegraTour am Ende ihrer 30 Kilometer langen Etappe in Düsseldorf ankamen, wurden von der Kurt-Schwitters-Schule mit Trommelwirbel, Cheerleadern, Jubel und Musik angefeuert. Auch die Musik hatte lokalen Bezug: Gespielt wurden einvernehmlich Lieder von den Kölner Bläck Fööss neben solchen der Düsseldorfer Toten Hosen. „Damit ihr seht, was für ein schwieriger Weg das von Köln nach Düsseldorf ist, könnt wir im nächsten Jahr ja umgekehrt laufen, dann kommt ihr zu uns", scherzte der Leiter der Kölner LVR-Schule, Heinrich Wild-Matejka. Aber natürlich geht das nicht, denn die IntegraTour hat nur ein Ziel: Xanten. Dort findet am 4. Juni der Tag der Begegnung statt.

Doch zunächst lautet das Etappenziel Krefeld. Die Kurt-Schwitters-Schule und die Düsseldorfer Hörgeschädigtenschule haben sich die Strecke geteilt. Bei strahlendem Sonnenschein setzte die Kurt-Schwitters-Schule bei Meerbusch zur Staffelübergabe über den Rhein.

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Krefeld

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Jeder Tag sollte ein Tag der Begegnung sein

Mitten durch die Stadt Krefeld und durch den Hülser Bruch waren rund 25 Schülerinnen und Schüler der Gerd Jansen Schule mit Rollstühlen, Tandems, zu Fuß und mit einer Rikscha unterwegs. „Die Menschen unterwegs haben sehr neugierig und positiv reagiert", erzählt Sabine Keller, Konrektorin der Gerd Jansen Schule.

Ein echtes Highlight war dann der Empfang an der Krefelder LVR-Schule für Hörgeschädigte: Alle 270 Schülerinnen und Schüler standen klatschend Spalier. Winfried Schittges, Landtagsabgeordneter und stellvertretender Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland, begrüßte die Staffel und hob die Bedeutung des Tags der Begegnung hervor: „Jeder Tag sollte ein Tag der Begegnung sein." Auch Bürgermeisterin Karin Meincke fand, dass Behinderte und Nichtbehinderte viel voneinander lernen können. „Besonders stolz bin ich, dass eine Krefelder Schule die größte Etappe der IntegraTour läuft", sagte Meincke.

Xanten

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Staffelende als Auftakt zum Tag der Begegnung

Zwei Tage vor dem Tag der Begegnung ist die IntegraTour im Archäologischen Park Xanten eingetroffen. Neben Xantens Bürgermeister Christian Strunk war noch ein besonderer Gast gekommen, um die Staffel zu empfangen: der kleine Maximilian, dessen lachendes Gesicht auf den Plakaten zum Tag der Begegnung und auch auf dem Banner der IntegraTour im ganzen Rheinland zu sehen war. Aufgeregt lief er den Mädchen und Jungen der Rheinischen Schule für Hörgeschädigte Krefeld entgegen, die die letzte Teiletappe der IntegraTour gelaufen sind.

Bürgermeister Strunk hieß die Staffel in Xanten willkommen. Gemeinsam mit Dr. Peter Kienzle vom Archäologischen Park nahm er das Banner der IntegraTour entgegen, das einige hundert Kilometer von LVR-Schule zu LVR-Schule durch das Rheinland gereist ist. "Wir sehen uns beim Tag der Begegnung", sagte Strunk. Am 4. Juni feiert der Landschaftsverband Rheinland zum achten Mal ein Familienfest der besonderen Art. Natürlich ist dann auch Maximilian wieder mit seinen Eltern dabei. "Für Max ist dieses Fest das Schönste, was es gibt", sagt der Vater des sechsjährigen Jungen mit Down-Syndrom. "Er ist schon völlig aus dem Häuschen. Den Tag der Begegnung lassen wir uns auf keinen Fall entgehen, und wir bringen noch viele Freunde und Bekannte mit."

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