Zum Inhalt springen

Auswahl der Sprachversion

Schutzbau archäologische Grabungsstätte

In den Jahren 2006 und 2007 wurden durch die Archäologen des LVR-Amts für Bodendenkmalpflege im Rheinland die Überreste der St. Antony-Hütte aus der Frühzeit der Industrialisierung des Ruhrgebiets freigelegt.

LVR-Industriemuseum

Foto der überdachten Ausgrabungsstätte
Bild Großansicht
Foto der überdachten Ausgrabungsstätte

LVR-Landesmuseum für Industrie- und Sozialgeschichte
Schauplatz Oberhausen

St. Antony-Hütte
Industriearchäologischer Park

Im Jahr 2007 wurde zum 250jährigen Gründungstag der Hütte beschlossen, die archäologische Grabung dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und durch eine Dachkonstruktion weitgehend vor Witterungseinflüssen zu schützen.

Aus dem Architektenwettbewerb Anfang 2008 gingen die AFS Generalplaner GmbH aus Essen (Architektur) mit dem Ingenieurbüro SchülkeWiesmann aus Dortmund (Statik) als Sieger hervor.

Die bauliche Realisierung des Projekts fand von November 2009 bis Oktober 2010 statt.

Die Gesamtkosten betragen ca. 1,3 Millionen Euro.

Die Ausgrabung wird von einem 800 m² großen, selbsttragenden Schalendach aus verzinktem Stahlblech überspannt, das aus 323 Stahlschindeln besteht. Die Stahlschindeln wurden jeweils hälftig auf einer Matrize neben der Ausgrabung zusammengeschraubt und nach Fertigung mittels Autokran auf ihren Standort gehoben.

Anschließend wurden die beiden Dachhälften in der Mitte verbunden und die temporären Hilfskonstruktionen entfernt. Die 73 t schwere Dachkonstruktion ruht auf vier Stahlbetonwiderlagern, die mittels Bohrpfähle bis zu einer Tiefe von ca. 14 m gegründet sind. Durch die selbsttragende Schalenkonstruktion konnte die Blechdicke der Schindeln in der Fläche auf 5 mm minimiert werden.

Der die Ausgrabung in Ost-West-Richtung durchschneidende Elpenbach wurde aus seiner Verrohrung befreit und als offener Trog in die museale Präsentation mit einbezogen.

Über dem Elpenbachtrog befindet sich ein Steg, auf dem die Besucher durch die Ausgrabung geleitet werden und durch eine Multimedia-Animation die Geschichte und die Entwicklung der St. Antony-Hütte nachvollziehen können.

Die Gestaltung des die Ausgrabung umgebenden Geländes wurde als Reminiszenz an die frühere Nutzung flächig mit aus Stahlwerksschlacke hergestelltem Schotter ausgeführt.

Aus konservatorischen Gründen wurde das in der Ausgrabung freigelegte Mauerwerk für die Dauer von zwei Jahren mit einer reversiblen Lehmschicht überzogen.

Diese Maßnahme soll den Gehalt an Feuchte und an Salzen dauerhaft regulieren.

Nach oben

Ansichten der Antony-Hütte