Zum Inhalt springen

Auswahl der Sprachversion

Neubauvorhaben Ottoplatz

Das LVR-Haus in Köln-Deutz vom Ottoplatz aus gesehen. Foto: Elmar Knieps/LVR.

Der LVR plant auf seinem Grundstück am Ottoplatz in Köln-Deutz den Rückbau des heutigen LVR-Hauses und die Errichtung eines neuen Verwaltungsgebäudes für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Der Landschaftsausschuss des LVR hat dazu in seiner Sitzung am 25.09.2015 einen entsprechenden Beschluss gefasst und die Verwaltung mit der Durchführung des weiteren Verfahrens beauftragt.

Die Maßnahme findet großes öffentliches Interesse. Im Laufe des bisherigen Verfahrens sind eine Reihe von Fragen gestellt und geklärt worden. Die wichtigsten Fragen und Antworten werden im Folgenden zusammengefasst dargestellt.

1) Warum will der LVR neu bauen, gibt es keine Alternativen wie z. B. eine Sanierung?

Die Errichtung eines Neubaus ist erforderlich, da der Büroflächenbedarf der LVR-Zentralverwaltung aufgrund von Aufgaben- und entsprechenden Personalzuwächsen stetig gestiegen ist und in den vorhandenen Verwaltungsgebäuden bereits seit Längerem nicht mehr gedeckt werden kann. Schon heute hat der LVR an sieben Standorten zusätzliche Büroflächen in Köln-Deutz angemietet.

Die Anmietungen verursachen durch die rasante Preisentwicklung auf dem Kölner Büroimmobilienmarkt einen hohen, kontinuierlich steigenden Mietaufwand und haben durch die räumlichen Entfernungen zwischen den Dienststellen negativen Einfluss auf die Arbeitsprozesse.

Mit Bezug des geplanten Neubaus stünde dem LVR ausreichend Bürofläche für bis zu 1.200 Mitarbeitende im Eigentum zur Verfügung, was zu deutlichen Einsparungen durch die Beendigung von Mietverhältnissen führen würde. Die Einsparungen würden schon in den ersten Jahren nach Bezug des Neubaus mindestens 1,0 Mio. EUR pro Jahr betragen.

Nach umfangreichen Prüfungen der möglichen Handlungsalternativen zur Sicherstellung des Büroraumangebots für die LVR-Zentralverwaltung auch unter Beteiligung eines externen Wirtschaftsprüfungsunternehmens, hat sich die politisch bereits beschlossene Variante, einen Neubau mit rd. 38.000 qm Bruttogeschossfläche (BGF) unter Einbindung eines Generalunternehmers errichten zu lassen, als die wirtschaftlichste und umlageschonendste Lösung herausgestellt.

Im Zuge der Prüfungen sind auch die erforderliche Generalsanierung des heutigen Gebäudes, die Errichtung eines Erweiterungsneubaus neben der Generalsanierung des Bestandsgebäudes sowie ein Investorenmodell mit Rückanmietung bzw. die Ausweitung von externen Anmietungen detailliert geprüft worden.

Nach oben

2) Wie groß wird das Bürogebäude?

In enger Abstimmung mit der Stadt Köln wurde eine städtebauliche Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die klären sollte, welches Bauvolumen maximal auf dem Grundstück städtebaulich vertretbar ist.

Das mögliche Bauvolumen war für den LVR und seine politische Vertretung maßgebliche Entscheidungsgrundlage im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit der geplanten Eigenrealisierung. Dabei ist der LVR im Interesse seiner ihn finanzierenden Mitgliedskörperschaften gehalten, die maximale Ausnutzung des Grundstücks zu erwirken, um möglichst viele Mitarbeitende im Neubau unterbringen zu können.

Erste interne Planungen gingen von 45.000 qm zu realisierender BGF aus, Ergebnis der Machbarkeitsstudie ist ein mögliches Bauvolumen von nunmehr 38.000 qm BGF. Diese maximale BGF wird seitens des LVR akzeptiert, stellt aber gleichzeitig die Grenze dessen dar, was wirtschaftlich für ihn darstellbar und gegenüber seinen Mitgliedskörperschaften kommunizierbar ist.

Nach oben

3) Für wen baut der LVR das Bürogebäude?

Der LVR baut das Gebäude, wie schon unter Frage 2) Wie groß wird das Bürogebäude? geschildert, ausschließlich für den eigenen Büroflächenbedarf seiner Mitarbeitenden der Zentralverwaltung in Deutz. Eine Fremdvermietung ist insofern nicht vorgesehen – mit einer einzigen Ausnahme:

Die Stadt Köln wünscht vis à vis des Deutzer Bahnhofs im Erdgeschoss des Bürogebäudes und damit als Entrée nach Deutz eine Nutzung, z. B. mit einem kleinen Café oder Ähnlichem, um an dieser Stelle eine von der Stadtplanung angestrebte Urbanität zu erzielen. Auch diesbezüglich wird von den Teilnehmenden des Architekturwettbewerbs ein qualifizierter Vorschlag erwartet, der zu einer Quartiersaufwertung beiträgt.

Nach oben

4) Wurden städtebauliche Überlegungen bei der Planung berücksichtigt?

Die städtebaulichen Aspekte wurden im Rahmen der Machbarkeitsstudie berücksichtigt, mit deren Durchführung der LVR das Kölner Architekturbüro astoc beauftragt hatte und die in enger Abstimmung mit den zuständigen Stellen der Stadt Köln im Vorfeld durchgeführt wurde. Siehe auch Frage 2) Wie groß wird das Bürogebäude?

Nach oben

5) Wird das UNESCO-Weltkulturerbe Kölner Dom durch das Bauvorhaben gefährdet?

Das zu bebauende Grundstück liegt außerhalb der sogenannten Pufferzone, allerdings an deren Rand. Aus diesem Grund wurde schon frühzeitig, im Juli 2015, der Kontakt zu ICOMOS gesucht, dem deutschen Nationalkomitee der UNESCO.

Am 23. November 2015 hat ein Gespräch zwischen den Vertretern von ICOMOS sowie dem Städtebauministerium, der Dombauverwaltung und der Oberen sowie Unteren Denkmalbehörde auf Einladung der Stadt und des LVR stattgefunden, in dem über den aktuellen Planungsstand informiert und insbesondere die Ergebnisse einer Sichtfeldstudie präsentiert wurden.

Negative Auswirkungen des geplanten Hochpunktes von max. 73 m Höhe auf das Erscheinungsbild des Kölner Doms konnten nicht festgestellt werden. ICOMOS hat daraufhin mit Schreiben vom 28. Dezember 2015 bestätigt, dass eine „negative Meldung gegenüber der UNESCO bei dem vorgelegten Stand ausgeschlossen werden kann“.

Nach oben

6) Wie hoch wird das Gebäude zu den Anwohnerstraßen hin werden?

Die endgültigen Abmessungen des möglichen Baukörpers sind abhängig vom Ergebnis des Architekturwettbewerbs, den der LVR im Sommer des Jahres 2016 ausloben wird. In den Auslobungstext wird u. a. aufgenommen, dass die Höhe der bestehenden (Wohn-)Bebauung in der Siegesstraße und Neuhöfferstraße bei dem Wettbewerbsentwurf Berücksichtigung finden muss.

Nach oben

7) Wird der Baukörper näher an die Grundstücksgrenzen zur Sieges- und zur Neuhöfferstraße heranrücken und werden die Straßen dadurch noch enger?

Der zur Verfügung stehende Straßenraum wird durch die geplante Baumaßnahme des LVR gegenüber der heutigen Situation vergrößert.

Durch den Wegfall der heutigen, oberirdischen Tiefgaragendecke könnten nach dem derzeitigen Planungsstand im Bereich der Neuhöfferstraße und der Siegesstraße Flächen von ca. 1,50 bis 2,00 m Tiefe zusätzlich vom Grundstück des LVR zur Erweiterung des öffentlichen Straßenraumes zur Verfügung gestellt werden.

Seine Bereitschaft, diese Flächen der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und damit eine Aufwertung des Straßenraums möglich zu machen, hat der LVR bereits erklärt.

Nach oben

8) Wird die Platane an der Ecke Ottoplatz/Neuhöfferstraße erhalten bleiben?

Der Erhalt der Platane wird im Bebauungsplan festgeschrieben. Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes reicht im vorliegenden Entwurf für diesen Bereich bis zur Straßenmitte und beinhaltet somit auch die im öffentlichen Raum stehende Platane.

Im Rahmen des Architektenwettbewerbs werden Lösungen erwartet, die einen Erhalt dieses Baumes garantieren. Diese Anforderung wird Bestandteil des Auslobungstextes.

Nach oben

9) Welche Überlegungen gibt es hinsichtlich der Ein- und Ausfahrt aus der Tiefgarage und ist mit einer höheren Verkehrsbelastung zu rechnen?

Der LVR steht allen verkehrsplanerischen Lösungen offen gegenüber. Eine Zu-/Ausfahrtlösung über die Opladener Straße wurde im Vorfeld vom Verkehrsplanungsamt der Stadt Köln allerdings aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens als nicht realisierbar eingestuft. Als mögliche Alternative kann sich der LVR eine Zu- und Ausfahrt auf der Neuhöfferstraße vorstellen, um die Verkehrssituation im Bereich der Siegesstraße zu entschärfen.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass sich der zu erwartende, zusätzliche Verkehr durch die geringfügige Erhöhung der Stellplatzzahlen (nach dem derzeitigen Planungsstand von heute 276 auf zukünftig 320) bei der vorliegenden Neubauplanung nur geringfügig auf die gesamte Verkehrssituation in dem Bereich auswirken wird.

Dies wird durch die Ergebnisse des erstellten Verkehrsgutachtens bestätigt. Danach schlägt sich das zusätzliche Verkehrsaufkommen in Spitzenzeiten zum Anfang und Ende des Büroarbeitstages mit lediglich 20 PKW/Stunde mehr nieder.

Nach oben

10) Kommt es zu sonstigen Beeinträchtigungen der Anwohner?

Während der Bauzeit, beginnend mit dem Rückbau der Bestandsgebäude, ist leider mit den üblichen Auswirkungen einer Großbaustelle zu rechnen. Der LVR wird dafür Sorge tragen, eine möglichst immissionsarme Baustelle zu planen und deren Betrieb sicherzustellen. Eine ständige Überwachung und Dokumentation der zulässigen Werte ist dabei selbstverständlich.

Nach oben

11) Werden die Anwohner auch die Möglichkeit haben, in der Tiefgarage zu parken?

Zur Verbesserung der Parkplatzsituation in Deutz hat der LVR gegenüber der Interessensgemeinschaft „Mitgestalten Ottoplatz Süd“ eine Prüfung möglicher Parkraumkonzepte zur zeitweiligen Überlassung von Stellplätzen für die Anwohner in der neuen Tiefgarage außerhalb der Bürozeiten des LVR zugesagt.

Nach oben

12) Wie ist der weitere Ablauf des Bauleitverfahrens geplant?

Die politische Vertretung des LVR hat aufgrund von Gesprächen, die zwischen der Verwaltung des LVR und der Stadt Köln geführt worden sind, entschieden, eine Verfahrensanpassung zur Neubebauung am Ottoplatz in Köln-Deutz vorzunehmen:

Dem weiteren Bebauungsplanverfahren wird nun zunächst der Architekturwettbewerb vorangestellt. Die Entscheidung über einen Siegerentwurf soll bis Ende des ersten Quartals 2017 erfolgen.

Die genaue Gestaltung des neuen Baukörpers wird damit konkreter und auch für die Öffentlichkeit vorstellbarer als das vorliegende Massenmodell. Dem LVR ist es dabei wichtig, die Öffentlichkeit umfassend und transparent in die Planungen zum Neubau am Ottoplatz einzubeziehen.

Nach oben