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LVR-Prädikat Behindertenfreundlicher Arbeitgeber

Vorurteile rund um die Beschäftigung von Frauen und Männern mit Handicap werden am besten widerlegt durch Beispiele von Arbeitgebern, die schwerbehinderte Menschen beschäftigen und damit zeigen, dass Leistungsfähigkeit, wirtschaftlicher Erfolg und eine behindertenfreundliche Personalpolitik gut zusammen passen. Solche Betriebe und Dienststellen auszuzeichnen und deren positives Beispiel öffentlich zu machen und zur Nachahmung weiter zu empfehlen ist das Ziel der Aktion „LVR-Prädikat Behindertenfreundlicher Arbeitgeber".

Seit 1998 wird vom LVR-Integrationsamt das LVR-Prädikat Behindertenfreundlicher Arbeitgeber vergeben. Wir freuen uns, Ihnen aktuell erneut fünf gute Beispiele vorzustellen, die Vorurteile rund um die Beschäftigung von Frauen und Männern mit Handicap widerlegen.

Aus den verschiedenen Branchen und Bereichen werden jedes Jahr bis zu fünf Arbeitgeberinnen oder Arbeitgeber für ihre Verdienste im Bereich der Beschäftigung von Menschen mit einer Schwerbehinderung ausgezeichnet. Entscheidend für die Auswahl, die vom LVR-Sozialausschuss auf Empfehlung der LVR-Kommission LVR-Prädikat Behindertenfreundlicher Arbeitgeber/ LVR-Auszeichnung Arbeit - echt stark! auf der Basis von Vorschlägen der örtlichen Fürsorgestellen, der Integrationsfachdienste, der Handwerkskammern, der Industrie- und Handelskammern, der Arbeitgeberverbände und der Gewerkschaften getroffen wird, ist zum einen eine hohe Beschäftigungsquote. Zum anderen werden die Anzahl der Neueinstellungen von Menschen mit Behinderungen oder Auszubildender, die Schwere der Behinderung und Besonderheiten im Einzelfall berücksichtigt.

Im März 2012 hat der LVR-Sozialausschuss die von der LVR-Kommission getroffene Auswahl von Preisträgern aus allen Vorschlägen des Jahres 2011 bestätigt. Im Folgenden stellen wir die Preisträger vor.

Darüber hinaus finden Sie auf dieser Seite Informationen zu den Preisträgern aus 2010, im Archiv die Preisträger 2002-2009 und die Broschüre „Prädikat behindertenfreundlich" mit Portraits der ausgezeichneten Arbeitgeber der Jahre 1998 bis 2001 als pdf-Dokument zum Herunterladen oder zum Bestellen über den online-Bestellservice.

Aktuelle Preisträger 2011

WBO Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH, Oberhausen

Die WBO Wirtschaftsbetriebe Oberhausen ist ein kommunales Unternehmen der Daseinsvorsorge, hervorgegangen aus der Stadtverwaltung Oberhausen. Zu den Aufgaben des Unternehmens gehören insbesondere das Abwassermanagement, die Straßenunterhaltung, die Abfallbeseitigung, die Straßenreinigung inklusive Winterdienst sowie der Betrieb einer Kraftfahrzeugwerkstatt.
Das Unternehmen beschäftigt knapp 380 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter sind 44 Menschen mit einer anerkannten Schwerbehinderung, davon ist einer ein Auszubildender. Damit erreicht das Unternehmen eine überdurchschnittliche Beschäftigungsquote von mehr als 11 Prozent. Im Rahmen des Betrieblichen Eingliederungsmanagements wird insbesondere bei schwerbehinderten und leistungsgeminderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dafür Sorge getragen, dass ein möglichst dauerhafter Verbleib im Unternehmen ermöglicht werden kann. Jüngstes Beispiel ist eine Umschulung für einen jüngeren schwerbehinderten Kollegen über das Berufsförderungswerk in Kooperation mit der Agentur für Arbeit mit einer Weiterbeschäftigungsgarantie nach erfolgreichem Abschluss.

Karl Diederichs KG (Dirostahl), Remscheid

Die Karl Diederich KG (Stahl-, Walz- und Hammerwerk) ist aus einer vier Jahrhunderten alten Schmiedetradition entstanden und mittlerweile einer der größten und modernst ausgerüsteten privaten Freiformschmieden Europas. Das Unternehmen hat insgesamt rund 480 Beschäftigte, davon 25 schwerbehinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Kerngeschäft ist die Herstellung von Stabstahl und Schmiedestücke für den gesamten Maschinenbau im In- und Ausland, insbesondere für den Getriebe- und Anlagenbau, den Bau schwerer Werkzeug-, Kunststoff-, Textil- und Papiermaschinen, für Kraftwerke und für den Schiffsbau und die Off-Shore-Technik.
Seit Einführung des Betrieblichen Eingliederungsmanagment wurden keine Kündigungen von schwerbehinderten oder gleichgestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausgesprochen. Die vorbildliche Zusammenarbeit des Arbeitgebers mit den betrieblichen Gremien, wie Schwerbehindertenvertretung und Betriebsrat ist besonders zu erwähnen.

Deutsche Telekom AG, Bonn

Unter den Dax 30 Unternehmen nimmt die Deutsche Telekom bei der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen eine führende Rolle ein. In Deutschland sind konzernweit etwa 9200 schwerbehinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, 87 junge Menschen mit Behinderung befinden sich in der Ausbildung. Einzelne Bereiche innerhalb der Telekom AG engagieren sich dabei besonders für schwerbehinderte Menschen. Im Bereich der Bewachungs- und Sicherheitsleistungen (Group Business Security) wurden in den letzten Jahren ganz bewusst Arbeitsplätze durch Re-Insourcing mit Aufgabeninhalten geschaffen, die von Menschen mit Behinderung und älteren Beschäftigten gut leistbar sind. Inzwischen sind bundesweit von insgesamt rund 1100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei der Group Business Security rund 280 Menschen anerkannt schwerbehindert oder gleichgestellt. Im Rheinland beschäftigt die Group Business Security insgesamt 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 43 schwerbehinderte Menschen.

Ralf Schönwälder GmbH, Düsseldorf

Die Firma Ralf Schönwälder GmbH beschäftigt insgesamt 6 Mitarbeiter, darunter sind 2 Menschen mit einer anerkannten Schwerbehinderung, davon ist einer ein Auszubildender. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Erstellung von orthopädischen Schuhzurichtungen und Schuhen.
Der Betrieb von Herrn Schönwälder hat 2010 einem jungen, seelisch behinderten Menschen die Chance gegeben, eine Ausbildung zum Orthopädie-Schuhmacher zu absolvieren. So hat der junge Mann über ein Praktikum den Sprung in den Betrieb geschafft. Zuvor hatte der 20-Jährige Praktika absolviert, die aber nicht in eine Lehre mündeten. Zur Unterstützung erhält das Unternehmen investive Zuschüsse zur Lagereinrichtung, Werkstatteinrichtung und Arbeitsplatzgestaltung aus Mitteln der Ausgleichsabgabe. Aufgrund der positiven Entwicklung plant Herr Schönwälder den jungen Mann nach der Ausbildung zu übernehmen und dann einen weiteren behinderten Jugendlichen auszubilden.

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Preisträger 2010

Studentenwerk Aachen AöR, Aachen
Die Anstalt des öffentlichen Rechts ist ein Dienstleistungsunternehmen für 37.000 Studierende der Hochschulen in Aachen und Jülich. Zu den Aufgaben des Studentenwerkes Aachen gehören der Betrieb von Mensen und Caféterien (inklusive Catering Service), die Vermietungen von insgesamt 20 Wohnanlagen, die Studienfinanzierung mit Hilfe des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG) und eine Kinderbetreuung. Das Studentenwerk Aachen beschäftigt 290 Mitarbeiter, davon 29 schwerbehinderte Menschen, inklusive einem Auszubildenden. Es wird damit eine überdurchschnittlich hohe Beschäftigungsquote von rund 10 Prozent erreicht. Auch nicht schwerbehinderten Mitarbeitern werden im Rahmen von Präventionsmaßnahmen bei Bedarf Hilfsmittel zur Verfügung gestellt. Der Wiedereinstieg nach längerer Krankheit wird durch die Möglichkeit flexibler Arbeitszeiten im Rahmen von Zeitausgleich oder Urlaub erleichternd angeboten. Die vorbildliche Zusammenarbeit zwischen der Schwerbehindertenvertretung und dem Arbeitgeber ist hierbei besonders zu erwähnen.

Erftverband, Bergheim
Das wasserwirtschaftliche Dienstleistungsunternehmen hat insgesamt rd. 500 Beschäftigte, davon 43 schwerbehinderte Mitarbeiter. In den letzten fünf Jahren hat sich die Beschäftigung von schwerbehinderten und ihnen gleichgestellten Mitarbeitern beim Erftverband etwa verdoppelt. Den Arbeitgeber zeichnet ein hohes Engagement im Umgang mit seinen schwerbehinderten Mitarbeitern aus. Seit der Gründung des Verbandes 1959 wurden keine behinderungsbedingten Kündigungen ausgesprochen. Die Schwerbehindertenvertrauensperson ist in hohem Maß eingebunden und tauscht sich regelmäßig mit den Schwerbehindertenvertretungen der Wasserwirtschaftsverbände NRW aus. Die Themen Prävention, Arbeitsschutz und Gesundheitsförderungen sind wichtige Schwerpunkte geworden. Auch das Verwaltungsgebäude wurde für Beschäftigte und Besucher gleichermaßen behinderungsgerecht eingerichtet.

Zoo Duisburg AG, Duisburg
Für den Zoo Duisburg konnten in den vergangenen fünfzehn Jahren einige Förderungen zur Optimierung vorhandener Arbeitsplätze bei hoher betrieblicher Eigenleistung ausgesprochen werden. So wurde z.B. der Arbeitsplatz eines Tierpflegers im Elefantenhaus durch die Anschaffung einer Trage- und Ladehilfe sowie eines speziellen Gerätes zur Zerkleinerung von Futtermohrrüben erhalten - auch zur Freude der Tiere, denen eine mehrjährige Gewöhnungszeit an einen neuen Tierpfleger erspart blieb. Die einzelnen Umgestaltungen der Arbeitsplätze sorgen für wesentliche Entlastungen bei der täglichen Arbeit für die Beschäftigten. Die Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen können somit dauerhaft erhalten bleiben. Lange Erfahrung mit der Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen hat inzwischen zu einer gewissen Selbstverständlichkeit im Umgang mit den Kollegen geführt. Der Betrieb zeichnet sich nicht zuletzt durch die überdurchschnittlich hohe Beschäftigungsquote von 7,5 Prozent aus.

Fleskes Behältermanagement und Verpackungslogistik, Mülheim an der Ruhr
Die Firma Fleskes Behältermanagement und Verpackungslogistik beschäftigt 14 Mitarbeiter, davon 3 schwerbehinderte Menschen, inklusive einem Auszubildenden. Das Unternehmen hat sich spezialisiert auf die Lagerung und Versandabwicklung von Waren und leistet die Konfektionierung und Kommissionierung. Der Betrieb von Herrn Fleskes hat 2009 einem jungen, geistig behinderten Menschen die Chance gegeben, eine Ausbildung zum Fachlageristen zu absolvieren. So hat der junge Mann über ein Praktikum den Sprung aus der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) auf den allgemeinen Arbeitsmarkt geschafft. Zur Unterstützung erhält der Auszubildende aus Mitteln der Ausgleichsabgabe vier Stunden pro Woche Nachhilfe durch einen Studenten. Darüber hinaus erhält der Betrieb eine finanzielle Unterstützung für den Übergang eines Werkstatt-Beschäftigten mit Behinderung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Auch anderen Interessierten aus einer WfbM bietet der Kleinbetrieb regelmäßig die Chance, durch mehrwöchige Praktika ihre Einsatzmöglichkeiten zu erproben.

Gerstenberg Mechanik GmbH, Wuppertal
Die Gerstenberg Mechanik GmbH wurde vor 10 Jahren von dem heutigen Inhaber, Herrn Polat, übernommen. Die Firma beschäftigt seit Oktober 2007 einen jungen schwerbehinderten Mitarbeiter mit einer Lernbehinderung, der bereits seine Ausbildung als Werkzeugmaschinenspanner bei der Gerstenberg Mechanik GmbH absolvieren konnte. Herr Polat engagiert sich sehr für den Mitarbeiter. Der Integrationsfachdienst Wuppertal begleitet die Firma bei diesem Engagement seit Beginn der Beschäftigung. So wurden zum Beispiel immer wiederkehrende Arbeitsabläufe durch ständiges Üben im Betrieb vertieft. Um perspektivisch ein nahezu selbständiges Arbeiten zu ermöglichen, wird im Betrieb derzeit ein neuer Bohr- und Sägeautomat entwickelt, von dem letztlich alle Kollegen profitieren werden. Weitere Projekte mit Jugendlichen sind in Zusammenarbeit mit dem Integrationsfachdienst und dem LVR-Integrationsamt angedacht.

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Informationen zu den Preisträgern 2002 - 2009 finden Sie in unserem Archiv

Prädikat Behindertenfreundlich - Broschüre und Preisträger 1998-2001

Viele gute Beispiele, wie dank der Leistungsfähigkeit der betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und dank des Engagements von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern die berufliche Integration von Menschen mit Behinderungen gelingen kann, sind in dieser 44-seitigen, mit vielen farbigen Fotos ansprechend gestalteten Broschüre zusammengestellt. Portraitiert werden die Preisträger der LVR-Aktion „Prädikat behindertenfreundlich" aus den Jahren 1998 bis 2001.

Die Broschüre können Sie über unser Online-Bestellsystem anfordern oder hier downloaden:

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