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40 Jahre Rheinlandtaler

Rheinlandtaler
Rheinlandtaler

Im Jahr 2016 feiert der Rheinlandtaler sein 40-jähriges Jubiläum. Seit 1976 hat der Landschaftsverband Rheinland mit dieser Auszeichnung über 1.300 Menschen geehrt, die sich um die rheinische Kultur verdient gemacht haben. Die Verleihung ist auch eine Werbung für das Ehrenamt.

Die Förderung und Pflege der rheinischen Kulturlandschaft ist eine der wichtigsten Aufgaben des Landschaftsverbandes Rheinland. In Erfüllung dieses regionalen Kulturauftrages haben die Gremien der Landschaftsversammlung Rheinland, dem Parlament der rheinischen Städte und Kreise, den Rheinlandtaler seinerzeit gestiftet.

Richtlinien

Nach den folgenden Richtlinien werden mit dem Rheinlandtaler Persönlichkeiten ausgezeichnet, die...

  • sich um die Denkmal- und Bodendenkmalpflege, die Archiv-, Mundart-, Museums-, Heimat- und Landespflege, die Landesgeschichte, die Volkskunde, die Sprachgeschichte und auch um die Naturkunde und den Naturschutz durch regionales, ehrenamtliches bedeutsames Engagement besonders verdient gemacht haben,
  • sich in besonderer Weise anregend oder fördernd um die kulturelle Entwicklung und Bedeutung des Rheinlandes verdient gemacht haben,
  • für das multinationale Zusammenleben und das friedliche Miteinander zwischen verschiedenen Völkergruppen auf kulturellem Gebiet im Rheinland in vorbildlicher Weise eingetreten sind,
  • sich als Persönlichkeiten aus dem benachbarten Ausland grenzüberschreitende Verdienste um den gemeinsamen Kulturraum erworben haben.

Der weitgespannte kulturelle Auftrag des Landschaftsverbandes Rheinland ist ohne das ehrenamtliche Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger unseres Rheinlandes nicht zu erfüllen und auf die anregende und fördernde Mitarbeit all derjenigen angewiesen, die das Rheinland seit jeher zu einer der lebendigsten und innovativsten Kulturregionen Europas gemacht haben.

Mit dem Rheinlandtaler möchte der Landschaftsverband Rheinland daher all denjenigen Dank sagen, die ihn in dieser Weise in seinen Bemühungen um die Bewahrung und die Pflege der rheinischen Kulturlandschaft unterstützen.

Kandidatinnen und Kandidaten für die Auszeichnung können benannt werden:

  • von den Mitgliedern und stellvertretenden Mitgliedern des Landschaftsausschusses und des Kulturausschusses der Landschaftsversammlung Rheinland,
  • vom Direktor / von der Direktorin des Landschaftsverbandes Rheinland,
  • von den Mitgliedern der Fachbereichskonferenz des LVR-Dezernates Kultur und Landschaftliche Kulturpflege.

Über die Verleihung des Rheinlandtalers entscheidet der Kulturausschuss mit Stimmenmehrheit nach Vorbereitung durch eine Kommission. In der Regel soll in jeder Mitgliedskörperschaft pro Jahr ein Rheinlandtaler verliehen werden. Ausgeschlossen von der Auszeichnung sind die Vorschlagsberechtigten.

Der Rheinlandtaler wird in der Regel an den Wohnorten der Ausgezeichneten durch die/den Vorsitzende/n der Landschaftsversammlung Rheinland oder ihrem/seinem Vertreter/in überreicht.

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Ursprung des Rheinlandtalers und seine künstlerische Entstehung

Rheinlandtaler
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Die Medusa

Der Rheinlandtaler auf der Schauseite ein von Haarwellen kreisrund umrahmtes Gesicht mit großen Augen und weitgeöffnetem Mund – das Gesicht der Medusa. Diese „Herrscherin“ war in der griechisch-römischen Mythologie eine der drei Gorgonen, die man sich als weibliche Ungeheuer vorstellte, geflügelt, mit Schlangen im Haar und mächtigen Zähnen. Ihr Anblick ließ jedes Lebewesen zu Stein erstarren.

Allerdings war Medusa im Gegensatz zu ihren Schwestern sterblich: der Zeus-Sohn Perseus tötete sie, und im Sterben gebar sie das Flügelross Pegasus und den „Mann mit dem goldenen Schwerte“ aus ihrer Verbindung mit dem Meeresgott Poseidon. Das abgeschlagene Haupt der Medusa schenkte Perseus seiner Schutzgöttin Athena, die es zu ihrem Schildzeichen machte.

Nach antiker Vorstellung wehrte das Gesicht der Medusa jedes Unheil ab. Zum persönlichen Schutz trug man daher häufig Amulette mit ihrem Bildnis.

Vorbild für die Darstellung auf dem Rheinlandtaler war ein Medusenhaupt auf einem Eckbekrönungsstein, der im Jahre 1952 in der Brunnenstube „Grüner Pütz“ bei Nettersheim im Kreis Euskirchen gefunden wurde und heute im LVR-LandesMuseum Bonn aufbewahrt wird. Das in einen Sandsteinblock eingemeißelte Rundbild datiert vom Beginn des 3. Jahrh. n. Chr.; damals wurden neue Quellen für die römische Eifelwasserleitung nach Köln erschlossen. Die Medusa sollte alle Gefahren von der Quellfassung und damit von der Kölner Wasserversorgung abhalten. Sein Zauber war nach antiker Vorstellung allerdings gebrochen, als man das Gesicht der Medusa vermutlich mit Absicht beschädigt hatte.

Der Künstler

Der Rheinlandtaler wurde geschaffen von Wolfgang Reuter. Der 1934 in Köln geborene Meisterschüler von Ludwig Gies lebt als freischaffender Künstler in Köln-Rodenkirchen. Seit 1958 beteiligte er sich an zahlreichen Ausstellungen in Köln, Neuss, Gent, Brügge und Helsinki. Er schuf Portraits in Marmor und Bronze, Bronzestandbilder, Kreuzwegstationen aus Kalkstein, Sakramentshäuser und Figurengruppen. Unter anderem stammen von ihm die lebensgroßen Bronzestandbilder der Kölner Originale „Tünnes und Schäl“, die der Kölner „Grielächer“ Jupp Engels im Schatten der Kölner Kirche Groß St. Martin in der Altstadt aufstellen ließ.

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