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Lenkungsgruppe Gender Mainstreaming

Wissen Sie, was Gender Mainstreaming bedeutet?
Gender kommt aus dem Englischen und bezeichnet die gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägten Geschlechtsrollen von Frauen und Männern. Diese sind - anders als das biologische Geschlecht - erlernt und damit auch veränderbar.
Mainstreaming (englisch für "Hauptstrom") bedeutet, dass eine bestimmte inhaltliche Vorgabe, die bisher nicht das Handeln bestimmt hat, nun zum zentralen Bestandteil bei allen Entscheidungen und Prozessen gemacht wird.
Gender Mainstreaming heißt also, bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen, da es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt.
Auf EU-Ebene wurde die Umsetzung dieser Vorgaben bereits 1999 verbindlich festgelegt. Im LVR-Dezernat Kultur und Umwelt bildete sich unter Beteiligung der LVR-Stabsstelle Gleichstellung und Gender Mainstreaming in der Folge eine Lenkungsgruppe, die sich als Netzwerk von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachbereiche versteht. Zu den Aufgaben der Gruppe gehört es, Kolleginnen und Kollegen über das Konzept zu informieren, ihnen bei der Umsetzung zu helfen und ausgewählte Projekte der Kulturdienststellen beratend zu begleiten.

Projekte

Die Lenkungsgruppe Gender Mainstreaming begleitet und berät nicht durch die Arbeit der LVR-Kulturdienststellen, sie initiiert auch eigene Projekte.

Tagung "Geschlecht. Psychiatrie. Gesellschaft"

Am 21.06.2012 fand im Max Ernst Museum Brühl des LVR die von der Lenkungsgruppe Gender Mainstreaming organisierte Fachtagung "Geschlecht. Psychiatrie. Gesellschaft" statt. Ende Mai 2014 ist nun der Tagungsband zur Tagung erschienen.

Ziel und Idee der Tagung war es, im Bereich der Psychiatrie und der psychischen Erkrankungen einen differenzierten Blick auf die Geschlechter zu werfen. Drei Schwerpunkte standen im Zentrum des Interesses: die Rolle von Männern und Frauen in Gesundheitsberufen, geschlechterspezifische Diagnostik und Versorgung sowie Gesundheit und Krankheit als soziales Konstrukt.

Die Beiträge

Sylvelyn Hähner-Rombach untersucht in ihrem Beitrag „Arm, weiblich, wahnsinnig. Ursachen geistiger Erkrankung von Frauen im 19. Jahrhundert“ die Auswirkungen der „medizinischen Deutungsmacht“ (Labisch/Spree) am Beispiel der Psychiatrie im 19. Jahrhundert. Dorothe Falkenstein analysiert die Entwicklung der Irrenpflege vom Durchgangs- zum Ausbildungsberuf. Frauenarbeit in der Krankenpflege von den Anfängen bis 1945 beschreibt Linda Orth in „… hütet Euch vor studierten Mädchen, die vor einem Schmorbraten mit einem völligen Geistesbankrott dastehen.“ Achim Sommer und Jürgen Pech weisen mit „Kunst und Wahn – Streiflichter auf Max Ernst“ auf auf frühe Einflüsse hin, die Max Ernst während seiner Studienzeit in der Bonner Heil- und Pflegeanstalt für Nervenkranke gesehen hatte. Nadine Teuber fragt „Sind Frauen das depressive Geschlecht?“ und widmet sich aus interdisziplinärer Perspektive der Bedeutung von Geschlecht in der Depression. Anna Urbach untersucht „Epilepsie und bürgerliche Rollenerwartungen im Deutschen Kaiserreich am Beispiel der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Uchtspringe“, Alexander Bastian in „Körperpolitik, Bio-Macht und der Wert menschlichen Lebens“ die nationalsozialistische Zwangssterilisation aus Gender Perspektive. Mit „Hauptursache ist die Lektüre eines Schundromanes“ schließlich stellt Karen Nolte dar, in welcher Weise Hysterie in einer psychiatrischen Anstalt um 1900 in Erscheinung trat und wie dieses Krankheitsbild zwischen „Irrenärzten“ und Patientinnen verhandelt wurde.

Die Tagungsdokumentation wird ergänzt durch ein umfängliches Literaturverzeichnis zum Thema und ist kostenlos im LVR-Dezernat Kultur und Umwelt bei christine.ferreau@lvr.de erhältlich.

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Tagung "Männersachen - Frauensachen. Sammeln und Geschlecht"

2006 organisierte die Lenkungsgruppe die Tagung "Männersachen - Frauensachen. Sammeln und Geschlecht". Die Tagung ging am 16.11.2006 im LVR-Industriemuseum Oberhausen der spannenden Frage nach, was genau Männer und Frauen sammeln und ob es dabei Unterschiede gibt. Suchen auch Museen gezielt nach weiblichen und männlichen Hinterlassenschaften? Zahlreiche Referentinnen und Referenten aus der Bundesrepublik und dem deutschprachigen Ausland gaben Beispiele für die verschiedenen Sammlungsstrategien von Männern und Frauen. Der Vormittag der Tagung galt möglichen Unterschieden und Ursachen von männlichen und weiblichen Sammlungen, am Nachmittag beleuchteten die Beiträge den geschlechtsspezifischen Umgang der Archive und Museen mit ihren jeweiligen Sammlungen.

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Ausstellung „Gender-Aspekte im LVR-Dezernat Kultur und Umwelt"

2005 entstand die virtuelle Fotoausstellung „Gender-Aspekte im LVR-Dezernat Kultur und Umwelt". Die Ausstellung vermittelte das Thema Gender Mainstreaming über das Medium Fotografie und bot so Einblicke in ein facettenreiches und kreativ zu verwendendes Konzept. Die Beiträge aus den einzelnen LVR-Kulturdienststellen zeigten, in welchen Zusammenhängen ganz unterschiedliche Fachbereiche Gender Mainstreaming aufgreifen und in ihre tägliche Arbeit einfließen lassen.

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Die Lenkungsgruppe Gender Mainstreaming

Das Foto zeigt neun Frauen und einen Mann
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Die Lenkungsgruppe Gender Mainstreaming im Sommer 2009

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