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Inlandsadoptionen

Wie verläuft eine Inlandsadoption? Hier erhalten Sie einen ersten Überblick über den Verlauf des Adoptionsverfahrens von der Kontaktanbahnung, über die Dauer der Adoptionspflegezeit bis zum Adoptionsbeschluss.

Die zentrale Adoptionsstelle vermittelt keine Adoptionen von Kindern im Inland. Wenn Sie den Wunsch haben, ein solches Kind zu adoptieren, sollten Sie sich an das örtliche Jugendamt oder eine Adoptionsvermittlungsstelle in freier Trägerschaft wenden.

Wie verläuft eine Inlandsadoption?

Nachdem Sie die Informationsveranstaltungen besucht haben und die Fachkraft in den Beratungsgsprächen zu dem Ergebnis gekommen ist, dass Sie für die Aufnahme eines Kindes geeignet sind, geht es - nach einer unbestimmten Wartezeit - so weiter:

Kontaktanbahnung

Kennt die Fachkraft ein Kind, für das Sie nach ihrer Einschätzung Eltern werden können, kann mit der Kontaktanbahnung begonnen werden. Zuvor wird Ihnen die Fachkraft in der Adoptionsvermittlungsstelle umfassende Informationen über das Kind und seine Familie geben. Sie können dann selbst überlegen, ob Sie für dieses Kind Elternverantwortung übernehmen möchten. Bei der Aufnahme eines Neugeborenen, die allerdings immer seltener wird, können die Gespräche bereits vor der Geburt oder aber kurz danach stattfinden; das Kind wird in der Regel aus dem Krankenhaus heraus vermittelt. Die Einwilligung der leiblichen Eltern in die Adoption ist aber frühestens acht Wochen nach der Geburt des Kindes möglich. Ältere Kinder leben meist schon längere Zeit im Kinderheim, wo auch die ersten Kontakte erfolgen. Später finden Besuche und auch Übernachtungen des Kindes bei den zukünftigen Adoptiveltern statt. Die Zeit des gegenseitigen Kennenlernens kann bis zu sechs Monaten dauern, erst dann zieht das Kind endgültig um. Der gesamte Prozess wird von der Adoptionsfachkraft begleitet, die auch in der Folgezeit bis zum Abschluss der Adoption und berät - wenn gewünscht - die Familie auch darüber hinaus.

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Adoptionspflegezeit

Wird das Kind mit dem Ziel der Adoption zu Ihnen vermittelt, beginnt mit der Aufnahme des Kindes die Adoptionspflegezeit. Mit Eingang der notariell beurkundeten Einwilligungserklärungen der leiblichen Eltern bei Gericht trifft Sie eine erste rechtliche Pflicht: Sie tragen jetzt die vorrangige Unterhaltspflicht für das Kind.

Ist die Integration des Kindes in die neue Familie gelungen und liegt die Einwilligungserklärung der leiblichen Eltern vor, wird beim Notar Ihr Adoptionsantrag beurkundet.

Sind leibliche Eltern nicht bereit, ihre Einwilligung zur Adoption des Kindes zu erteilen, so sieht das Gesetz in Ausnahmefällen die Möglichkeit vor, die verweigerte elterliche Einwilligung auf Antrag des gesetzlichen Vertreters des Kindes gerichtlich zu ersetzen.

Die Adoptionsvermittlungsstelle erstellt nach Ablauf der Adoptionspflegezeit eine gutachtliche Äußerung zu der Frage, ob die beantragte Adoption dem Wohl des Kindes dient und ein Eltern-Kind-Verhältnis entstanden ist. Wie lange die gesetzlich vorgeschriebene Zeit der Adoptionspflege andauern sollte, ist nicht festgelegt. In der Regel richtet sie sich vor allem nach dem Alter des Kindes bei der Aufnahme des Kindes in die Adoptivfamilie. Bei kleineren Kindern ist sie gewöhnlich etwa ein Jahr, bei älteren Kindern muss häufig der Integration des Kindes und der Entwicklung der Beziehungen mehr Zeit gegeben werden.

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Adoptionsbeschluss

Erst auf Grund der Stellungnahme des Jugendamtes entscheidet das Gericht. Der Adoptionsbeschluss wird mit der Zustellung an die Adoptiveltern wirksam. Er kann dann auch durch das Gericht nicht mehr aufgehoben werden.

Mit der Adoption erlischt die Verwandtschaft des Kindes zu seiner Herkunftsfamilie. Es entsteht ein neues Verwandtschaftsverhältnis zwischen dem Kind, den Adoptiveltern und deren Familien - mit allen rechtlichen Folgen.

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