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Der LVR in Europa

Projekte, Kooperationen und Netzwerke des LVR in Kultur und Umwelt

Die Region Rheinland steht für einen einzigartigen, traditionsreichen und vitalen Kulturraum im Herzen Europas. Selbstverständlich ist es daher für die LVR-Kultureinrichtungen, Kontakte zu europäischen Partnern aufzubauen, zu pflegen und zu gestalten. Zahlreiche Projekte und Kooperationen sowie eine konsequent betriebene kulturelle Netzwerkbildung befördern den Austausch und das Miteinander in Europa. Die Spannbreite reicht dabei von Archäologie über Industriegeschichte bis zur Kulturlandschaftspflege, um Beispiele zu nennen.

Einige dieser Projekte werden von der Europäischen Union finanziell unterstützt, da sie zu den Zielen europäischer Kulturpolitik beitragen. Zu diesen Zielen gehört es, kulturelles Erbe von europäischer Bedeutung zu bewahren und den Kulturaustausch in Europa zu ermöglichen.

Beispielhafte und aktuelle EU-Projekte im LVR-Dezernat Kultur und Umwelt:

Europäisches Gartennetzwerk EGHN

Das Europäisches Gartennetzwerk (European Garden Heritage Network – EGHN) bringt Gartenfachleute, Behörden, Stiftungen und Tourismusagenturen zusammen, um durch die Vernetzung von Parks und Gärten deren Attraktivität zu steigern. Ziel des Netzwerkes ist es zu zeigen, welche Bedeutung Parks und Gärten für ihre Region besitzen und welche Chancen für die regionale Identität innerhalb Europas in der Gartenkunst ruhen.
Partner aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Großbritannien und Frankreich entwickeln seit 2003 Maßnahmen und Strategien, um die Rahmenbedingungen für den Erhalt und Ausbau von Parks und Gärten verbessern und immer mehr Menschen für die Gartenkunst zu begeistern.
EGHN wird durch das europäische Programm INTERREG IIIB NWE und viele weitere Förderer unterstützt.

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Route der europäischen Industriekultur ERIH

Die Route der europäischen Industriekultur (European Route of Industrial Heritage - ERIH) ist das Netzwerk der wichtigsten Standorte des industriellen Erbes in Europa. Herausragende Industriedenkmäler im einstigen Herzen der industriellen Revolution in Großbritannien, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg und Deutschland veranschaulichen die gesamte Bandbreite der europäischen Industriegeschichte. An diesen so genannten Ankerpunkten erleben Besucherinnen und Besucher das attraktive touristische Angebot vor Ort, interessante Führungen, Multimedia-Präsentationen und herausragende Events. Zahlreiche Themen- und regionale Routen erschließen europäische Industriegeschichte und zeichnen mögliche Verbindungslinien. Prominente Ankerpunkte der europäischen Industriekultur sind die Schauplätze Solingen und Euskirchen des LVR-Industriemuseums, auch die anderen vier Schauplätze sind Teil des Netzwerkes.

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Wege der Jakobspilger

Als Jakobswege wird das Netz der Wege bezeichnet, die aus ganz Europa zum Grab des Heiligen Jakobus in Santiago de Compostela in Nordspanien führen. Jakobus der Ältere war einer der Lieblingsjünger Jesu und sein Grab gehört seit Ende des 10. Jahrhunderts zu den bedeutendsten Pilgerzielen der christlichen Welt.
Seit 1999 macht der Landschaftsverband Rheinland die historischen Pilgerwege nach Santiago zusammen mit der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft in seiner Region wieder erlebbar. In Zusammenarbeit mit den benachbarten Bundesländern sowie Belgien und den Niederlanden wurden bisher 700 Kilometer dieses europäischen Wegenetzes recherchiert, gekennzeichnet und in einer Buchreihe sowie auf einer DVD publiziert.
Mit diesem Projekt folgt der LVR dem Aufruf des Europarates, die alten Pilgerwege, die neben dem religiösen Erleben auch dem kulturellen Austausch zwischen Regionen und Nationen dienten und dienen, wieder nutzbar zu machen.

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Riss durchs Leben: Erinnerungen ukrainischer Zwangsarbeiterinnen im Rheinland

"Riss durchs Leben" führt durch das Leben von zehn Frauen aus der Ukraine, deren Leben nachhaltig durch die Jahre der Zwangsarbeit beeinflusst wurde. Alle sprachen erstmalig vor „Fremden“, dazu noch Deutschen, über ihr Schicksal. Manche brachen überhaupt zum ersten Mal nach mehr als 60 Jahren ihr Schweigen.
Das Projekt dokumentiert das Schicksal von zehn Ukrainerinnen, die als „Ostarbeiterinnen“ Patientinnen in der damaligen Landesfrauenklinik und Hebammenlehranstalt Wuppertal Elberfeld gewesen waren. Die Klinik befand sich damals in Trägerschaft des Provinzialverbandes der Rheinprovinz, dem Rechtsvorgänger des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR). Heute gehört sie zu den St. Antonius-Kliniken in Wuppertal.
2006 kamen einige der ehemaligen Zwangsarbeiterinnen auf Einladung des LVR nach Deutschland. Bei dem Besuch entstand die Idee, das Schicksal der Frauen in einer Ausstellung, einem Katalog und einer CD-ROM zu dokumentieren. Mitarbeiterinnen des LVR besuchten die ehemaligen Zwangsarbeiterinnen ein Jahr später in der Ukraine: Dank der Unterstützung der Europäischen Union und mit Hilfe der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft, Berlin und der Ukrainischen Nationalen Stiftung für Versöhnung, Kiew, wurde es möglich, alle interessierten Frauen aufzusuchen, Interviews mit ihnen aufzuzeichnen und die Ausstellung plus Begleitbuch zu realisieren.
Die Wanderausstellung wurde bereits in zahlreichen deutschen wie ukrainischen Städten gezeigt.

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