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Herausforderndes Verhalten

Fachtagung "Gemeinsam Lernen in Vielfalt – Herausforderndes Verhalten"

Ein trotziges Mädchen und ein wütender Junge mit Schulkreide gemalt
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"Problemkinder im Klassenzimmer" - welche Strategien gibt es?

Kinder und Jugendliche, die besondere Verhaltensweisen an den Tag legen und oft als „Problemkinder“ im Klassenzimmer gelten, bedürfen besonderer Hilfe – im Unterricht, in den Therapie- und Pflegeeinheiten sowie in der Betreuung und Förderung am Nachmittag. Der LVR-Fachbereich Schulen lud zu einer Fachtagung am 21. November 2016 ein:

In Vorträgen und Workshops hatten Lehr-, Therapie- und Pflegefachkräfte die Möglichkeit, sich den Themen "Mangelnde Empathiefähigkeit", "Fremd- und Eigenaggressionen", "Konzentrationsprobleme" und "Strategien zum Umgang mit herausforderndem Verhalten" zu nähern, mit ausgewählten Experten Praxiserfahrungen auszutauschen und Lösungsansätze zu entwickeln.

Workshop 1: Mangelnde Empathiefähigkeit

Eher selten wird als Ursache für herausforderndes Verhalten mangelnde Empathiefähigkeit benannt. Im Workshop wird anhand von Beispielen aus dem Autismus-Spektrum ein kurzer praktisch-theoretischer Input gegeben, anschließend können Experimente zur Empathiefähigkeit durchgeführt werden. Hilfen bei Problemen mit der Empathiefähigkeit werden vorgestellt bzw. gemeinsam entwickelt.

Referent: Harald Matoni, Leiter der Autismus-Therapie-Ambulanz Niederrhein

Workshop 2: Planvoll handeln – Strategien zum Umgang mit Herausforderndem Verhalten

Das Unterrichten von Schülerinnen und Schülern mit herausforderndem Verhalten ist einer der großen Stolpersteine des schulischen Alltages. Wichtig für eine erfolgreiche Beschulung ist es, eine gemeinsame Sprache und Interventionsmethodik im Kollegium zu etablieren. In dem Workshop werden nach einem kurzen Theorieblock unterschiedliche typadäquate Interventionstechniken vorgestellt, Fallbeispiele besprochen und ein kurzer Ausblick auf eine Methode gegeben, die eine gemeinsame Interventionskultur im Kollegium grundlegen kann.

Referent: Johannes Krakau, Schulleiter der Heinrich-Böll-Schule (ES)

Workshop 3: Fremd- und Eigenaggressionen

Es sind die verletzten Jungen, die selber Verletzungen – Instabilität – keine sichere Bindung erlebt haben, die uns immer wieder herausfordern. Auf ihrer sehr „merkwürdigen“ Suche nach Halt und Sicherheit verletzen sich diese Jungen selber und auch ihr Umfeld. Anders formuliert: Wie kann das System OGS genug Sicherheit und Schutz bieten, um dieser sehr verschleierten Bedürftigkeit gerecht zu werden? Trauma-Pädagogik in der OGS geht das überhaupt?

Referent: Dirk Achterwinter, Systemischer Supervisor DGSV

Workshop 4: Konzentrationsprobleme mit dem Schwerpunkt: Schüler mit einer Autismus-Spektrum-Störung

Konzentrationsprobleme treten in der Regel dann auf, wenn die Aufmerksamkeit herabgesetzt ist. In Form von praktischen Übungen sollen mögliche Ursachen erlebbar gemacht werden, welche zu gerade dieser Aufmerksamkeitsreduzierung führen. Daraus werden Strategien abgeleitet, wie Schüler/innen mit einer Autismus-Spektrum-Störung Fähigkeiten zur Aufmerksamkeitssteigerung erlangen können. Gerade die Schwierigkeiten, welche Menschen mit ASS im Bereich der ‚Zentralen Kohärenz‘ – also zu entscheiden zwischen: Was ist wichtig und was ist unwichtig? – aufweisen, sowie die reduzierte oder fehlende intrinsische Motivation führen in der Folge zu Konzentrationsproblemen. Weiterhin werden Ideen zur Schaffung einer aufmerksamkeitsfördernden Lernatmosphäre im Klassenzimmer vorgestellt und aus der Gruppe zusammengetragen.

Referentin: Regina Naschwitz-Moritz, AutismusTherapieZentrum Köln

Workshop 5: Intervention bei geistiger Behinderung

Je weniger Kinder über die Fähigkeit der Selbstreflexion verfügen, desto anspruchsvoller werden Diagnostik und Möglichkeiten der Prävention/Intervention. In diesem Workshop werden mögliche Ansätze kurz vorgestellt und abgewogen. Ein reger Austausch der Teilnehmer soll die alltäglichen Herausforderungen veranschaulichen, die Bedeutung von Teamarbeit hervorheben und Perspektiven entwickeln, damit man diese Arbeit auch dauerhaft ausüben will und kann.

Referent: Sven Ricken, Schulleiter "LVR-Christoph-Schlingensief-Schule", Oberhausen (KME)