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Praxisbeispiele

Beispiele aus der Praxis - wie arbeitet man in Integrationsunternehmen?

Ein "best practice"-Beispiel: Arbeitsplatz Hotel

Im Hotel bezieht Frau Westphal die Betten
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Berufliche Integration im Integrationsprojekt
Beschäftigte mit und ohne Behinderung arbeiten gemeinsam in einem als Integrationsprojekt geführten Hotel. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren vorher teilweise lange arbeitslos - sie nutzten ihre Chance und meisterten die Herausforderung erfolgreich. Der Gast merkt gar nicht, dass es sich um ein "etwas anderes Hotel" handelt.

Zum Beispiel: Andrea Westphal, Zimmerfrau im Room-Service beim Hotel Begardenhof
„Zimmer mit Wohlfühlgarantie" verspricht das Hotel Begardenhof im Kölner Stadtteil Rodenkirchen, und Andrea Westphal sorgt dafür, dass dieser Anspruch eingehalten wird. Andrea Wetsphal ist hörgeschädigt und hat eine Sprachbehinderung. Sie arbeitet zusammen mit einer Kollegin im „Housekeeping": Sie bezieht die Betten und schüttelt sie aus, füllt die Mini-Bar auf und vergisst auch nicht das süße Betthupferl auf dem Kopfkissen.

Kundenzufriedenheit ist entscheidend
Seit der Eröffnung des Hotels im Februar 2005 arbeitet Andrea Westphal hier und sie ist froh über die Chance. Vorher war sie mehrere Jahre arbeitslos – mit einem Grad der Behinderung von 100 galt sie als schwer vermittelbar. Im Hotel Begardenhof kann sie zeigen, was sie kann. Genauso wie ihre derzeit acht Kolleginnen und Kollegen mit Behinderung sowie die zehn Beschäftigten ohne Behinderung. Fast alle der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Handicap leiden unter psychischen Problemen, viele waren vorher arbeitslos, oft jahrelang. Das „Integrations-Hotel" Begardenhof - ein Projekt der Alexianer-Brüdergemeinschaft - bietet den schwerbehinderten Beschäftigten eine Chance, wieder Fuß zu fassen im Job. Einen besonderen Schutz genießen sie hier aber nicht, wie Hotelleiter Marc Roelofs betont: „Wir sind ein ganz normales Hotel, das seine Kunden zufrieden stellen will. Und in einem Hotel gibt es auch immer mal Stress. Das gehört dazu, und das wissen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter."
Und sie meistern es. Zum Beispiel in Messe-Wochen, wenn alle 36 Zimmer ausgebucht sind. Dann gibt es für Andrea Westphal viel zu tun. Aber bisher hat sie es noch immer geschafft, erzählt sie stolz.

Förderung durch das LVR-Integrationsamt
Als Integrationsunternehmen mit einem Anteil von fast 50 Prozent schwerbehinderten Beschäftigten erhält das Hotel Begardenhof auch finanzielle Unterstützung vom LVR-Integrationsamt. Als Ausgleich für besonderen Aufwand und die Beeinträchtigungen der Beschäftigten zahlt das Integrationsamt aus Mitteln der Ausgleichsabgabe regelmäßige Zuschüsse zu den Lohnkosten. Außerdem beteiligte es sich mit Zuschüssen und Darlehen an den Investitionskosten für Bau- und Einrichtung.