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Mehr Freiheit, mehr Flexibilität

„Ich genieße es, selbst zu entscheiden“, sagt Elke Bückers, die seit 2006 mit Hilfe eines Persönlichen Budgets vom LVR ihre Unterstützung selbst organisiert.

Elke Bückers lächelt in die Kamera.
Elke Bückers arbeitet in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung und nutzt für Fach- und Assistenzleistungen das Persönliche Budget vom LVR.

Die 45-Jährige ist durch eine Spastik körperlich eingeschränkt und benötigt überwiegend Assistenzleistungen für ihre Freizeit und Mobilität. Die Assistenzkräfte sucht sie selbst aus, stellt sie ein und plant den Arbeitseinsatz. Elke Bückers stellt klar: „Die Chefin bin ich.“

Elke Bückers sitzt im Rollstuhl. Ihre Tetraspastik hat eine unkontrollierte Muskelspannung in den Beinen und eine Störung des Gleichgewichts zur Folge. Auch ihre Feinmotorik und ihre Sehkraft sind beeinträchtigt. Zum Ausgleich ihrer Behinderungen hat sie einen Anspruch auf Unterstützung: Sie benötigt wenig Fachleistungsstunden, aber verstärkt Assistenzleistungen. Viele Jahre haben das ihre Eltern übernommen, in deren Haus in Gangelt sie eine Einliegerwohnung hat. 2006 beantragte ihre Mutter im Rahmen einer Erprobung das Persönliche Budget – als eine der ersten in Nordrhein-Westfalen.

Elke Bückers lächelt in die Kamera.
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Elke Bückers beschäftigt insgesamt sechs Assistentinnen auf Minijob-Basis. Jede kommt etwa 20 Stunden im Monat.

Heute beschäftigt die Tochter insgesamt sechs Assistentinnen auf Minijob-Basis. Jede kommt etwa 20 Stunden im Monat. Elke Bückers führt ein Stundenheft und überprüft einmal im Monat, gemeinsam mit ihrer Mutter, ob die Arbeitsstunden geleistet wurden. Die finanzielle Abwicklung läuft über Dauerauftrag. Manche Assistentinnen übernehmen nur hauswirtschaftliche Aufgaben, andere begleiten sie allgemein im Alltag und bei Aktivitäten. Ganz bewusst beschäftigt Elke Bückers nur Frauen. Einige sind Nachbarn und mit ihr aufgewachsen. Andere hat sie per Zeitungsanzeige gesucht und gefunden. Wichtig ist ihr, dass die persönliche Chemie stimmt, und dass die Assistentin sie akzeptiert, als Person und als Arbeitgeberin: „Wenn die Leute zu meiner Mutter gehen, um die Arbeitszeiten abzusprechen, dann flipp ich aus!“

Durch die Assistenz ist immer jemand da, der die Hilfe gibt, die sie braucht. Auch, um im ländlichen Kreis Heinsberg mobil zu bleiben. Darin sieht Elke Bückers den großen Vorteil des Persönlichen Budgets: „Ich muss weniger im Voraus planen und bin flexibler. Das gibt mir mehr Freiheit.“

Unter der Woche arbeitet sie in in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung der Lebenshilfe Heinsberg. Dort wird sie auch manchmal nach ihren Erfahrungen mit dem Persönlichen Budget gefragt. Ihre Antwort: „Ich kann das nur empfehlen.“

Am Wochenende ist sie viel unterwegs. Sie liebt das Schwimmen, geht gerne ins Kino oder trifft sich mit Freundinnen, zum Backen oder zum Spieleabend. Gerne plant sie auch ihren Urlaub – ohne Eltern, aber mit Assistenz.

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