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Leistungen der Heil- und Krankenbehandlung

Leistungen der Heil- und Krankenbehandlung

Leistungen für Beschädigte und Angehörige

Auf dieser Seite informieren wir Sie über Heil- und Krankenbehandlungen im Rahmen des Bundesversorgungsgesetzes. Diese Leistungen werden als Sachleistung erbracht. Das heißt: Für Empfängerinnen und Empfänger von Leistungen der Heil- oder Krankenbehandlung sind die medizinischen Versorgungsleistungen in der Regel kostenfrei. Auch Zuzahlungen, Eigenbeteiligungen oder Praxisgebühren dürfen nicht erhoben werden.

Die Heilbehandlung umfasst Leistungen für die anerkannten Schädigungsfolgen der betroffenen Person sowie bei Schwerbeschädigten auch Behandlungen für schädigungsunabhängige Gesundheitsstörungen.

Die Leistungen der Krankenbehandlung können schwerbeschädigten Personen für ihre (Ehe-)Partner und Kinder erhalten, unter bestimmten Voraussetzungen auch weitere Angehörige, sowie Witwen, Waisen und versorgungsberechtigte Eltern. Auch unentgeltlich arbeitende Pflegekräfte für Empfänger/innen von Pflegezulagen können diese Leistungen erhalten.

Wer einen Anspruch auf Heil- oder Krankenbehandlung hat und nicht krankenversichert ist, wird durch den LVR-Fachbereich Soziale Entschädigung zur Pflegeversicherung gemeldet.

Eine spezielle Leistung des Sozialen Entschädigungsrechtes ist die Badekur, eine befristete, stationäre Behandlung in einer Kureinrichtung. Sie kann beschädigten Personen zuerkannt werden sowie unter bestimmten Voraussetzungen auch ihren Pflegepersonen, den Witwen und hinterbliebenen Lebenspartnern von Beschädigten.

Heilbehandlung

Kriegsopfer oder andere geschädigte Menschen haben Anspruch auf eine Heilbehandlung ihrer anerkannten Schädigungsfolgen. Wer einen Grad der Schädigung (GdS) von 50 oder mehr hat, kann darüber hinaus auch unter bestimmten Voraussetzungen Leistungen erhalten für Gesundheitsstörungen, die nicht als Schädigungsfolgen anerkannt sind. Dieser umfassende Anspruch auf Heilbehandlung gilt jedoch nicht, wenn die schwerbeschädigte Person entsprechende Ansprüche gegenüber anderen Trägern hat, wie zum Beispiel der gesetzlichen Krankenkasse. Einschränkungen gelten auch, wenn bestimmte Einkommensgrenzen überschritten werden.

Konkret besteht Anspruch auf folgende Leistungen:

  • ambulante ärztliche und zahnärztliche Behandlung
  • Versorgung mit Arznei- und Verbandmitteln
  • Versorgung mit Heilmitteln einschließlich Krankengymnastik, Bewegungstherapie, Sprachtherapie und Beschäftigungstherapie sowie mit Brillengläsern und Kontaktlinsen
  • Versorgung mit Zahnersatz
  • Behandlung in einem Krankenhaus (Krankenhausbehandlung)
  • Behandlung in einer Rehabilitationseinrichtung
  • häusliche Krankenpflege
  • Versorgung mit Hilfsmitteln,
  • Belastungserprobung und Arbeitstherapie
  • nichtärztliche sozialpädiatrische Leistungen
  • Psychotherapie als ärztliche und psychotherapeutische Behandlung und Soziotherapie
  • Außerdem können bewilligt werden:
  • Badekuren
  • Sport- und Übungsgruppen
  • Haushaltshilfe
  • Leistungen zur Förderung der Gesundheit sowie zur Verhütung und Früherkennung von Krankheiten
  • Leistungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft
  • ergänzende Leistungen zur Rehabilitation.

Beschädigte können zudem so genannte „ergänzende Leistungen" zur Versorgung mit Hilfsmitteln erhalten, zum Beispiel Zuschüsse zu Motorfahrzeugen.

Wer schädigungsbedingt arbeitsunfähig ist, kann außerdem Versorgungskrankengeld erhalten. Dabei werden auch die Sozialver-
sicherungs-, Krankenversicherungs- und Pflegeversicherungsbeiträge übernommen.

Krankenbehandlung

Die Krankenbehandlung entspricht im wesentlichen den Leistungen der Heilbehandlung: also die ambulante und stationäre Behandlung, die zahnärztliche Behandlung, Arznei- und Heilmittel, Brillen, Zahnersatz etc. Zudem umfasst die Krankenbehandlung Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und zur Gesundheitsvorsorge. In einzelnen Punkten weichen die Regelungen voneinander ab. So gibt es für den Zahnersatz im Rahmen der Krankenbehandlung beispielsweise nur einen Zuschuss von 80 Prozent.
Analog zur Heilbehandlung gilt auch hier: Es besteht kein Anspruch auf Leistungen, wenn die betroffene Person Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse ist. Außerdem dürfen bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten werden.

Pflegeversicherung

Der LVR - Fachbereich Soziale Entschädigung übernimmt für Anspruchsberechtigte ohne Krankenversicherung die Beiträge zur Pflegeversicherung. Bei rentenberechtigten geschädigten Personen und Hinterbliebenen, die Anspruch auf Heil- und Krankenbehandlung haben, können die Beiträge zur privaten Pflegeversicherung ganz oder teilweise erstattet werden.

Badekuren

Beschädigte und schwerbeschädigte Personen können vom LVR- Fachbereich Soziale Entschädigung eine Badekur unter ärztlicher Leitung erhalten, wenn dies aus medizinischen Gründen angezeigt ist, etwa um den Heilerfolg zu sichern oder präventiv einer Pflegebedürftigkeit oder Arbeitsunfähigkeit damit vorzubeugen.

Badekuren für Pflegepersonen

Angehörige oder eine dritte Person, die einen Pflegezulageempfänger nicht nur vorübergehend unentgeltlich pflegen, können ebenfalls vom LVR- Fachbereich Soziale Entschädigung eine Badekur erhalten. Die Badekur sollte zur Erhaltung und Sicherstellung der weiteren Pflegefähigkeit dienen.

Weitere Informationen zur Beratung vor Ort