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Im letzten Jahr feierte das LVR-Prädikat behindertenfreundlich sein zehnjähriges Bestehen. Wir freuen uns, Ihnen auch im elften Jahr erneut fünf gute Beispiele vorzustellen, um Vorurteile rund um die Beschäftigung von Frauen und Männern mit Handicap zu widerlegen. Denn Vorurteile werden am besten widerlegt durch die Beispiele der Arbeitgeber, die schwerbehinderte Menschen beschäftigen und damit zeigen, dass Leistungsfähigkeit, wirtschaftlicher Erfolg und eine behindertenfreundliche Personalpolitik gut zusammen passen. Solche Betriebe und Dienststellen auszuzeichnen und deren positives Beispiel öffentlich zu machen und zur Nachahmung weiter zu empfehlen ist das Ziel der Aktion „LVR-Prädikat behindertenfreundlich".
Seit 1998 werden in der Regel jedes Jahr fünf Arbeitgeberinnen oder Arbeitgeber aus den verschiedenen Branchen und Bereichen ausgezeichnet für ihre Ver
Im März 2009 hat der Sozialausschuss den Vorschlag der Kommission "LVR-Prädikat behindertenfreundlich" für die Preisträger des Jahres 2008 bestätigt. Im folgenden stellen wir die Preisträger 2008 mit kurzen Texten vor.
Am Ende der Seite finden Sie die Broschüre „Prädikat behindertenfreundlich" mit Portraits der ausgezeichneten Arbeitgeber der Jahre 1998 bis 2001 als pdf-Dokument zum Herunterladen oder zum Bestellen über den online-Bestellservice sowie eine Übersicht der Preisträger von 2002 bis 2007.
Die aktuellen Preisträger sind:
Das Dienstleistungsunternehmen der Energie erzeugenden Industrie beschäftigt rund 500 Mitarbeiter, 53 davon sind schwerbehinderte Mitarbeiter. Mit rund zehn Prozent wird die Beschäftigungsquote überdurchschnittlich erfüllt. Für 2009 ist geplant, eine schwerbehinderte Auszubildende einzustellen. Der größte Arbeitnehmeranteil wird zu deutschland- und zum Teil zu europaweiten Montagetätigkeiten eingesetzt. Neben der Verwaltung des Arbeitgebers in Oberhausen gibt es je eine Betriebsstätte in Gummersbach im Oberbergischen Kreis und in Voerde im Kreis Wesel. In Voerde wurden acht Arbeitsplätze für behinderte Mitarbeiter geschaffen, die aufgrund ihrer behinderungsbedingten Einschränkungen ihre bisherigen Tätigkeiten als Schweisser, Schlosser und Monteuren auf Baustellen nicht mehr ausüben konnten. Durch einen Hallenneubau können zusätzlich Vormontagen erfolgen und damit teilweise fremd vergebene Vorarbeiten wieder mit eigenem Personal durchgeführt werden. Auftretende Probleme werden von Seiten der Personalleitung in hervorragender Zusammenarbeit mit der örtlichen Fürsorgestelle der Stadt Oberhausen, dem LVR-Integrationsamt und den Integrationsfachdiensten gelöst. Schon seit langem wird das Betriebliche Eingliederungsmanagement nach § 84 SGB IX praktiziert.
RZH Rechenzentrum für Heilberufe GmbH, Wesel
Als Spezialist für Abrechnungen im Gesundheitswesen stellt die RZH Rechenzentrum für Heilberufe GmbH ihre umfangreichen Service-Leistungen den so genannten sonstigen Leistungserbringern zur Verfügung. Mit dreizehn schwerbehinderten Beschäftigten, davon einem Auszubildenden, ergibt sich bei insgesamt 190 Beschäftigten in 2008 eine Beschäftigungsquote von rund 9 %. Damit erfüllt der Arbeitgeber in vorbildlicher Weise das Integrationsgebot. Seit Jahren bietet das Unternehmen Ausbildungsplätze im kaufmännischen Bereich an. Im Jahr 2006 wurde erstmalig ein schwerbehinderter junger Mann als Auszubildender eingestellt. Der junge Mann wurde Ende 2008 in ein festes Angestelltenverhältnis übernommen. Seitdem ist es dem Arbeitgeber ein wichtiges Anliegen, weiterhin mindestens einen Ausbildungsplatz mit einem behinderten Jugendlichen zu besetzen. Der Betrieb wurde im Jahr 2008 mit einem Anbau erweitert; der Neubau wurde in enger Zusammenarbeit mit dem LVR-Integrationsamt und der örtlichen Fürsorgestelle der Stadt Wesel in allen wichtigen Bereichen rollstuhlgerecht gestaltet. Der jetzige Auszubildende beendet seine Ausbildung in 2010 und danach ist - wie bei seinem Vorgänger - die Übernahme in ein festes Angestelltenverhältnis geplant und schon in 2009 wird ein weiterer der insgesamt zehn Ausbildungsplätze mit einem schwerbehinderten Menschen besetzt.
Das im Jahr 2000 eröffnete Restaurant hat neben dem Inhaber, Martin Krossa, zwei Angestellte sowie zwei behinderte junge Frauen als Auszubildende. Nach einem durch die Schule für Hörbehinderte in Neuwied vermittelten Praktikum erhielt in 2006 eine gehörlose junge Frau einen Ausbildungsplatz zur Köchin. Die Ausbildung endet in diesem Jahr und eine Festanstellung ist bereits vereinbart. Die Kochküche wurde so umgebaut, dass sich der Chef und die Auszubildende gegenüberstehen. Alle Maßnahmen wurden von Anfang an vom zuständigen Integrationsfachdienst für hörbehinderte Menschen (IFD) und der örtlichen Fürsorgestelle begleitet. Seit dem 01.07.2008 wird die ebenfalls hörbehinderte Schwester der ersten Auszubildenden gleichfalls zur Köchin ausgebildet. Beide jungen Frauen lesen von den Lippen ab; um aber noch besser kommunizieren zu können, haben alle Kollegen wie auch der Chef an einem Grundkurs für Gebärdensprache teilgenommen. Alle Beteiligten haben ein vorbildliches Engagement im Miteinander mit "ihren" Auszubildenden entwickelt. Ein nichtbehinderter Auszubildender wird in diesem Jahr ebenfalls seine Ausbildung abschließen, und es ist beabsichtigt diesen Ausbildungsplatz mit einer weiteren hörgeschädigten jungen Frau zu besetzen.
Das 1991 gegründete mittelständische Unternehmen ist bereits seit 1997 ein Ausbildungsbetrieb. In den vergangenen Jahren wurden 30 Ausbildungsverträge für Medienkaufleute, Offsetdrucker, Buchbinder und Mediengestalter abgeschlossen. Im Jahr 2004 wurde nach einem Praktikum durch Vermittlung des Integrationsfachdienstes für hörgeschädigte Menschen Köln (IFD) der erste Azubi mit Hörbehinderung eingestellt. Der junge Mann schloss nach drei Jahren seine Buchbinderausbildung erfolgreich ab und wurde fest übernommen. Nach diesen guten Erfahrungen bot der Firmeninhaber Sascha Piprek in enger Zusammenarbeit mit dem IFD schon bald auch anderen Jugendlichen mit Hörbehinderung Praktikanten- und Ausbildungsplätze an. Ziel ist es, behinderte junge Menschen in den Arbeitsprozess zu integrieren, um eine Grundlage zu schaffen, im späteren Beruf genauso realistische Chancen zu haben wie alle anderen auch, die ohne Handicap leben. Im Jahr 2009 sind von insgesamt elf Ausbildungsplätzen zehn mit jungen Frauen und Männern mit Hörbehinderung besetzt. Der Verlag hat in seinen verschiedenen Bereichen neben dem Geschäftsleiter neun festangestellte Mitarbeiter, die sich überwiegend aus den im Betrieb ausgebildeteten Mitarbeitern zusammensetzen; auch davon ein Mitarbeiter mit Hörbehinderung. Das Miteinander der gehörlosen und hörenden Kollegen funktioniert unter anderem deshalb so hervorragend, weil sich einige Kollegen wie auch der Inhaber selbst die für den betrieblichen Ablauf wichtigen Begriffe in Gebärdensprache angeeignet haben. Aufgrund des enormen Geräuschpegels in der Druckerei ist die Gebärdensprache mittlerweile die übliche Verständigungsart zwischen allen Kollegen in der Maschinenhalle geworden.
Seit Jahren setzt sich die Behörde mit großem Engagement für ihre behinderten Mitarbeiter ein. Mit 23 schwerbehinderten Beschäftigten, davon einem Auszubildenden, ergibt sich bei insgesamt 290 Mitarbeitern im Jahr 2008 eine Beschäftigungsquote von rund 9 %; diese Zahl spricht für sich. Die Arbeitsplätze werden behindertengerecht und doch so flexibel eingerichtet, dass bei Krankheit auch nicht behinderte Kollegen einspringen können. Diese Maßnahmen sind besonders der guten, kontinuierlichen, mit hohem Zeiteinsatz verbundenen Begleitung und Betreuung der schwerbehinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowohl von Seiten der Schwerbehindertenvertretung als auch von Seiten der gesamten Geschäftsleitung zu verdanken. So konnten durch die Umstrukturierung und Umverteilung von Arbeitsgebieten für schwerbehinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neue Perspektiven geschaffen werden und hierdurch wurde nicht zuletzt auch wieder Motivation vermittelt. Mit dem Integrationsfachdienst Rhein-Erft-Kreis besteht eine langjährig bewährte, vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Viele gute Beispiele, wie dank der Leistungsfähigkeit der betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und dank des Engagements von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern die berufliche Integration von Menschen mit Behinderungen gelingen kann, sind in dieser 44-seitigen, mit vielen farbigen Fotos ansprechend gestalteten Broschüre zusammengestellt. Portraitiert werden die Preisträger der LVR-Aktion „Prädikat behindertenfreundlich" aus den Jahren 1998 bis 2001. Die Broschüre finden Sie hier zum Downloaden (PDF-Datei, 837 KB) oder zu bestellen über Online-Bestellservice.
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