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Mein Weg im LVR

"ALLES EINE FRAGE DER ORGANISATION!"

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Ein Interview über die Vereinbarkeit von dualem Studium beim LVR und der Vaterschaft mit Herrn Mark Meiers. Herr Meiers absolviert seit September 2020 das duale Studium beim LVR im gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst.

Wie meistern Sie den „Spagat“ zwischen dem dualen Studium und der eigenen Familie bzw. der Vaterschaft? Gibt es Unterschiede zwischen den Studiumsabschnitten und den einzelnen Praxisabschnitten?

Generell würde ich sagen, es ist gut zu meistern, das Studium und die Familie unter einen Hut zu bringen. Von der Hochschule aus befinden wir uns seit Oktober 2020 im Homeoffice und haben dementsprechend nur Unterricht von Zuhause aus. Meine Freundin und ich wechseln uns so gut es geht mit der Betreuung der Kleinen ab. Ich bin natürlich derzeit viel Zuhause, allerdings stehen in zwei Wochen die Klausuren an und ich brauche viel Zeit, um zu lernen. Wenn sie nicht arbeiten geht betreut meine Freundin unsere Tochter dann mehr. Für Notfälle haben wir auch das Glück, dass wir einen guten familiären Rückhalt besitzen, wenn die Tagesmutter nicht auf das Kind aufpassen kann, kann ich immer meine Mutter fragen. Mein Kurs in der Hochschule weiß aber auch, dass ich eine Tochter habe und meine Lerngruppe zum Beispiel nimmt da immer viel Rücksicht auf mich.

Den Unterschied zwischen Theorie und Praxis habe ich zum jetzigen Zeitpunkt selber noch gar nicht erlebt, deshalb kann ich lediglich Vermutungen aufstellen.

Ich denke aber, dass die Vereinbarkeit von Familie und Studium in der Praxis einfacher wird. Das liegt vor allem daran, dass man in der Praxis zwar im Grunde länger arbeiten ist, aber danach fertig mit der Arbeit ist. Man nimmt nichts mit nach Hause. In der Theorie hingegen hat man immer das Gefühl, man müsste gerade für die Klausuren lernen. Das habe ich leider auch oft im Hinterkopf, wenn ich Zeit mit meiner Familie verbringe.

Halten Sie das Studium im gehobenen Dienst für gut mit der Familie vereinbar? Hat sich die Vereinbarkeit durch die Pandemie verändert?

Generell würde ich sagen, dass das Studium gut mit der Familie zu vereinbaren ist. Für mich ist die Vereinbarkeit vor allem eine Frage der Organisation und der Möglichkeiten z.B. auch durch Hilfe aus dem Bekannten- und Freundeskreis oder von der Familie.

Durch die Corona-Zeit ist es leider schwieriger geworden, genug Zeit für Studium und Familie zu finden, da die Betreuung von unserer Tochter leider durch die Corona Maßnahmen derzeit wegfällt und sie nur in Notfällen zur Tagesmutter darf. Da finde ich es persönlich auch sehr schwierig „Notfälle“ zu definieren, rein theoretisch bin ich ja viel Zuhause und könnte auf sie aufpassen, aber es ist natürlich schwer ein Kind zu betreuen und trotzdem dem Unterricht folgen zu können oder für die anstehenden Klausuren zu lernen.

In was für einem Arbeitsmodell meistern Ihre Partnerin und Sie die Erziehung Ihrer Tochter?

Im Grunde würde ich ganz umgangssprachlich sagen, wer Zeit hat der kümmert sich. Und wenn weder meine Freundin noch ich Zeit haben, dann passt die Tagesmutter gut auf sie auf. Schwierig wird es lediglich dann, wenn die Tagesmutter selber im Urlaub ist und meine Freundin und ich beide arbeiten müssen, dann müssen wir uns an unser näheres Umfeld wenden und schauen, wie wir das am besten hinbekommen.

Wie schätzen Sie Ihre Karrierechancen als junger Vater im LVR ein? Könnten Sie sich vorstellen Karriere zu machen?

Ich denke nicht, dass ich da andere Chancen habe als alle anderen aus meinem Jahrgang. Ich strenge mich an, um mir alle Optionen offen zu halten, aber ich wüsste nicht, dass irgendetwas dagegenspricht, dass ich beim LVR Karriere machen könnte, wenn ich das möchte.

In dem Sinne könnte es sogar ein Vorteil sein, dass ich bereits ein Kind habe, denn die Kleine wird dann eingeschult, wenn ich mein Studium abschließe. Zu dem Zeitpunkt fangen viele andere aus meinem Jahrgang erst an über Kinder nachzudenken, während meine Tochter dann schon anfängt selbstständiger zu werden und ich mich dementsprechend mehr auf die Arbeit konzentrieren kann.

Welche Formen der Unterstützung für die Vereinbarkeit des Studiums mit der Familie könnten Sie sich noch zusätzlich durch den LVR vorstellen? Würden Sie sich bestimmte Maßnahmen wünschen?

Die leichteste Lösung wäre, wenn die Möglichkeit bestehen würde, Homeoffice zu machen. Vor allem in den Zeiten in denen unsere Tagesmutter im Urlaub ist, würde unser Leben dadurch leichter werden. Allerdings wird die ganze Situation auch einfacher, wenn unsere Tochter ab nächstem Jahr in die Betriebskita des LVR geht.

Ansonsten könnte ich mir ein gebündeltes Programm für Eltern im LVR mit allen Anlaufstellen, die wichtig sind bzw. werden, in Form eines Flyers oder einer Intranetseite, gut vorstellen.

Das Inerview führte Alina Süß.

5 Jahre LVR

Julia Gatzen

Ein Erfahrungsbericht von Julia Gatzen

Julia Gatzen hat vor 5 Jahren ihr Duales Studium zum Bachelor of Law abgeschlossen und ist ihren Weg im LVR gegangen.

Hier berichtet sie über ihre Erfahrungen und Erlebnisse.

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Bald fünf Jahre ist es her, dass ich mein Bachelor-Studium geschafft habe. Und bald fünf Jahre arbeite ich nun auch schon im Personalbereich für den LVR-Klinikverbund und den LVR-Verbund Heilpädagogischer Hilfen.

Aber von vorn:

Bereits Anfang 2014 konnte ich in einem meiner Praxisabschnitte in das sehr fachlich geprägte LVR- Dezernat 8 Klinikverbund und Verbund Heilpädagogischer Hilfen reinschnuppern. Obwohl ich auch interessante Abschnitte im Sozialwesen, im Finanzbereich und im Ausbildungsbüro hatte, wollte ich nach meinem Studium unbedingt zurück ins Dezernat 8. Der Themenbereich rund um Psychiatrie und Heilpädagogische Hilfen hat mich einfach gepackt. Mit ein bisschen Glück hat es dann tatsächlich geklappt.

Als ich nach meinem Abschluss hier im Dezernat ankam, wurde ich – mit Blümchen in der Hand – begrüßt und sehr herzlich ins Team aufgenommen. Trotz der netten Kolleg*innen war die Anfangszeit nicht ganz einfach und ich musste das „Azubi-Dasein“ und meine persönliche Unsicherheit erstmal abschütteln. Nach ein paar Monaten war ich einigermaßen eingearbeitet und spätestens nach dem ersten Dezernatsfest richtig angekommen. Ich knüpfte viele neue Kontakte, die ich sehr schätze und ich habe in den letzten Jahren echte Freundschaften gewonnen.

Und so habe ich mich die letzten fünf Jahre mit meinen Kolleg*innen um sehr vielseitige Personalthemen gekümmert und z.B. über komplexen rechtlichen Fragestellungen zu verschiedenen Berufsgruppen in unseren Einrichtungen gebrütet und gemeinsam mit meinen Kolleg*innen z.B. zu kreativen Werbemaßnahmen fürs Stipendienprogramm gebrainstormed.

Im Arbeitsleben gibt es aber auch nicht nur rosige Zeiten. Nach etwa einem Jahr im Job erhielt ich durch einen Personalengpass im Team deutlich mehr und neue Aufgaben. Parallel dazu nahm ich auf eigene Faust ein Master-Studium neben dem Beruf auf, das ich inzwischen (Gott sei Dank!) abgeschlossen habe. All das unter einen Hut zu bringen, hat mich sehr (heraus-)gefordert. Obwohl die Zeit nicht einfach war, konnte ich an allen persönlichen und beruflichen Herausforderungen wachsen und weiß, dass ich heute und wahrscheinlich mein ganzes Berufsleben hiervon profitieren werde.

Bereits jetzt haben sich all meine Anstrengungen gelohnt und ich habe erst kürzlich meine jetzige Stelle als „Personalrecruiterin“ antreten können (natürlich auch im Dezernat Klinikverbund und Verbund HPH).

Und so kann ich ganz pathetisch sagen: Ich blicke – obwohl es „nur“ fünf Jahre waren – auf eine sehr erfahrungsreiche und aufregende Zeit zurück und freue mich noch mehr auf das, was da noch kommt.