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    Unterstützung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt

    Der LVR unterstützt Beschäftigte mit Handicap und deren Arbeitgeber über das LVR-Integrationsamt – unabhängig davon, ob es sich um eine körperliche, geistige, seelische Behinderung oder eine Sinnesbehinderung handelt.

    Leistungen des Integrationsamtes

    Mit kostenloser fachlicher Beratung, individueller Begleitung betroffener Menschen und ihrer Arbeitgeber, und finanziellen Zuschüssen zu Investitionen oder Lohnkosten unterstützt das LVR-Integrationsamt die Schaffung neuer oder die Sicherung bestehender Arbeits- und Ausbildungsplätze für Menschen mit amtlich anerkannter Schwerbehinderung.

    Grafik: Information

    Schwerbehinderung – was heißt das?

    Im Sozialgesetzbuch ist definiert: Von einer Schwerbehinderung spricht man bei einem Grad der Behinderung von 50 oder mehr. Über die Anerkennung der Schwerbehinderten-Eigenschaft entscheidet die Kommune.

    Schwerbehindert und leistungsfähig

    Im Alltag führt der Begriff Schwerbehinderung mitunter zu Missverständnissen. Denn anders als man bei dem Wort vermuten könnte, sind viele schwerbehinderte Menschen durchaus leistungsfähig, einsatzbereit und engagiert – im Leben wie im Beruf.

    Wichtig ist immer: der Arbeitsplatz muss passen. Und dabei hilft das LVR-Integrationsamt. Diese Unterstützung kann jedes Unternehmen bekommen, unabhängig von Größe und Branche: die 3-Personen-Tischlerei ebenso wie die mittelständische Werbeagentur oder der weltweit tätige Automobilhersteller. So beraten die Beratenden Ingebieure des Technischen Beratungsdienstes über ergonomische Arbeitsplatzgestaltung. Individuelle Beratung und -gleitung vor Ort bieten die Integrationsfachdienste.

    Zwei Beispiele

    Ein junger Mann mit einer Beinprothese sitzt an einer Werkbank in der Werkstatt. Er stellt eine Beinprothese fertig.
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    Ausbildung trotz Handicap

    Nach einem Arbeitsunfall verlor Andre W. seinen Unterschenkel. Aber nicht seinen Ehrgeiz. Er begann eine Ausbildung als Orthopädiemechaniker in einem Sanitätshaus – mit Erfolg. Der LVR bezuschusste die Investitionen für seinen neuen Arbeitsplatz und beteiligte sich an den Kosten zur Anschaffung eines geeigneten Autos.

    Eine junge Frau im Rollstuhl sitzt an einem Schreibtisch. Eine andere junge Frau übergibt ihr einen Aktenordner.
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    Mit Arbeitsassistenz zum Erfolg

    Nina H. ist an einer chronischen Muskelschwäche erkrankt und auf den Rollstuhl angewiesen. Nach ihrem Sozialarbeit-Studium absolvierte sie ein Berufsanerkennungsjahr beim Sozialen Dienst der Justiz NRW in Köln. Dort betreute sie straffällige Menschen. Ihre Arbeit als Sozialarbeiterin erledigte sie selbstständig. Im Büroalltag half ihr eine Arbeitsassistentin – sie erledigte Kopierarbeiten, reichte Akten. Die Kosten für die Assistenz übernahm der LVR.

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    Integrationsunternehmen

    Integrationsunternehmen sind wirtschaftlich selbstständige Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes, die sich jedoch besonders stark für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung engagieren. Neben ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit setzen sich Integrationsunternehmen das sozialpolitische Ziel, einen hohen Anteil von Menschen mit Behinderung – mindestens 25 Prozent - zu beschäftigen oder auszubilden.

    Der LVR unterstützt sie dabei mit Beratung und Förderung. Gemeinsam mit dem Land haben sich der LVR und sein Schwesterverband LWL (Landschaftsverband Westfalen-Lippe) das Ziel gesetzt, die Zahl der Arbeitsplätze in Integrationsunternehmen weiter zu steigern. Von Mitte 2008 bis 2011 konnten landesweit insgesamt 1.183 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen in Integrationsunternehmen geschaffen werden.

    Zwei Beispiele

    Ein junger Mann hält eine ausgebaute Laptop-Tastatur in der Hand und lächelt in die Kamera.
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    Nach Praktikum zum Traumjob

    Das erste integrative Systemhaus, die AFB GmbH, verwertet die ausrangierten IT-Geräte großer Firmenkunden weiter. Hier arbeitet Hekmat Mussa als Techniker und Verkäufer. Er hat eine Ausbildung zur Elektrogeräte-Fachkraft absolviert, doch aufgrund seiner Querschnittslähmung nie in diesem Beruf gearbeitet. Bei AFB ist er jetzt unbefristet angestellt und hat "sein Hobby zum Beruf" gemacht.

    Eine junge Frau in Küchenuniform räumt einen Geschirrspüler aus.
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    Mit Training zur Festanstellung

    Katharina Bensch kam als hauswirtschaftliche Helferin zu Lehmann's Gastronomie Service. Aufgrund ihrer Lerneinschränkung ist sie als schwerbehindert anerkannt. Nach intensivem Training konnte sie 2008 in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen werden. Seither ist Katharina Bensch eine zuverlässige Mitarbeiterin und „Arbeitsbiene“ – wie sie der Senior-Chef nennt - in der Spülküche.

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