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FAQs zu Ausnahmegenehmigungen nach § 1 Abs. 4 der Personalvereinbarung

Können Ausnahmen für den Einsatz als Fachkraft zugelassen werden?

§ 1 Abs. 4 der PersV benennt die Möglichkeit einer Ausnahme für den Einsatz als Fachkraft. In begründeten Fällen können die Landesjugendämter diese Ausnahmen zulassen, wenn der Träger dies im Einvernehmen mit dem örtlichen Jugendamt beantragt.

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Wer ist antragsberechtigt?

Ein Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung nach § 1 Abs. 4 der PersV kann nur vom Träger der Kindertageseinrichtung, im Einvernehmen mit dem örtlichen Jugendamt, beim Landesjugendamt beantragt werden. Anträge können nicht von der Bewerberin/dem Bewerber selbst gestellt werden.

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Können Träger für erfahrene Kinderpfleger/innen einen Antrag auf Ausnahme nach § 1 Abs. 4 PersV stellen, um diese dann auf Fachkraft-Stunden einzusetzen?

Nein. In § 2 Abs. 1 der Personalvereinbarung wird diese Möglichkeit ausdrücklich ausgeschlossen: "§ 1 Abs.4 findet keine Anwendung".

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Welche Voraussetzungen müssen vor Antragstellung erfüllt sein?

Voraussetzungen sind:

  • die Bewerberin/der Bewerber sollte grundsätzlich über eine pädagogische Ausbildung verfügen
  • die Bewerberin/der Bewerber muss mindestens sechs Monate Praxiserfahrung in der Kindertagesbetreuung nachweisen.

Außerdem muss die Bewerberin/der Bewerber Fortbildungen im Elementarbereich im Umfang von mindestens 160 Stunden nachweisen. Der Nachweis über die 160 Stunden Fortbildung im Elementarbereich kann innerhalb eines Jahres nach Erteilung der Ausnahmegenehmigung erbracht werden.

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Gibt es ein Antragsformular?

Nein. Der Antrag kann formlos per Post oder E-Mail eingereicht werden. Wichtig ist, dass der Antrag über das örtliche Jugendamt beim Landesjugendamt eingereicht wird.

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Welche Unterlagen müssen dem Antrag beigefügt werden?

Folgende Unterlagen werden benötigt:

  • aktueller Lebenslauf
  • Zeugnisse (Studium) mit Transcript of Records (belegte Module)
  • Nachweise über relevante Berufserfahrung
  • Nachweise über Fort- und Weiterbildung im Elementarbereich

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Spricht das Landesjugendamt Anerkennungen als Fachkraft aus?

Nein. Mit der Ausnahmegenehmigung wird dem Träger lediglich die Erlaubnis erteilt eine Person, die keine, der in der Personalvereinbarung aufgeführten Fachkraftqualifikationen nachweisen kann, ausnahmsweise auf einer Fachkraftstelle zu beschäftigen.

Damit wird die entsprechende Person nicht zur sozialpädagogischen Fachkraft, weshalb Sie auch keine Gruppenleitung und/oder Leitung einer Einrichtung übernehmen darf.

Bei Wechsel der Einrichtung muss der Antrag vom neuen Träger für den Einsatz in einer anderen Einrichtung, neu gestellt werden.

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Ist die Ausnahmegenehmigung unbegrenzt gültig?

Die Ausnahmegenehmigung ist nicht unbegrenzt gültig. Sie bezieht sich auf den antragstellenden Träger und eine Fachkraftstelle, in der im Antrag benannten Einrichtung.

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Kann das LVR-Landesjugendamt vorab Aussagen zur Genehmigungsfähigkeit eines Antrages treffen?

Um den Arbeitsaufwand für Träger sowie Bewerberinnen und Bewerber gering zu halten und die Personalplanung zu erleichtern, wird empfohlen vor Antragstellung eine Einschätzung der Genehmigungschancen beim LVR-Landesjugendamt einzuholen. Diese Einschätzung ist keine ab-schließende Beurteilung und/oder juristischer Bescheid.

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Welche Prüfkriterien werden angelegt?

Das Prüfverfahren erfolgt in zwei Schritten.

1. Prüfung der Personalsituation in der Kindertageseinrichtung, in der der Einsatz erfolgen soll.

Die Genehmigung wird nur unter der Bedingung erteilt, dass mindestens die Hälfte der notwendigen Fachkraftstunden mit Kräften besetzt sind, die eine Ausbildung gemäß § 1 Abs. 1 und 3 der Vereinbarung zu den Grundsätzen über die Qualifikation und den Personalschlüssel nach § 26 Absatz 3 Nr. 3 des Gesetzes zur frühen Bildung und Förderung von Kindern (Kinderbildungs-gesetz KiBiz NRW) haben.

2. Prüfung der fachlichen Qualifikation des Bewerbers/der Bewerberin

In die Prüfung werden:

  • die Dauer der Berufserfahrung in Kindertageseinrichtungen,
  • die nachgewiesene fachliche Ausbildung (z.B. Credit Points im Studium in den relevanten Bereichen Erziehungswissenschaft, Entwicklungspsychologie und Soziologie)
  • nachgewiesene Fort- und Weiterbildung im Elementarbereich

einbezogen.

Die nachgewiesenen fachlichen Qualifikationen müssen in Inhalt und Umfang immer über denjenigen einer Ergänzungskraft, also pädagogisch ausgebildeten Kinderpflegerin liegen.

Im Grundsatz gilt, dass Absolventinnen und Absolventen mindestens 95 Credit Points in handlungsfeldrelevanten Studieninhalten nachweisen:

Dazu zählen:

  • Grundlagenwissen soziale Arbeit/Sozialpädagogik & Erziehung/Bildung
  • Institutionelle Kenntnisse der Kinder- und Jugendhilfe
  • Entwicklung, Lebenslagen, Lebenssituation von Kindern
  • (Entwicklungs-) Psychologie, Soziologie
  • Professionelles Handeln und pädagogische Interaktion
  • Reflexion und (Selbst-) Evaluation

Nachgewiesen werden muss eine Ausbildung die nicht nur allgemein zur Fachkraft qualifiziert, sondern vielmehr eine die für die konkrete Aufgabenstellung in der Einrichtung die professionelle Grundlage für das fachliche Handeln legt.

Alle Anträge werden im Rahmen und auf der Basis des § 45 SGB VIII geprüft.

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Muss die sechsmonatige Praxiserfahrung in der Kindertagesbetreuung bereits absolviert sein?

Ja, die sechsmonatige Praxiserfahrung in der Kindertagesbetreuung muss bei Antragsstellung bereits absolviert sein. Zum Bereich der Kindertagesbetreuung zählen die Kindertageseinrichtung, die Kindertagespflege und die OGS. Die sechs Monate beziehen sich auf eine Tätigkeit in Vollzeit und verlängern sich bei Teilzeit entsprechend.

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Müssen die 160 Stunden Fortbildung im Elementarbereich bei der Antragsstellung bereits erbracht worden sein?

Der Nachweis über die 160 Stunden Fortbildung im Elementarbereich kann innerhalb eines Jah-res nach Erteilung der Ausnahmegenehmigung erbracht werden.

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Können Bewerber/innen während der Prüfphase durch das LVR-Landesjugendamt schon eingesetzt werden?

Während der Prüfphase können Bewerberinnen und Bewerber nur über die Mindestbesetzung hinaus, also zusätzlich, eingesetzt werden.

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Welche Regelungen sind beim Einsatz von pädagogischen Fachkräften, weiteren Fachkräften, Ergänzungskräften auf Fachkraftstunden und Bewerbern mit einer Ausnahmegenehmigung nach § 1 Abs.4 der PersV auf Fachkraftstellen zu beachten?

Sozialpädagogische Fachkräfte gemäß § 1 Abs. 1 und § 1 Abs. 3 der PersV sind neben dem Gruppendienst auch als Gruppenleitung, sowie mit zweijähriger einschlägiger Berufserfahrung als Leitungen von Kindertageseinrichtungen einsetzbar.

In § 18 Abs. 3 Satz 4 Kinderbildungsgesetz ist vorgegeben, dass die finanzielle Förderung einer Einrichtung voraussetzt: dass "die Leitung der Einrichtung und die Leitung jeder Gruppe einer sozialpädagogischen Fachkraft übertragen sind (…)".

Die in § 1 Abs. 2 PersV benannten weiteren Fachkräfte können demnach nur ergänzend im Gruppendienst eingesetzt werden. Gleiches gilt für Personen mit einer Ausnahmegenehmigung zum Einsatz als Fachkraft nach § 1 Abs. 4 PersV sowie Ergänzungskräfte, die im Rahmen von Fachkraftstunden gemäß § 3 Abs. 1 PersV eingesetzt sind.

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Können Motopäden/Motopädinnen auf Fachkraftstunden beschäftigt werden?

Motopäden und Motopädinnen sind keine Fachkräfte im Sinne der Personalvereinbarung. Sie können daher nicht auf Fachkraftstunden beschäftigt werden. Eine Beschäftigung über die FINK-Pauschale ist möglich.

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Zählt der BA of Education zu den Fachkraftqualifikationen?

Grundsätzlich nein, der BA of Education bezeichnet zumeist, auch in Deutschland, einen Lehramtsstudiengang. Er umfasst in der Regel eine 2-Fächer-Kombination, die auf eine Lehrtätigkeit ausgerichtet ist. Hierbei handelt es sich nicht um eine Qualifikation gemäß der in § 1 Abs. 3 der Personalvereinbarung aufgeführten Studiengänge.

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