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„Objekte und Ihre Herkunft – Chancen und Perspektiven der Provenienzforschung in NRW“

Eine Zwischenbilanz zum Kooperationsprojekt der LVR-Museumsberatung und des LWL-Museumsamts am 1. Tag der Provenienzforschung

Mittwoch, 10. April 2019,
17:00 Uhr bis ca. 18:30 Uhr

Landschaftsverband Rheinland
LVR-Fachbereich Regionale Kulturarbeit / Museumsberatung
Gürzenich-Quartier (Raum 1.11.12)
Augustinerstr. 10-12
50667 Köln

Woher stammen die Objekte in unseren Museen und wie gelangten sie dorthin? Wer waren ihre Vorbesitzerinnen und Vorbesitzer?

Diesen Fragen widmet sich die Provenienzforschung – die Herkunftsforschung. Dass Kulturgüter nicht immer auf legale Weise in die Museen kamen, hat sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt. Sammlungs- und Objektgeschichten bergen zugleich immer auch Zeitgeschichten, erzählen von politischem Unrecht und persönlichen Schicksalen.

Die Herkunftsprüfung eines Objekts, insbesondere vor dessen Erwerb, ist im international geltenden „Code of Ethics for Museums“, herausgegeben vom Internationalen Museumsrat ICOM, verankert. 1998 verabschiedeten 44 Nationen die Washingtoner Prinzipien in Bezug auf Kunstwerke, die im Nationalsozialismus beschlagnahmt wurden. Im darauffolgenden Jahr wurden diese mit der „Gemeinsamen Erklärung“ der Bundesrepublik Deutschland, der Länder und kommunalen Spitzenverbände in eine nationale Absichtserklärung überführt, die zur Auffindung und Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes, insbesondere aus jüdischem Besitz, verpflichtet. Auch unrechtmäßige Aneignung von Kulturgütern in anderen Kontexten wie der Kolonialzeit und zur Zeit der SBZ und DDR rücken in den Fokus, wie aktuelle Debatten und neue Förderzugänge durch das Deutsche Zentrum für Kulturgutverluste zeigen.

Der Arbeitskreis Provenienzforschung e. V. ist für die Forscherinnen und Forscher auf diesem Themengebiet das wichtigste bundesweite Netzwerk, worüber zugleich internationale Verbindungen möglich sind. Durch die Mitglieder dieses Arbeitskreises entstand die Idee, den „Tag der Provenienzforschung“ einzuführen. Er findet erstmals am 10. April 2019 statt und soll dazu beitragen, eine breitere Öffentlichkeit für die museale Aufgabe der Herkunftserforschung zu sensibilisieren und Institutionen in ihrer Vermittlung zu unterstützen.

Die LVR-Museumsberatung möchte an diesem Tag das Kooperationsprojekt mit dem LWL-Museumsamt für Westfalen „Provenienzforschung in NRW“ vorstellen, welches nach einer Laufzeit von zwei Jahren im Oktober 2019 abgeschlossen wird. In Nordrhein-Westfalen findet eine koordinierte Provenienzforschung bereits in einigen Museen und Sammlungen in städtischer Trägerschaft statt. Für kleinere und mittlere Häuser bleibt das zeit- und ressourcenintensive Forschungsfeld jedoch meist eine große Herausforderung. Das Projekt soll die Bedarfe unter Berücksichtigung der NRW-Spezifika ermitteln und in einem Konzept münden, welches sensibilisiert und informiert, Herangehensweisen formuliert und Hilfestellungen liefert. Beginnend mit der Benennung der notwendigen Voraussetzungen zur Erforschung von Museumsobjekten (Objektdokumentation, Inventarisierung, Lagerung) soll die Grundlage für eine kontinuierliche Beratung und Förderung geschaffen werden.

  • Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.
  • •Die Plätze sind auf 20 Teilnehmende begrenzt, eine verbindliche Anmeldung ist erforderlich.
  • Die Anmeldung erfolgt online über unser Zentrales-Anmeldeportal. Sie finden dies im Internet unter: www.zap.museumsberatung.lvr.de
  • Eine Anmeldung wird erbeten bis zum 01.04.2019.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Programmablauf

(Stand: 06. März 2019, Änderungen vorbehalten)

17.00 Uhr
Der Tag der Provenienzforschung: Eine Initiative des Arbeitskreises für Provenienzforschung e. V.
Katrin Geuther & Annika Offergeld, Wissenschaftliche Volontärinnen, LVR- Museumsberatung

17:15 Uhr Provenienzforschung – Eine Einführung
Annika Offergeld

17:45 Uhr Projektvorstellung der LVR-Museumsberatung: Provenienzforschung in NRW
Ruth Türnich, Wissenschaftliche Referentin, LVR-Museumsberatung

ca. 18.30 Uhr
Ende der Veranstaltung