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04. August 2025 | Kliniken + Verbund für WohnenPlusLeben (WPL)

LVR-Klinikverbund lehnt Zentralregister für psychisch erkrankte Menschen ab

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Köln, 4. August 2025 – Mit Blick auf aktuelle Forderungen nach einem Zentralregister für psychisch erkrankte Straftäter*innen spricht sich das LVR-Dezernat Psychiatrie und Teilhabeverbund entschieden gegen eine solche Maßnahme aus. Die Leiterin des Dezernats, Martina Wenzel-Jankowski, warnt vor einer Pauschalverdächtigung von Menschen mit psychischen Erkrankungen und unterstützt ausdrücklich die Position von Claudia Middendorf, der Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung.

„Ein solches Register würde psychisch erkrankte Menschen unter Generalverdacht stellen und ein Klima der Angst und Ausgrenzung fördern“, zitiert das Dezernat aus Middendorfs Pressemitteilung vom 29.07.2025.

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) versorgt mit seinem Klinikverbund jährlich Tausende Menschen in neun psychiatrischen Kliniken sowie in ambulanten und teilstationären Wohn- und Unterstützungsformen. Aus dieser Erfahrung heraus betont das Dezernat, dass psychisch erkrankte Menschen vor allem Verständnis, Schutz und niedrigschwellige Behandlungsangebote brauchen – keine Stigmatisierung.

„Ein Zentralregister wäre ein tiefer Eingriff in die Privatsphäre und würde das Vertrauen zwischen Behandelnden und Patientinnen massiv gefährden“, so Wenzel-Jankowski. „Menschen könnten aus Angst vor gesellschaftlicher Ausgrenzung davon abgehalten werden, Hilfe in Anspruch zu nehmen – mit gravierenden Folgen für sie selbst und die Gesellschaft insgesamt.“

Statt auf Datensammlung und Kontrolle zu setzen, fordert das Dezernat:

‎den Ausbau gemeindepsychiatrischer Strukturen,
‎mobile Hilfen und Krisendienste,
‎die Förderung von Peer-Arbeit – also Unterstützung durch Betroffene selbst
‎sowie fachlich vernetzte Präventionsangebote.

Diese Ansätze seien nicht nur wirksam, sondern bereits vielerorts in NRW etabliert. Das LVR-Dezernat ruft daher die politischen Entscheidungsträger*innen auf, sich nicht von Einzelfällen zu sicherheitspolitischen Schnellschüssen verleiten zu lassen, sondern den erfolgreichen Weg einer menschenrechtsbasierten Psychiatrie konsequent weiterzugehen.

„Psychische Gesundheit betrifft uns alle. Jeder Mensch kann erkranken. Deshalb braucht es Vertrauen – keine Kontrolle“, so Wenzel-Jankowski abschließend.

 

Pressekontakt:

Brigitte Lohmanns

Pressearbeit LVR-Klinikverbund und LVR-Verbund für WohnenPlusLeben

 

Bild zum Download:

Das Landeshaus des LVR in Köln.
Foto: Heike Fischer
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Über den LVR

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) arbeitet als Kommunalverband mit rund 22.000 Beschäftigten für die 9,7 Millionen Menschen im Rheinland. Mit seinen 41 Schulen, zehn Kliniken, 21 Museen und Kultureinrichtungen, vier Jugendhilfeeinrichtungen, dem Landesjugendamt sowie dem Verbund WohnenPlusLeben erfüllt er Aufgaben, die rheinlandweit wahrgenommen werden. Der LVR ist Deutschlands größter Leistungsträger für Menschen mit Behinderungen und engagiert sich für Inklusion in allen Lebensbereichen. „Qualität für Menschen“ ist sein Leitgedanke.

Die 13 kreisfreien Städte und die zwölf Kreise im Rheinland sowie die StädteRegion Aachen sind die Mitgliedskörperschaften des LVR. In der Landschaftsversammlung Rheinland gestalten gewählte Mitglieder aus den rheinischen Kommunen die Arbeit des Verbandes.