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29. Januar 2015 | Kliniken+HPH
LVR-Symposium zur Qualität in der Psychiatrie
Internationale Expertinnen und Experten beraten ab heute in Köln / Innovative Angebote wie Home Treatment für psychisch kranke Menschen / Neues LVR-Institut für Versorgungsforschung stärkt Qualitätssicherung und -optimierung

Köln. 29. Januar 2015. „Das Ziel des öffentlich-rechtlichen Krankenhausträgers LVR ist die bestmögliche Versorgungsqualität für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Die kommunale Verfasstheit des LVR gewährleistet, dass die bürgerschaftlichen Interessen an einer gemeindenahen, niedrigschwelligen und qualitativ hochwertigen Versorgung unmittelbar Eingang in die Qualitätspolitik des LVR finden.“ Mit diesen Worten eröffnete Ulrike Lubek, Direktorin des Landschaftsverbandes Rheinland, in Anwesenheit von NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens das zweitägige LVR-Symposium „Qualität in der Psychiatrie – Messung, Steuerung, Optimierung“.

Mehr als 250 Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland sowie Vertreterinnen und Vertreter von Angehörigen- und Betroffenenverbänden diskutieren seit heute in Köln über die Qualität der Versorgung psychisch kranker Menschen. In den Workshops werden zentrale Fragen thematisiert: Wie wird Qualität in der Psychiatrie gemessen? Wie können psychisch kranke Menschen noch besser versorgt werden? Und ganz grundsätzlich: Was ist überhaupt Qualität in der Psychiatrie?

Das Thema hat durch die Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses, bis November 2015 für psychische Erkrankungen verbindliche Qualitätskriterien zu entwickeln, an Aktualität gewonnen. Der Gemeinsame Bundesausschuss, bei dem es sich um die Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen handelt, legt fest, welche Leistungen der medizinischen Versorgung von der gesetzlichen Krankenversicherung erstattet werden. „Denkbare Merkmale könnten vernetzte und leitliniengerechte Behandlungsangebote, Wartezeiten oder die Behandlungskontinuität werden“, prognostizierte Prof. Dr. Wolfgang Gaebel, Ärztlicher Direktor des LVR-Klinikums Düsseldorf/Kliniken der Heinrich-Heine-Universität.

Eine Gruppe von Menschen schaut in die Kamera
V.l.n.r.: Prof. Dr. Jürgen Zielasek (GF LVR-Institut für Versorgungsforschung), Prof. Dr. Holger Pfaff (IMVR/Universität zu Köln), Prof. Dr. Wolfgang Gaebel (Ärztlicher Direktor LVR-Klinikum Düsseldorf/Kliniken der Heinrich-Heine-Universität), Barbara Steffens (NRW-Gesundheitsministerin), Martina Wenzel-Jankowski (LVR-Dezernentin Klinikverbund und Verbund Heilpädagogischer Hilfen), Ulrike Lubek (LVR-Direktorin), Prof. Dr. Gouzoulis-Mayfrank (Ärztliche Direktorin LVR-Klinik Köln)

Für Martina Wenzel-Jankowski, LVR-Dezernentin Klinikverbund und Verbund Heilpädagogischer Hilfen, ist ein zentrales Qualitätsziel in der Psychiatrie bereits umgesetzt, nämlich das der Gemeinde- und Wohnortnähe: „Psychisch kranke Menschen finden nun in ihrer Region deutlich mehr dezentrale, teilstationäre und ambulante Angebote. Ein weiterhin bestehendes Qualitätsziel ist eine bessere Verzahnung und Vernetzung dieser Versorgungsangebote für eine flexibilisierte und personenzentrierte Behandlung. Außerdem erproben wir kontinuierlich neue Arten der Versorgung wie das sogenannte Home Treatment, bei denen Kranke in ihrer eigenen Wohnung aufgesucht und betreut werden“.

Begleitet und analysiert werden diese neuen Versorgungsarten vom „Institut für Versorgungsforschung“, das der Landschaftsverband Rheinland im vergangenen Sommer unter Leitung von Prof. Dr. Gaebel gründete. Das Institut befasst sich auch mit den Auswirkungen des neuen Entgeltmodelles „PEPP“ auf die Qualität der Versorgung psychisch kranker Menschen. PEPP wird seit 2013 schrittweise auch in psychiatrischen Krankenhäusern eingeführt. Fallpauschalen wie in somatischen Kliniken, da sind sich viele Fachleute auf dem Symposium einig, sind in psychiatrischen Kliniken nicht sinnvoll. „Die Verläufe der Krankheiten in der Psychiatrie sind individuell sehr vielfältig und Prognose wie Dauer klinisch behandlungsbedürftiger Krankheitsepisoden schwer vorhersagbar“, kritisierte Prof. Dr. Gaebel das neue Entgeltsystem, durch das die Verweildauer der Patientinnen und Patienten in den psychiatrischen Kliniken noch weiter gesenkt werden soll.

Für LVR-Direktorin Ulrike Lubek erfüllt das Programm des Symposiums einen ganz praktischen Nutzen: „Die Verbesserung der Versorgungsqualität darf und soll nicht nur ein hehrer Anspruch sein, sondern gelebter Klinikalltag. Das Symposium thematisiert und bietet mit seinen Workshops und Präsentationen konkrete Lösungsansätze und Verbesserungsmöglichkeiten für die Behandlung psychisch kranker Menschen, die adäquate Hilfe suchen – und deren Zahl wächst ständig.“

Ansprechpartnerin für redaktionelle Rückfragen:

Karin Knöbelspies
LVR-Fachbereich Kommunikation
Tel 0221 809-7714
Mail karin.knoebelspies@lvr.de

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Eine Gruppe von Menschen schaut in die Kamera Prof. Dr. Jürgen Zielasek (GF LVR-Institut für Versorgungsforschung), Prof. Dr. Holger Pfaff (IMVR/Universität zu Köln), Prof. Dr. Wolfgang Gaebel (Ärztlicher Direktor LVR-Klinikum Düsseldorf/Kliniken der Heinrich-Heine-Universität), Barbara Steffens (NRW-Gesundheitsministerin), Martina Wenzel-Jankowski (LVR-Dezernentin Klinikverbund und Verbund Heilpädagogischer Hilfen), Ulrike Lubek (LVR-Direktorin), Prof. Dr. Gouzoulis-Mayfrank (Ärztliche Direktorin LVR-Klinik Köln)
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Über den LVR:

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) arbeitet als Kommunalverband mit rund 20.000 Beschäftigten für die 9,7 Millionen Menschen im Rheinland. Mit seinen 41 Schulen, zehn Kliniken, 20 Museen und Kultureinrichtungen, vier Jugendhilfeeinrichtungen, dem Landesjugendamt sowie dem Verbund Heilpädagogischer Hilfen erfüllt er Aufgaben, die rheinlandweit wahrgenommen werden. Der LVR ist Deutschlands größter Leistungsträger für Menschen mit Behinderungen und engagiert sich für Inklusion in allen Lebensbereichen. „Qualität für Menschen“ ist sein Leitgedanke.

Die 13 kreisfreien Städte und die zwölf Kreise im Rheinland sowie die StädteRegion Aachen sind die Mitgliedskörperschaften des LVR. In der Landschaftsversammlung Rheinland gestalten gewählte Mitglieder aus den rheinischen Kommunen die Arbeit des Verbandes.

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