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20. Februar 2015 | Kultur
Perspektiven für ein gemeinsames Haus Europa
LVR blickt mit „Eurovision 1914“ auf sein Verbundprojekt „1914 – Mitten in Europa“ zurück / Gemeinsame Veranstaltung mit Landeszentrale für politische Bildung NRW und Institut „Moderne im Rheinland“ / Jugendliche stellen im LVR-Industriemuseum Oberhausen ihre Projekte zum Ersten Weltkrieg vor

Oberhausen./Köln. 20. Februar 2015. 14 Ausstellungen, 550 Veranstaltungen im Begleitprogramm, zahlreiche Aktionstage – das sind die Zahlen des einzigartigen Verbundprojektes mit dem Titel „1914 – Mitten in Europa. Das Rheinland und der Erste Weltkrieg“, das der Landschaftsverband Rheinland (LVR) im September 2013 startete. Seitdem haben sich über 350.000 interessierte Menschen aus verschiedenen Blickwinkeln mit den Geschehnissen rund um den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor rund 100 Jahren beschäftigt. Mit der „Eurovision 1914“ im LVR-Industriemuseum Oberhausen am 19. und 20. Februar zieht der LVR gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung NRW und dem Institut „Moderne im Rheinland“ an der Heinrich-Heine-Universität nun eine erste Bilanz – und blickt dabei auch nach vorne. Denn 20 Schulen aus Deutschland, England, Frankreich, Italien und Rumänien präsentieren ihre Idee von einer Erinnerung.

Gruppenbild mit Jugendlichen von 20 Schulen.
Schülerinnen und Schüler aus Deutschland, England, Frankreich, Italien und Rumänien stellen in Oberhausen ihre Projekte zum Ersten Weltkrieg vor. Foto: LVR / Jürgen Hoffmann

„Die durchweg positive Resonanz, die wir zu diesem Projekt über die gesamte Laufzeit erhalten haben, hat uns deutlich gezeigt, dass die Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg in dieser Form und in diesem Facettenreichtum bundesweit einzigartig ist. Darüber hinaus haben wir immer wieder erfahren, dass das Thema auch hundert Jahre nach der ‚Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts‘ ein sehr aktuelles ist. Besonders erfreulich ist, dass wir durch den bildungspolitischen Ansatz auch junge Menschen ansprechen können“, unterstreicht Milena Karabaic, LVR-Dezernentin Kultur und Landschaftliche Kulturpflege.

Mit Ausstellungen zum Beispiel über die deutsche Orientpolitik, über Farbfotografien von Menschen rund um den Globus oder über die Zusammenhänge von Kunst und Psychiatrie hat der LVR die Ereignisse um 1914 aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet – und dabei über die Grenzen des Rheinlands und Deutschland hinausgeschaut. Der Blick auf ein gesamteuropäisches Erinnern an den Beginn des Ersten Weltkrieges steht in Oberhausen im Mittelpunkt, wenn der LVR nun gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung NRW und dem Institut „Moderne im Rheinland“ der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf die „Eurovision 1914 – Eine Zwischenbilanz“ ausrichtet.

Blick in einen Koffer
Justus Keitel (links) und Cornelius Rahe vom Ratsgymnasium Bielefeld analysierten mit ihrer Projektgruppe, wie ihre Schule vom Ersten Weltkrieg betroffen war. Foto: LVR / Jürgen Hoffmann

LVR verleiht Gedenken eine europäische Perspektive

„Als kultureller Dienstleister und Träger von vierzehn Museen mit museumspädagogischen Angeboten will der LVR seinem bildungspolitischen Auftrag mit der Schülertagung in Oberhausen gerecht werden. Gleichzeitig bauen wir eine Brücke, die dem Gedenken an den Ersten Weltkrieg eine ganz besondere europäische Perspektive verleiht“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Thomas Schleper. Denn nicht nur in Deutschland, sondern auch in den übrigen europäischen Staaten wird den Ereignissen vor rund 100 Jahren gedacht. Wodurch aber unterscheiden sich Formen des Erinnerns? Was verbinden Kinder und Jugendliche mit dem Anlass des Gedenkens? Und wie beeinflusst die erneute Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg das historisch-politische Lernen in Europa? Fragen wie diese werden bei der von der NRW-Stiftung geförderten Veranstaltung in Oberhausen in den Blick genommen.

Blick in die Ausstellung der Eurovisions-Projekte.
Drei Schulen aus Oberhausen haben das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet – und dabei auch multimedial gearbeitet. Foto: LVR / Jürgen Hoffmann

Zusammenspiel mehrerer Nationen

Wie sich Schülerinnen und Schüler in ganz Europa im zurückliegenden Jahr mit dem Ersten Weltkrieg beschäftigt haben, ist in Oberhausen exemplarisch zu sehen. Insgesamt 19 Einzelprojekte werden in Oberhausen zu einer Ausstellung zusammengeführt. Symbolisch errichten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei das „Haus der europäischen Erinnerung“. Es soll ein Sinnbild sein für ein gemeinschaftliches Erinnern und für Toleranz und Vielfalt in Europa. Tatsächlich sind bereits Präsentationen entstanden, die das Thema teilweise im Zusammenspiel mehrerer Nationen umsetzen. So wie etwa bei dem Projekt mit dem Titel „Spurensuche 1914 im Museum“, in dem sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, Frankreich, Belgien und Polen über die Zeit um 1914 austauschten. Die Jugendlichen aus vier europäischen Ländern gingen auf Spurensuche – zunächst in den Sammlungen der Museen, später in ihren Familien, Heimatorten, in Archiven und Ämtern. Mehrere Schulen aus Deutschland, Frankreich und Polen indes haben unter der Überschrift „Europa 1914 - 2014: Multimedia-Projekt in drei Sprachen“ der Frage gewidmet, wie die Vorfahren lebten und wie das Leben durch den Ersten Weltkrieg beeinflusst und verändert wurde. Zu den zentralen Elementen der Präsentation im LVR-Industriemuseum gehört zudem eine zwei Meter hohe Friedenseiche aus der „Friedensstadt Osnabrück“. In einem Projekt der Thomas-Morus-Schule Osnabrück bildet sie den Gegenentwurf zur 1913 anlässlich des 25-jährigen Thronjubiläums Kaiser Wilhelms II. gepflanzten „Wallenhorster Eiche“.

Diskussion mit Fachleuten aus verschiedenen Disziplinen

Das Gedenkjahr 2014 steht mit einem weiteren Schwerpunkt im Zentrum der Veranstaltung: Renommierte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus Geschichte, Politik, Literatur und Bildung rücken das Verbundprojekt bei ihrer Rückschau in einen europäischen Kontext und fragen gemeinsam mit Schülerinnen, Schülern und Lehrenden nach der Zukunftsfähigkeit der durch ihre Projekte ausgelösten Initiativen zur Erinnerungskultur.

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Ihr Kontakt für redaktionelle Fragen:

Birgit Ströter
LVR-Fachbereich Kommunikation
Telefon: 0221 809-7711

Björn Mende
document1 GmbH
Telefon: 02825 93958-13

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»1914 – Mitten in Europa. Das Rheinland und der Erste Weltkrieg« ist ein Projekt des LVR-Dezernates Kultur und Landschaftliche Kulturpflege mit verschiedenen Partnern. Schirmherrin des Projektes ist Ute Schäfer, Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.

Link zur Internetseite:

http://www.rheinland1914.lvr.de

Über den LVR:

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) arbeitet als Kommunalverband mit rund 21.000 Beschäftigten für die 9,7 Millionen Menschen im Rheinland. Mit seinen 41 Schulen, zehn Kliniken, 20 Museen und Kultureinrichtungen, vier Jugendhilfeeinrichtungen, dem Landesjugendamt sowie dem Verbund Heilpädagogischer Hilfen erfüllt er Aufgaben, die rheinlandweit wahrgenommen werden. Der LVR ist Deutschlands größter Leistungsträger für Menschen mit Behinderungen und engagiert sich für Inklusion in allen Lebensbereichen. „Qualität für Menschen“ ist sein Leitgedanke.

Die 13 kreisfreien Städte und die zwölf Kreise im Rheinland sowie die StädteRegion Aachen sind die Mitgliedskörperschaften des LVR. In der Landschaftsversammlung Rheinland gestalten gewählte Mitglieder aus den rheinischen Kommunen die Arbeit des Verbandes.

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