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26. Juni 2018 | Soziales
LVR: Sechs von zehn Menschen mit Behinderung leben selbstständig mit ambulanter Unterstützung in eigener Wohnung
Bundesweiter Kennzahlenvergleich der Eingliederungshilfe 2016 veröffentlicht / 73.500 Menschen mit Behinderung im Rheinland erhalten Unterstützung beim Wohnen oder zur Beschäftigung

Rheinland/Köln, 26. Juni 2018. Knapp 404.000 Menschen mit Behinderung benötigen bundesweit ambulante oder stationäre Unterstützung beim Wohnen – gut zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Bundesweit lebt mehr als die Hälfte von ihnen (52 Prozent) stationär untergebracht in Wohneinrichtungen. Im Rheinland dagegen leben sechs von zehn Menschen mit Behinderung und Wohnunterstützung mit ambulanter Unterstützung selbstständig in der eigenen Wohnung (62 Prozent). Insgesamt finanziert der Landschaftsverband Rheinland (LVR) ambulante oder stationäre Wohnunterstützung im Rahmen der Eingliederungshilfe für rund 57.900 Menschen mit Behinderung. Der LVR verzeichnet damit die höchste Ambulantisierungsquote aller Flächenländer in der Bundesrepublik und den dritthöchsten Wert im Bundesvergleich, hinter den Stadtstaaten Berlin und Hamburg (mit einer Ambulantisierungsquote von 70 bzw. 67 Prozent).

Dies sind einige der Ergebnisse der aktuellen Ausgabe 2016 des Kennzahlenvergleichs Eingliederungshilfe, den die Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe (BAGüS) in Zusammenarbeit mit der Hamburger Firma con_sens GmbH erstellt und jährlich veröffentlicht. In der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses informierte LVR-Sozialdezernent Dirk Lewandrowski die Kommunalpolitikerinnen und -politiker über die aktuellen Trends und Entwicklungen.

„Seit 2003 baut der LVR mit Unterstützung der kommunalen Familie und der Freien Wohlfahrtspflege konsequent die Angebote zur ambulanten Unterstützung für Menschen mit Behinderung in der eigenen Wohnung aus“, erklärte Lewandrowski. Zu Beginn des Projektes lebten lediglich 25 Prozent der leistungsberechtigten Menschen in der eigenen Wohnung, heute hat sich der Anteil mit 62 Prozent im Rheinland mehr als verdoppelt.

„Das Wohnen in der eigenen Wohnung, in Nachbarschaft mit Menschen ohne Behinderung, stärkt die Selbstbestimmungsmöglichkeiten der Betroffenen und hebt die Chancen auf soziale Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe“, bekräftigte auch Martina Zsack-Möllmann, Vorsitzende des Sozialausschusses des LVR. „Ziel des LVR ist die Arbeit an der sozialen Inklusion, verbunden mit der gleichzeitigen Sicherstellung der individuell nötigen Unterstützung.“

Einen leichten Fallzahlanstieg von knapp einem Prozent verzeichnet der aktuelle Kennzahlenvergleich auch bei den Leistungen zur Beschäftigung für Menschen mit Behinderung – neben den Wohnhilfen der zweite große Aufgabenbereich der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung. Rund 307.000 Frauen und Männer mit Behinderung waren bundesweit in einer Werkstatt für behinderte Menschen beschäftigt oder besuchten eine Tagesförderstätte. Beim LVR liegt die Zahl der Werkstattbeschäftigten 2016 bei knapp 33.900. Da in NRW die Werkstätten auch für Menschen mit schwerer Behinderung offen sind, gibt es das Angebot der Tagesförderstätten hier nicht.

Insgesamt erbringt der LVR für rund 73.500 Frauen und Männer mit Behinderung Leistungen im Bereich Wohnen und Beschäftigung. Etwas mehr als die Hälfte der Werkstattbeschäftigten erhält zugleich eine Wohnunterstützung. Der Anteil der Menschen mit Behinderung, die selbstständig mit ambulanter Unterstützung in der eigenen Wohnung leben, schwankt innerhalb des Rheinlands zwischen 47 Prozent im Rhein-Sieg-Kreis und 75 Prozent im Kreis Heinsberg. Die Werte für die einzelnen Städte und Kreise sind wie folgt:


Ambulantisierungsquote in Prozent 31.12.2016, in Klammern: Zahl der Menschen mit Wohnunterstützung insgesamt (ambulant und stationär*)

Düsseldorf 58% (3.422)

Duisburg 60% (2.907)

Essen 59% (3.717)

Krefeld 66% (1.773)

Leverkusen 61% (868)

Mönchengladbach 71% (2.329)

Mülheim/Ruhr 59% (927)

Oberhausen 66% (1.393)

Remscheid 61% (982)

Solingen 57% (887)

Wuppertal 57% (2.418)

Kreis Mettmann 59% (2.560)

Rhein-Kreis Neuss 52% (1.941)

Kreis Viersen 62% (1.816)

Kreis Kleve 60% (2.352)

Kreis Wesel 57% (2.466)

Bonn 59% (1.651)

Köln 72% (7.373)

Rhein-Erft-Kreis 60% (2.135)

Kreis Euskirchen 56% (1.031)

Oberbergischer Kreis 54% (1.452)

Rheinisch-Bergischer Kreis 60% (1.453)

Rhein-Sieg-Kreis 47% (2.027)

Städteregion Aachen 69% (3.352)

Kreis Düren 64% (1.438)

Kreis Heinsberg 75% (1.957)

* Erwachsene nach gewöhnlichem Aufenthalt

Downloads
Ambulantisierungsquoten im Rheinland (PDF, 72 kB)
BAGüS-Kennzahlenvergleich 2016 (PDF, 3,88 MB)
Vorlage-Nr. 14/2665: Zentrale Ergebnisse des BAGüS-Kennzahlenvergleichs 2016 (PDF, 1,02 MB)
Vorlage-Nr. 14/2657: Die Eingliederungshilfe-Leistungen des LVR im Rheinland: Regionalisierter Datenbericht 2016 (PDF, 2,17 MB)

Pressekontakt:

Michael Sturmberg
LVR-Fachbereich Kommunikation
Tel 0221 809-7084
Mail michael.sturmberg@lvr.de

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Aktuelle Informationen des LVR zum Coronavirus finden Sie auf unserer Sonderseite www.lvr.de/corona
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Über den LVR:

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) arbeitet als Kommunalverband mit rund 20.000 Beschäftigten für die 9,7 Millionen Menschen im Rheinland. Mit seinen 41 Schulen, zehn Kliniken, 20 Museen und Kultureinrichtungen, vier Jugendhilfeeinrichtungen, dem Landesjugendamt sowie dem Verbund Heilpädagogischer Hilfen erfüllt er Aufgaben, die rheinlandweit wahrgenommen werden. Der LVR ist Deutschlands größter Leistungsträger für Menschen mit Behinderungen und engagiert sich für Inklusion in allen Lebensbereichen. „Qualität für Menschen“ ist sein Leitgedanke.

Die 13 kreisfreien Städte und die zwölf Kreise im Rheinland sowie die StädteRegion Aachen sind die Mitgliedskörperschaften des LVR. In der Landschaftsversammlung Rheinland gestalten gewählte Mitglieder aus den rheinischen Kommunen die Arbeit des Verbandes.

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