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07. Mai 2019 | Kliniken+HPH
More than a feeling – forensische Fachtagung lockt 350 Gäste nach Bedburg-Hau
25. Forensische Fachtagung „Sex & Drugs & Rock’n’Roll“ in der LVR-Klinik Bedburg-Hau / Rund 350 nationale und internationale Gäste aus Wissenschaft und Praxis / Thematischer Schwerpunkt sind Bindungen und ihre Einflüsse auf Persönlichkeitsentwicklung und Therapie

Bedburg-Hau. 7. Mai 2019. In der LVR-Klinik Bedburg-Hau hat heute die 25. Forensische Fachtagung „Sex & Drugs & Rock’n’Roll“ mit dem Thema „More than a feeling – Bindung, bindungslos, mehr als ein Gefühl“ begonnen. Die renommierte Fachtagung gehört zu den größten forensischen Veranstaltungen in Deutschland und Europa.

Drei Tage lang präsentieren 41 interdisziplinäre und internationale Forensik-Expertinnen und -Experten neue Forschungs- und Behandlungserkenntnisse. In Vorträgen und 24 Arbeitsgruppen präsentieren sie den rund 350 Gästen, wie forensische Patientinnen und Patienten erfolgreich behandelt werden können.

Für Dr. Jack Kreutz, Fachbereichsleiter Forensik der LVR-Klinik Bedburg-Hau, hat das Thema der diesjährigen Fachtagung eine besondere Bedeutung: „Die Persönlichkeitsentwicklung geht einher mit der Entwicklung von Bindungsstilen. Die Qualität von Bindungen beeinflusst nicht nur das Alltagsleben eines jeden Menschen, sondern wirkt sich auch auf die Therapie psychisch kranker Menschen aus. Welche Einflüsse haben Bindungen in der stationären Arbeit, wo viele Patientinnen und Patienten zum ersten Mal in ihrem Leben verlässliche langlebige Bindungen aufbauen“?

„Ist die Forensik derzeit bindungsfähig?“ lautet der provokante Titel des Vortrags von Prof. Dr. Ian Needham von der schweizerischen Psychiatrie St. Gallen Nord. In ihm führt er aus, inwiefern die derzeitige forensische Psychiatrie bindungsfähig ist und wo Bindung potenziell möglich wäre.

Als Expertin für transkulturelle Psychiatrie beschäftigt sich die leitende Psychiaterin Dr. Felicia Heidenreich-Dutray am Consultation psychothérapique pour Migrant-e-s in Lausanne mit kulturellen Differenzen zwischen Patientinnen und Patienten sowie Therapeutinnen und Therapeuten: Haben diese Differenzen einen Einfluss auf das Erkennen und die Therapie von Bindungsstörungen?

Von anderen Menschen erlittene Demütigung und Gewalt, aber auch die verleugnete Beteiligung an Gewalttaten und Verbrechen wirken sich auf die Nachkommen von Opfern und Täterinnen und Tätern aus. Diese meist unverarbeiteten Erschütterungen haben Einfluss auf die Art der Bindung zwischen den Generationen, thematisiert Prof. Dr. Angela Moré vom Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld.

Prof. Dr. Klaus Hoffmann vom Zentrum für Psychiatrie Reichenau legt in seinem Vortrag den Schwerpunkt auf die klinische Praxis. Wesentliche Elemente psychotherapeutischer Haltungen wie Selbsterfahrung, Gegenübertragung und entsprechend reflektierter Umgang im multiprofessionellen Team sind anspruchsvolle Aufgaben, zumal die Abteilungs- oder Stationskultur individuelle und Gruppenprozesse bei Mitarbeitenden wie bei Patientinnen und Patienten behindern oder fördern kann.

Forensische Patientinnen und Patienten sind Menschen, die in speziellen Kliniken untergebracht werden, weil sie aufgrund einer psychischen Erkrankung oder einer Suchterkrankung straffällig geworden, jedoch nur eingeschränkt oder gar nicht schuldfähig sind. Der Landschaftsverband Rheinland verfügt über ein Netzwerk von Fachabteilungen für den Maßregelvollzug. An sechs Standorten mit unterschiedlichen Behandlungsschwerpunkten werden psychisch kranke Straftäterinnen und Straftäter therapiert. Die forensischen Abteilungen der LVR-Klinik Bedburg-Hau, in denen rund 400 Patientinnen und Patienten stationär behandelt werden, sind von überregionaler Bedeutung und darüber hinaus im Bereich der ambulanten Betreuung mit den regionalen Anbietern psychiatrischer Versorgungsangebote gut vernetzt.

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Hintere Reihe (v.l.n.r.): Dr. Felicia Heidenreich-Dutray (Lausanne), Prof. Dr. Angela Moré (Hannover/Bielefeld), Klaus Lüder (Köln). Vordere Reihe (v.l.n.r.): Prof. Dr. Klaus Hoffmann (Reichenau/Konstanz), Prof. Dr. Ian Needham (St. Gallen), Dr. Jack Kreutz (Bedburg-Hau). Foto: LVR
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Über den LVR:

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) arbeitet als Kommunalverband mit rund 21.000 Beschäftigten für die 9,7 Millionen Menschen im Rheinland. Mit seinen 41 Schulen, zehn Kliniken, 20 Museen und Kultureinrichtungen, vier Jugendhilfeeinrichtungen, dem Landesjugendamt sowie dem Verbund Heilpädagogischer Hilfen erfüllt er Aufgaben, die rheinlandweit wahrgenommen werden. Der LVR ist Deutschlands größter Leistungsträger für Menschen mit Behinderungen und engagiert sich für Inklusion in allen Lebensbereichen. „Qualität für Menschen“ ist sein Leitgedanke.

Die 13 kreisfreien Städte und die zwölf Kreise im Rheinland sowie die StädteRegion Aachen sind die Mitgliedskörperschaften des LVR. In der Landschaftsversammlung Rheinland gestalten gewählte Mitglieder aus den rheinischen Kommunen die Arbeit des Verbandes.

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