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24. Oktober 2019 | Kultur
Planung einer „gesunden“ Stadt – Der Aachener Hochschullehrer und Architekt René von Schöfer in Nationalsozialismus und Nachkriegszeit
Preisgekrönte Dissertation von Moritz Wild erscheint als Arbeitsheft der Rheinischen Denkmalpflege

Aachen, Aldenhoven, Alsdorf, Hückelhoven-Ratheim, Linnich, Jülich, Schleiden, Wassenberg. 24. Oktober 2019. Eine neue, „gesunde“ Stadt zu schaffen: Diese aktuelle Forderung prägte bereits in den 1930er Jahren die Architekturschule der RWTH Aachen. Neues aus deutschen Traditionen hervorzubringen war das Ziel.

Eine maßgebliche Rolle in dieser konservativen Gegenbewegung zum Bauhaus spielte der Aachener Architekturprofessor René von Schöfer. Dessen beruflichen Werdegang beschreibt der Architekturhistoriker und Denkmalpfleger Moritz Wild in seiner Dissertation, die nun vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) in der Buchreihe der „Arbeitshefte der rheinischen Denkmalpflege“ veröffentlicht wurde.

Unter dem Titel „Architekturlehre und Städtebau im Regierungsbezirk Aachen, René von Schöfer (1883-1954)“ berichtet Wild über die ungebrochene Karriere von Schöfers. Der war in der Weimarer Republik an die Aachener Hochschule berufen worden und im „Dritten Reich“ Dekan geworden. Nach der Entnazifizierung erlebte er in der frühen Nachkriegszeit im Raum Aachen die Hochphase seines Schaffens. Ob Aachen, Aldenhoven, Alsdorf, Hückelhoven-Ratheim, Linnich, Jülich oder Schleiden: Am Wiederaufbau all dieser Städte im Regierungsbezirk Aachen hat der 1883 in Teheran geborene Österreicher René von Schöfer maßgeblich mitgewirkt.

„Moritz Wild hat nicht nur eine umfangreiche Monographie über das Wirken von Schöfers verfasst. Das Buch gibt auch tiefe Einblicke in die stadtplanerischen Prozesse vergangener Epochen“, so Prof. Dr. Christian Raabe vom Lehrgebiet Denkmalpflege und historische Bauforschung an der Fakultät für Architektur der RWTH Aachen. Dazu beschreibt er die Entwicklung der Lehre an der Fakultät für Architektur in den verschiedenen Epochen und politischen Systemen, die Auswahl von Professoren und deren Einfluss auf die Studierenden, die später selbst als Architekten die Stadtplanung im Raum Aachen prägen sollten.

75 Jahre nach den schweren Kriegszerstörungen, die man vielerorts zum Anlass nahm, die historischen Altstädte “aufzuräumen“, erkundet das Buch also sowohl Architektenausbildung als auch Städtebau in der Aachener Region und deren Verquickung. Auch den Weg zur autogerechten Innenstadt zeichnet es nach; heute ein Albtraum, in der Nachkriegszeit das Ideal einer von Altbauten und kleinteiligen Straßenzügen radikal befreiten, „gesunden“ Stadt.

Moritz Wild hat für seine Dissertation über René von Schöfer den renommierten, mit 10 000 Euro dotierten Paul-Clemen-Preis des LVR erhalten. Über sein Buch sagt Landeskonservatorin und Herausgeberin Andrea Pufke: „Mit hohem Aufwand hat der Autor den in vielen Archiven und Behörden verstreuten Quellenschatz gehoben und die komplexen Informationen gut verständlich und zum Teil unterhaltsam aufbereitet. Für die Denkmalpflege ist dieses Buch ein Glücksfall, weil damit viele Denkmalbewertungen erst möglich werden.“

Zur Publikation:

Moritz Wild, Architekturlehre und Städtebau im Regierungsbezirk Aachen. René von Schöfer (1883-1954). Arbeitsheft der rheinischen Denkmalpflege im Rheinland, Bd. 85. Hrsg. von Landeskonservatorin Dr. Andrea Pufke. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2019. ISBN 978-3-7319-0860-9; ca. 49,95 Euro; 336 Seiten mit 168 farbigen Abbildungen

Pressekontakt:

Birgit Ströter
LVR-Fachbereich Kommunikation
Tel. 02 21 – 809 – 77 11

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Zwei Frauen und vier Männer mit Büchern in der Hand Bei der Buchvorstellung in der Fakultät für Architektur der RWTH Aachen v.l.: Christof Rose, Stiftung Deutscher Architekten, die Moritz Wild ein Promotionsstipendium gegeben hat, Prof. Dr. Christian Raabe, Lehrgebiet Denkmalpflege und historische Bauforschung an der Fakultät für Architektur der RWTH Aachen, Doktorvater, Dr. Moritz Wild, Autor, Prof. Sabine Brück, Dekanin der Fakultät für Architektur der RWTH Aachen, Dr. Andrea Pufke, Landeskonservatorin Rheinland und Herausgeberin der Publikation, Dr. Rüdiger Urban, Förderverein Festung Zitadelle Jülich e.V., inhaltliche Unterstützung der Forschung. Foto: Vanessa Lange, LVR-ADR
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Über den LVR:

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) arbeitet als Kommunalverband mit rund 20.000 Beschäftigten für die 9,7 Millionen Menschen im Rheinland. Mit seinen 41 Schulen, zehn Kliniken, 20 Museen und Kultureinrichtungen, vier Jugendhilfeeinrichtungen, dem Landesjugendamt sowie dem Verbund Heilpädagogischer Hilfen erfüllt er Aufgaben, die rheinlandweit wahrgenommen werden. Der LVR ist Deutschlands größter Leistungsträger für Menschen mit Behinderungen und engagiert sich für Inklusion in allen Lebensbereichen. „Qualität für Menschen“ ist sein Leitgedanke.

Die 13 kreisfreien Städte und die zwölf Kreise im Rheinland sowie die StädteRegion Aachen sind die Mitgliedskörperschaften des LVR. In der Landschaftsversammlung Rheinland gestalten gewählte Mitglieder aus den rheinischen Kommunen die Arbeit des Verbandes.

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