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02. Juli 2015 | Jugend
Gehört werden! Jugendliche fordern einen Landesheimrat NRW
Tagung von LVR und LWL: Kinder und Jugendliche aus Jugendhilfe-Einrichtungen entwickeln gemeinsam mit Fachkräften Ideen für mehr Mitsprache / Landesjugendämter und NRW-Jugendministerium erarbeiten Konzept zur Umsetzung

Duisburg/Köln. 2. Juli 2015. Etwa 28.000 Plätze für Kinder und Jugendliche halten die rund 680 Einrichtungen der stationären Erziehungshilfe in Nordrhein-Westfalen bereit. 80 junge Menschen, die außerhalb ihres Elternhauses aufwachsen, haben sich in Duisburg nun mit Fachkräften der Jugendhilfe und weiteren Fachleuten über die Mitspracherechte in ihren Einrichtungen ausgetauscht. Ziel der von den beiden Landesjugendämtern der Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL) organisierten und vom NRW-Jugendministerium geförderten Fachtage „Gehört werden!“ war es, eine landesweite Beteiligungsstruktur zu entwickeln, die es Kindern und Jugendlichen ermöglicht, ihre Rechte wahrzunehmen und sich zu vernetzen.

Die auch im Bundeskinderschutzgesetz geforderten Mitwirkungsmöglichkeiten in Einrichtungen der Erziehungshilfe haben die Länder auf unterschiedliche Arten aufgegriffen. So existieren in Hessen und Bayern Landesheimräte, die als gewählte Gremien der Kinder und Jugendlichen deren Interessen bündeln und vertreten. Im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung stellte der Hessische Landesheimrat seine Arbeit vor. So konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Modell der Partizipation näher kennen lernen. Aus elf selbst erarbeiteten Vorschlägen wählten die Jugendlichen zum Abschluss der Veranstaltung drei Ideen aus, die umgesetzt werden sollen. Das Ergebnis: Es soll ein Landesheimrat NRW gegründet werden. Außerdem sollen weitere Fachtage und bundesweite Treffen zum Thema Beteiligung stattfinden.

„Für uns stand schnell fest, dass eine landesweite Beteiligungsstruktur für NRW nicht von Erwachsenen am Schreibtisch geplant werden darf. Dieses Vorhaben kann nur gemeinsam mit den Experten vor Ort gelingen, also den Kindern und Jugendlichen“, so LVR-Jugenddezernent Lorenz Bahr. Stimmberechtigt waren deshalb auch nur die jungen Menschen aus den Einrichtungen der Erziehungshilfe. „Wir nehmen als Landesjugendämter einen klaren Auftrag von den Fachtagen mit und der lautet: die Voraussetzungen für einen Landesheimrat in NRW schaffen“, ergänzt LWL-Jugenddezernent Hans Meyer. Gemeinsam mit dem NRW-Jugendministerium werden die Landesjugendämter nun weitere Schritte zur Umsetzung überlegen.

„Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Entscheidungen entspricht zentralen pädagogischen und demokratischen Grundverständnissen. Die Ergebnisse der Fachtage werden daher von uns sehr ernst genommen. Zusammen mit den Landesjugendämtern werden wir nunmehr die Ergebnisse konkret auswerten und sie in unsere weitere Arbeit integrieren“, so Frank Lonny vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.

Ansprechpartner bei redaktionellen Fragen:

Till Döring
LVR-Fachbereich Kommunikation
Tel 0221 809-7737
till.doering@lvr.de

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Über den LVR:

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) arbeitet als Kommunalverband mit rund 20.000 Beschäftigten für die 9,7 Millionen Menschen im Rheinland. Mit seinen 41 Schulen, zehn Kliniken, 20 Museen und Kultureinrichtungen, vier Jugendhilfeeinrichtungen, dem Landesjugendamt sowie dem Verbund Heilpädagogischer Hilfen erfüllt er Aufgaben, die rheinlandweit wahrgenommen werden. Der LVR ist Deutschlands größter Leistungsträger für Menschen mit Behinderungen und engagiert sich für Inklusion in allen Lebensbereichen. „Qualität für Menschen“ ist sein Leitgedanke.

Die 13 kreisfreien Städte und die zwölf Kreise im Rheinland sowie die StädteRegion Aachen sind die Mitgliedskörperschaften des LVR. In der Landschaftsversammlung Rheinland gestalten gewählte Mitglieder aus den rheinischen Kommunen die Arbeit des Verbandes.

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