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04. Juli 2016 | Newsletter Soziales
Newsletter Soziales und Integration - 3/2016
Inhalt
Integrationsunternehmen „Godesburger“ erhält Inklusionspreis
LVR-Werkstatträteworkshop 2016: Jetzt anmelden
Enormes Interesse: LVR-Fachtagung zum neuen Bundesteilhabegesetz
Gesucht: Mehr Mut machende Praxisbeispiele
Gute Zwischenergebnisse im Projekt „Autismus und Beruf“
LVR ist Spitze beim selbstständigen Wohnen für Menschen mit Behinderung
Drachenboot-Festival: LVR-Drachen landen auf Platz 4
Wohnen mit Freunden - Das Persönliche Budget in der Praxis
Das LVR-Integrationsamt auf der Rehacare 2016
LVR-Stellenmarkt
Integrationsunternehmen „Godesburger“ erhält Inklusionspreis
Mit insgesamt 24.000 Euro wurden Projekte aus Aachen, Bonn, Dortmund, Gütersloh, Iserlohn, Moers, Münster und Oberhausen ausgezeichnet. Das Team vom Restaurant "Godesburger" bekam den Fachpreis in der Kategorie "Arbeit und Qualifizierung". Foto: MAIS / Joe Kramer

Sozialminister Rainer Schmeltzer hat am 1. Juli in Düsseldorf acht herausragende Projekte mit dem Inklusionspreis NRW ausgezeichnet. Prämiert wurden Praxisbeispiele, die das gelungene inklusive Zusammenleben sowie die Umsetzung der Inklusion im Bewusstsein der Menschen mit und ohne Behinderung fördern.
Das vom LVR-Integrationsamt geförderte Unternehmen „Godesburger“ aus Bonn – Deutschlands erstes inklusives Burger-Restaurant - erhielt den Fachpreis „Arbeit und Qualifizierung“. Die Hälfte der Beschäftigten sind Menschen mit Behinderungen.
Der Inklusionspreis NRW wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben. Beworben hatten sich rund 200 Projekte aus ganz Nordrhein-Westfalen.

Zum Inklusionspreis (MAIS)
LVR-Werkstatträteworkshop 2016: Jetzt anmelden

Das LVR-Dezernat Soziales veranstaltet am 14. September für Werkstatträte der Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) im Rheinland eine Fachtagung in Köln. In mehreren Workshops werden unterschiedliche Arbeitsschwerpunkte beleuchtet. Themen sind u.a. die Arbeit von Frauenbeauftragten und die Nutzung des Persönlichen Budgets in den Werkstätten.

Für die kulturelle Unterhaltung sorgt die Theatergruppe fulminant aus Bonn. Interessierte Werkstatträte können sich noch bis zum 26. August anmelden.

Zur Anmeldung
Enormes Interesse: LVR-Fachtagung zum neuen Bundesteilhabegesetz

Innerhalb von wenigen Tagen waren die fast 300 Plätze für die hochkarätig besetzte LVR-Fachtagung zum neuen Bundesteilhabegesetz am 25. August in Köln ausgebucht. Im Fokus der Veranstaltung stehen die Auswirkungen der neuen Regelungen auf die Unterstützungsleistungen für Menschen mit Behinderungen sowie die Leistungsträger und -erbringer im Rheinland. Zu Beginn referiert die Parlamentarische Staatssekretärin der Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Gabriele Lösekrug-Möller, über die Reform der Eingliederungshilfe. Anschließend findet eine offene Gesprächsrunde mit Vertreterinnen und Vertretern der Bundes- und Landespolitik sowie weiteren Fachleuten statt.

Für alle Teilnehmenden und Interessierte, die bei der Anmeldung nicht berücksichtigt werden können, wird im Nachgang eine Dokumentation verschickt.

Zur Anmeldung (Warteliste)
Gesucht: Mehr Mut machende Praxisbeispiele

Über 100 Personen haben am 27. Juni an der Fachtagung zu innovativen Wohnformen für gehörlose und taubblinde Menschen teilgenommen. Das LVR-Dezernat Soziales hat die Fachtagung in Kooperation mit der Universität zu Köln durchgeführt. Nach der Begrüßung durch LVR-Sozialdezernent Dirk Lewandrowski, der die gute Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und LVR lobte, wurden erstmalig die Ergebnisse der vom Spitzenverband der Kranken- und Pflegekassen (GKV) geförderten Studie „Innovative Wohnformen für pflege- und betreuungsbedürftige gehörlose und taubblinde Menschen“ vorgestellt. An der Befragung der Universität zu Köln haben sich über tausend Menschen mit einer Hör- oder/und Sehbehinderung beteiligt. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere die Beratungs- und Unterstützungsangebote vor Ort für die Betroffenen bei der Wahl ihrer Wohnform entscheidend sind. Gehörlose und taubblinde Menschen möchten mit dem Pflege- und Betreuungspersonal ohne Hürden – zum Beispiel in Gebärdensprache – kommunizieren können.

Fachleute und Betroffene waren sich einig, dass es erfolgreiche Erfahrungsbeispiele braucht, um mehr gehörlose und taubblinde Menschen zu ermutigen, in den eigenen vier Wänden zu leben. Lothar Flemming, LVR-Fachbereichsleiter Sozialhilfe II, betonte, es sei dem Landschaftsverband Rheinland ein besonderes Anliegen, seinen Beitrag zu selbstständigen Wohnformen mit bedarfsgerechter Unterstützung für diese Gruppe von Menschen zu leisten.

Die Ergebnisse der Studie werden in Kürze auf der Internetseite des GKV-Spitzenverbandes veröffentlicht.

Zum Modellprogramm: Förderung neuer Wohnformen (GKV-Spitzenverband)
Gute Zwischenergebnisse im Projekt „Autismus und Beruf“

Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) sind besonders häufig von Arbeitslosigkeit betroffen, obwohl sie im Berufsleben sehr wohl leistungsfähig sind. In einem dreijährigen Modell arbeiten das LVR-Integrationsamt, die Autismus-Sprechstunde der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Köln sowie das Integrationsunternehmen ProjektRouter gGmbH zusammen: Es geht darum, Betroffene individuell dabei zu unterstützen, im Arbeitsleben Fuß zu fassen sowie Arbeitgebern Hilfestellungen an die Hand zu geben, wenn sie Betroffene beschäftigen möchten.

Nun liegt ein erster Zwischenbericht über das Projekt vor. Insgesamt zeigt sich deutlich, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von den neu entwickelten Angeboten – insbesondere dem Gruppencoaching und dem Personalcoaching – stark profitieren. Fähigkeiten im Bereich der sozialen Interaktion und Kommunikation entwickeln sich stetig weiter, müssen jedoch bei neuen Anforderungen oder Situationen am Arbeitsplatz unter Einbezug der Arbeitgeber und Kolleginnen und Kollegen angepasst werden.

Zum Zwischenbericht "Autismus und Beruf"
LVR ist Spitze beim selbstständigen Wohnen für Menschen mit Behinderung

Rund 384.000 Menschen mit Behinderung benötigen bundesweit ambulante oder stationäre Unterstützung beim Wohnen. Ihre Zahl stieg 2014 um knapp drei Prozent. Bundesweit lebt mehr als die Hälfte von ihnen – 54 Prozent – stationär untergebracht in Wohneinrichtungen. Im Gebiet des LVR dagegen haben haben sich die Verhältnisse bereits umgekehrt: Sechs von zehn Leistungsberechtigten (61 Prozent) leben mit ambulanter Unterstützung selbstständig in den eigenen vier Wänden. Damit hat der LVR die höchste Ambulantisierungsquote aller Flächenländer in der Bundesrepublik.

Dies sind einige der Ergebnisse der aktuellen Ausgabe 2014 des Kennzahlenvergleichs Eingliederungshilfe, den der Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe (BAGüS) in Zusammenarbeit mit der Hamburger Firma con_sens GmbH erstellt und jährlich veröffentlicht. In der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses informierte LVR-Sozialdezernent Dirk Lewandrowski über die Ergebnisse.

Moderat wachsende Fallzahlen stellt der Bericht 2014 neben der Wohnunterstützung auch im Leistungsbereich Arbeit und Beschäftigung fest: 302.000 Frauen und Männer mit Behinderung waren bundesweit in einer Werkstatt für behinderte Menschen beschäftigt oder besuchten eine Tagesförderstätte – zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Im Rheinland liegt die Zahl der Werkstattbeschäftigten bei rund 33.100.

Pressemeldung vom 21. Juni
Sozialausschuss-Vorlage 14/1278
Bericht zum Kennzahlenvergleich (BAGüS)
Drachenboot-Festival: LVR-Drachen landen auf Platz 4
Sportlicher Ehrgeiz und Spaß waren für die Teams entsprechender Antrieb.
Insgesamt haben 21 Teams, jeweils zusammengesetzt aus 18 Menschen mit und ohne Behinderung, teilgenommen. Foto: Michaela Zimmermann / LVR

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des LVR-Dezernates Soziales sowie der Alexianer Werkstätten sind beim Drachenboot-Festival am 10. Juni in Köln als gemeinsames Team an den Start gegangen. Das Boot der "LVR-Drachen" ist nur knapp am Sieger-Podium vorbei gepaddelt. Der vierte Platz war jedoch eine deutliche Steigerung zum Vorjahr. Gewonnen haben die SoLe Dragons der Diakonische Stiftung Wittekindshof.

Insgesamt haben 21 Teams, zusammengesetzt aus 18 Menschen mit und ohne Behinderung, bei strahlendem Sonnenschein teilgenommen. Im Vordergrund standen vor allem Begegnung und gemeinsamer Spaß – viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren als Wikinger oder mit bunter Kopfbedeckung kostümiert.

Das Drachenbootrennen ist seit 2010 Teil des integrativen Sporttages Köln am Fühlinger See. Weitere inklusive Wettbewerbe und Aktivitäten gab es in den Disziplinen Walken, Basketball und Bogenschießen.

Wohnen mit Freunden - Das Persönliche Budget in der Praxis
Das Wetter für einen Besuch im garten ist schön.
Patrick Tilch und seine BeWo-Fachkraft Brigitte Hapering betrachten die Mohnblumen im Garten des Hauses.

Patrick Tilch und Ralf und Angela Wildenauer sind enge Freunde, seit vielen Jahren. Und mehr als das: Sie sind eine Wohngemeinschaft, eigentlich schon eher eine Familie. Neben all dem Persönlichen verbindet die drei aber auch noch so etwas wie eine Geschäftsbeziehung. Angela und Ralf leisten persönliche Assistenz für ihren Mitbewohner Patrick. Sie sind immer da, wenn der durch eine Spastik körperlich stark eingeschränkte Mann mit Lernschwierigkeiten Unterstützung braucht – beim Essen, bei der Körperpflege, im Alltag. Und Patrick Tilch finanziert dies mit dem Persönlichen Budget, das er vom LVR erhält.

Ihm ist es wichtig, sich die Leute selbst aussuchen zu können, die ihn unterstützen. Das Persönliche Budget gibt ihm die Flexibilität, sein Leben so zu leben, wie er es will, und dennoch die Hilfe zu bekommen, die er braucht. Patrick Tilch ist glücklich mit seiner Lebenssituation: „Ich wünsche mir für andere Leute, dass sie auch so leben können wie wir.“

Weitere Praxisbeispiele zum Persönlichen Budget
Das LVR-Integrationsamt auf der Rehacare 2016
Die Messe ist jedes Jahr gut besucht.
Das LVR-Integrationsamt ist auch 2016 wieder bei der Messe Rehacare dabei. Foto: Paul Esser

Auf der Rehacare 2016 vom 28. September bis zum 1. Oktober präsentieren die Integrationsämter der Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL) unter dem Motto „Neue Wege zur Inklusion im Arbeitsleben“ ihre Leistungen. Das Integrationsunternehmen Kadomo aus Hilden baut über die vier Messetage hinweg ein Auto komplett behinderungsgerecht um. Die Messebesucherinnen und -besucher können die mobile Werkstatt live erleben. Die Integrationsämter bieten außerdem erstmals eine Fläche für individuelle Beratungen zu den verschiedenen Fördermöglichkeiten im Berufsleben sowie verschiedene Vorträge im Rehacare-Forum (Halle 3) an. Fachleute der Integrationsämter werden die Besucherinnen und Besucher über die behinderungsgerechte Gestaltung von Arbeitsplätzen und die Fördermöglichkeiten des Integrationsamtes beraten.

Mehr zur Rehacare
LVR-Stellenmarkt

Sie haben Interesse an einer Stelle beim Landschaftsverband Rheinland? Das LVR-Dezernat Soziales und das LVR-Dezernat Schulen und Integration sind regelmäßig auf der Suche nach qualifiziertem Personal. Stellenangebote in den Bereichen Soziales, Schulen und Integration sind den Rubriken Verwaltung oder Gesundheits-/Sozialwesen zugeordnet.

Zum LVR-Stellenmarkt
Über den LVR:

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) arbeitet als Kommunalverband mit rund 18.000 Beschäftigten für die 9,6 Millionen Menschen im Rheinland. Mit seinen 41 Schulen, zehn Kliniken, 19 Museen und Kultureinrichtungen, drei Heilpädagogischen Netzen, vier Jugendhilfeeinrichtungen und dem Landesjugendamt erfüllt er Aufgaben, die rheinlandweit wahrgenommen werden. Der LVR ist Deutschlands größter Leistungsträger für Menschen mit Behinderungen und engagiert sich für Inklusion in allen Lebensbereichen. „Qualität für Menschen“ ist sein Leitgedanke.

Die 13 kreisfreien Städte und die zwölf Kreise im Rheinland sowie die StädteRegion Aachen sind die Mitgliedskörperschaften des LVR. In der Landschaftsversammlung Rheinland gestalten Politikerinnen und Politiker aus den rheinischen Kommunen die Arbeit des Verbandes.

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