Handwerk und Hauswirtschaft
Die Handwerkerinnen und Handwerker zeigen ihre alten Techniken und erklären, für was die Menschen früher ihre Arbeit benötigt haben.
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Westerwald
In der Schmiede aus Bornich in der Baugruppe Westerwald/Mittelrhein können Sie den Schmied bei seiner schweißtreibenden Arbeit erleben. Mit Feuer, Hammer und Amboss formt er glühendes Eisen zu Werkzeugen, Beschlägen, Nägeln oder Hufeisen. Jeder Arbeitsschritt verlangt Erfahrung, Kraft und Präzision: Das Eisen wird in der Esse erhitzt, auf dem Amboss in Form geschlagen und anschließend abgekühlt oder gehärtet.
Die Dorfschmiede war über Jahrhunderte ein unverzichtbarer Handwerksbetrieb. Bauern, Fuhrleute und Handwerker ließen hier Geräte reparieren oder neue Werkzeuge anfertigen. Auch Wagenbeschläge, Türbänder oder landwirtschaftliche Geräte entstanden in der Schmiede. Der Schmied gehörte damit zu den wichtigsten Handwerkern im Dorf – seine Arbeit war für Landwirtschaft, Transport und Alltag gleichermaßen unentbehrlich.
Eifel
Im Haus aus Scheuerheck in der Baugruppe Eifel können Sie der Mausefallenkrämerin bei ihrer Arbeit zusehen. Mit geübten Handgriffen fertigt sie historische Mausefallen aus Draht. Es sind einfache, aber wirkungsvolle Alltagsgegenstände, die früher in vielen Haushalten unverzichtbar waren. Bei schönem Wetter arbeitet sie auch auf dem Vorplatz vor dem Haus.
Der Bau und Verkauf von Mausefallen bot vielen Menschen einen wichtigen Nebenerwerb. Besonders in ländlichen Regionen der Eifel stellten Familien die Fallen in Heimarbeit her und verkauften sie auf Märkten oder auf ihren Reisen als Hausierer. Die "Miesfaalenkriemerin" erinnert an dieses heute fast vergessene Handwerk und zeigt, wie mit einfachen Materialien ein Gebrauchsgegenstand entstand, der in nahezu jedem Haushalt benötigt wurde.
Niederrhein
Im Korbmacherhaus aus Hilfarth in der Baugruppe Niederrhein können Sie der Korbmacherin bei ihrer Arbeit zusehen. Aus Weidenruten entstehen mit Geschick und Geduld Körbe für Haushalt, Landwirtschaft und Transport. Jeder Korb wird von Hand geflochten und ist ein Unikat.
Das Korbflechterhandwerk gehörte über Jahrhunderte zu den wichtigsten ländlichen Gewerben. Körbe wurden zum Ernten, Lagern und Transportieren genutzt und waren aus dem Alltag kaum wegzudenken. Bei der Korbmacherin können Sie nicht nur traditionelle Flechttechniken erleben, sondern auch Körbe kaufen oder in Auftrag geben. Wer das Handwerk selbst ausprobieren möchte, kann über den Förderverein des Freilichtmuseums die regelmäßig angebotenen Flechtkurse buchen.
Eifel
In seiner Werkstatt im Hof aus Wallenthal in der Baugruppe Eifel stellt der Stellmacher mit großer Präzision Wagenteile her. Er stellt nicht nur neu her, sondern repariert auch Räder, Speichen und Achsen mit jahrzehntelanger Erfahrung und jahrhundertealtem Wissen.
Der Stellmacher war einst unentbehrlich für die Landwirtschaft, das Handwerkt und den Transport. Er baute und wartete Karren und Leiterwagen, Fuhrwerke, die täglich auf Feldern und Straßen im Einsatz waren. Seine Arbeit erforderte höchste Genauigkeit, denn nur passgenaue Räder und stabile Konstruktionen konnten den Belastungen des ALltags stand. So trug der Stellmachen entscheident dazu bei, dass Menschen und Waren sicher an ihr Ziel gelangten.
Eifel, Niederrhein, Bergisches Land
Treffen Sie unsere Hauswirtschafterinnen bei ihrer Arbeit in den historischen Häusern! Im Haus aus Elsig, im Heyerhof oder im Haus aus Eulenbruch erleben Sie, wie der Alltag früherer Generationen aussah. Hier wird gekocht, gebacken, eingeweckt, gewaschen, genäht und geputzt. Tätigkeiten, die einst den Tagesablauf bestimmten und viel Zeit sowie handwerkliches Geschick erforderten.
Die Hauswirtschaft war weit mehr als das Führen eines Haushalts. Sie sorgte für die Versorgung der Familie, den Erhalt von Kleidung und Hausrat sowie die Vorratshaltung über das ganze Jahr. Viele Arbeiten wurden von Hand erledigt und richteten sich nach den Jahreszeiten. Unsere Hauswirtschafterinnen machen diese oft unsichtbare, aber unverzichtbare Arbeit wieder erlebbar und geben Einblicke in das Leben der Menschen auf dem Land.
Bergisches Land
In der Steinmetzhütte der Baugruppe Bergisches Land können Sie unserer Steinmetzin bei der Arbeit zusehen. Mit Hammer und Meißel und weiteren bearbeitet sie Naturstein und fertigt Werkstücke wie Fenster- und Türgewände, Stufen oder Verzierungen. Jeder Schlag erfordert Präzision, Erfahrung und ein gutes Gespür für das Material. Ihr aktuelles Projekt: die Gerichtssäule aus Kommern.
Das Steinmetzhandwerk zählt zu den ältesten Handwerken überhaupt. Steinmetzinnen und Steinmetze schufen Bauteile für Wohnhäuser, Kirchen und öffentliche Gebäude und prägten damit das Erscheinungsbild vieler Orte. Bis heute sind ihre Arbeiten an historischen Bauwerken sichtbar. In der Steinmetzhütte erleben Sie, wie aus einem rohen Stein mit handwerklichem Können ein passgenaues Werkstück entsteht.
Westerwald
Hinter dem Haus aus Altenburg steht der Lehrbienenstand des Freilichtmuseums. Hier können Sie dem emsigen Treiben der Bienen am Flugloch zusehen. Im Haus aus Altenburg gibt es eine kleine Ausstellung zur Bienenzucht und auf dem Weg zum Lehrbienenstand können sie auf den Infotafeln des Deutschen Imkerbundes vieles über Bienen und die Imkerei lesen. In den Sommermonaten ist das Bienenhaus sonntags für Besucher geöffnet und ein Imker vor Ort, der Fragen fachkundig beantwortet.
Westerwald
Werfen Sie im Haus aus Ruppenrod in der Baugruppe Westerwald einen Blick in die Werkstatt unseres Drechslers. Dort verwandelt er Holz an der Drechselbank in formschöne und zugleich nützliche Alltagsgegenstände. Von Schalen und Tellern bis hin zu Werkzeugstielen oder Kerzenständern: mit sicherer Hand führt er die Werkzeuge an das rotierende Holz und arbeitet Stück für Stück die gewünschte Form heraus.
Gedrechselte Erzeugnisse waren früher aus dem täglichen Leben kaum wegzudenken. Ob in Küche, Haushalt oder Handwerk, viele Gebrauchsgegenstände entstanden auf diese Weise. Die Vorführung zeigt eindrucksvoll, wie viel Geschick, Konzentration und Erfahrung nötig sind, um aus einem schlichten Holzstück ein fertiges Werkstück entstehen zu lassen.
Eifel
Im Haus aus Rohren in der Baugruppe Eifel arbeitet unsere Weberin an einem historischen Webstuhl. Faden für Faden entsteht hier aus Kett- und Schussgarn ein festes Gewebe. Eben so, wie Stoffe über Jahrhunderte für Kleidung oder Bettwäsche hergestellt wurden. Der gleichmäßige Rhythmus des Webstuhls lässt ein altes Handwerk wieder lebendig werden.
Das Weben gehörte früher in vielen Regionen zum häuslichen Alltag oder wurde als Handwerk ausgeübt. Bevor Stoffe industriell gefertigt wurden, erforderte ihre Herstellung viel Zeit, Geduld und handwerkliches Können. Erleben Sie, wie aus einzelnen Fäden ein belastbares Gewebe entsteht und welche Bedeutung das Weberhandwerk für den Alltag der Menschen hatte.
Marktplatz Rheinland
Im Bungalow Kahlenbusch auf dem Marktplatz Rheinland können Sie unserer Hausfrau bei ihren täglichen Aufgaben begegnen. Moderne Haushaltsgeräte wie Waschmaschine, Staubsauger oder elektrische Küchenhelfer erleichtern in den 1970er Jahren viele Arbeiten. Dennoch bleibt die Hausarbeit zeitaufwendig: Kochen, Putzen, Waschen, Bügeln und die Versorgung der Familie bestimmen weiterhin den Alltag.
Die 1970er Jahre stehen für den Einzug zahlreicher technischer Neuerungen in den Haushalt. Sie versprachen mehr Komfort und Zeitersparnis, veränderten jedoch die Erwartungen an Sauberkeit, Ordnung und Versorgung zugleich. So verringerte sich die Arbeitsbelastung vieler Hausfrauen oft weniger als erhofft. Der Bungalow vermittelt anschaulich, wie sich Wohnen und Haushaltsführung in dieser Zeit wandelten.