Demokratie und Landschaft
Höhere Kommunalverbände und ihre Bedeutung für die Demokratiegeschichte nach 1945
Ende des Seitenheaders.
Eine funktionierende kommunale Selbstverwaltung ist Wurzel und Indikator gelebter Demokratie. Sie prägt unmittelbar den Alltag der Menschen in Städten, Gemeinden und Regionen.
Doch was bedeutet das konkret für unsere Demokratie? Welche Rolle spielt die kommunale und regionale Selbstverwaltung für ihr Funktionieren? Wie hat sie sich nach 1945 zu einer scheinbar selbstverständlichen Grundlage unseres politischen Staatswesens entwickelt?
Diesen Fragen widmet sich unser Forschungs- und Vermittlungsprojekt „Demokratie und Landschaft – Höhere Kommunalverbände und ihre Bedeutung für die Demokratiegeschichte nach 1945“. Im Mittelpunkt steht dabei eine Ebene, die oft im Hintergrund bleibt, aber für die Stabilität unserer Demokratie zentral ist: die Höheren Kommunalverbände. Im subsidiär aufgebauten Staatswesen der Bundesrepublik Deutschland übernehmen diese Verbände eine wichtige Mittlerfunktion. Sie bündeln Aufgaben auf regionaler Ebene und bleiben dabei unmittelbar am Leben der Menschen. Sie sichern Leistungen dort, wo einzelne Städte und Gemeinden sie nicht alleine tragen können und verbinden lokale Lebenswelten mit übergreifenden politischen Strukturen.
In unserer krisenbehafteten Zeit widmen wir uns bewusst der Kommune als wichtigstem Fundament der Demokratie. Hierzu beleuchten wir die Geschichte, Kultur und Sprache einer Behörde an der Schnittstelle von föderalem Staat und kommunaler Selbstverwaltung.
Das Projekt will die unterschiedlichen Bedeutungsräume der kommunalen Selbstverwaltung sichtbar machen. Als Fallbeispiel dient der Landschaftsverband Rheinland selbst. Seit seiner Gründung 1953 zählen zu seinen Aufgabengebieten unter anderem Bildung, Soziales, Gesundheit, Kultur- und Landschaftspflege. Damit ist der LVR als Kommunalverband auf vielfältige Weise mit dem Leben der Menschen verflochten. Zugleich lassen sich anhand der Aufgaben des LVR und ihrer Erfüllung Wandlungsprozesse auf gesellschaftlicher und politischer Ebene nachvollziehen, die wiederum in die demokratiegeschichtliche Entwicklung der Bundesrepublik eingebettet sind.
Ein interdisziplinäres Team von Forschenden aus den Bereichen Geschichte, Kulturanthropologie und Sprachwissenschaft untersucht, wie sich die kommunale und regionale Selbstverwaltung seit 1945 verändert hat und welche demokratischen Bedeutungen ihr zukommen.
Dafür wird das Archivmaterial zur Geschichte des Landschaftsverbands unter gezielten Fragestellungen aufgearbeitet, werden umfangreiche Textkorpora auf ihre sprachliche Entwicklung untersucht, qualitative Interviews durchgeführt und die Menschen nach ihrer Verbindung zum LVR befragt.
Über erste Ergebnisse, die Ausstellung sowie kommenden Veranstaltungen und Projekte halten wir Sie hier auf dem Laufenden!
Die Ergebnisse des Projektes werden unter anderem in Form einer Ausstellung präsentiert, die von April bis Juli 2027 im LVR-Landeshaus in Köln-Deutz zu sehen sein wird. Darüber hinaus machen Informations- und Weiterbildungsangebote die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich und werden in Fachdiskursen diskutiert.