Der kommunale Demokrat
Konrad Adenauers Wirken zwischen Kommune, Provinzialverband und Republik
Ende des Seitenheaders.
Die politische Biografie Konrad Adenauers erstreckt sich über rund 60 Jahre. Seine Zeit als erster Bundeskanzler (1949–1963) überstrahlt jedoch häufig sein Wirken als Kölner Oberbürgermeister (1917–1933), in dem er die Stadt mit wegweisenden Bau-, Wohnungs-, Kultur- und Wirtschaftsprojekten nachhaltig prägte.
Zugleich war Adenauer über die kommunale Ebene hinaus eng vernetzt: Er gehörte dem Provinziallandtag und dem Provinzialausschuss des Rheinischen Provinzialverbands an, dessen Vorsitz er von 1920 bis 1933 innehatte, und war von 1921 bis 1933 Präsident des Preußischen Staatsrats. Diese Verflechtungen sind bislang nur ansatzweise erforscht.
Als überzeugter Demokrat verstand Adenauer die kommunale Selbstverwaltung als Fundament der Demokratie. Er nutzte kommunale, regionale und staatliche Institutionen pragmatisch, um politische Handlungsspielräume zu erweitern und seine Ziele durchzusetzen.
Die Tagung fragt danach, wie Adenauer seine verschiedenen Ämter, Institutionen und Netzwerke miteinander verband und wie sich sein Regierungsstil sowie seine kommunal- und regionalpolitischen Zielsetzungen zwischen Kaiserreich und Weimarer Republik entwickelten. Zugleich wird untersucht, welchen Einfluss diese Erfahrungen auf sein späteres Verständnis von Demokratie, Föderalismus und Zentralstaat hatten.
Kaffee und Zeit zum Ankommen
- Prof. Dr. Jürgen Wilhelm, stellv. Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland
- Dr. Stefan Vesper, Vorsitzender des Vorstandes der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer Haus
- Dr. Michael Borchard, Leiter des Archivs für Christlich-Demokratische Politik der Konrad-Adenauer-Stiftung
Dr. Helmut Rönz, Leiter des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte
Der „kommunale Adenauer“ als Forschungsgegenstand
Prof. Dr. Günther Schulz, Bad Honnef
Moderation: Dr. Mario Kramp, Köln
Konrad Adenauer, die Reichsfinanzreform 1919/1920 und die Herausforderungen für die kommunale Selbstverwaltung
Prof. Dr. Andreas Wirsching, München
„Ich bin gar nicht bange [...], mit den Stadtverordneten fertig zu werden, sei es mit den Herren, sei es gegen sie.“ Konrad Adenauers Verhältnis zur Stadtverordnetenversammlung und zur Opposition
Dr. Simon Ebert, Bonn
„Mit warmem Herzen und starkem Willen“?
Konrad Adenauer, Hertha Kraus und die kommunale Fürsorge als Handlungsfeld
Hannah Runden M.A., München
Diskussion der Vorträge
16:00 Uhr Kaffeepause
Moderation: Elisa Hempel M.A., Bonn
Adenauers Rolle in der Provinz
Helen Goldhahn M.A., Bonn
Adenauers „Eingemeindungshunger“ und Groß-Köln. Die rheinischen Städte und das Wachsen der Stadt Köln
Dr. Keywan Klaus Münster, Bonn
Schneller, weiter und höher – Der Oberbürgermeister und das Verkehrskreuz des Westens
Dr. Ulrich S. Soénius, Köln
Diskussion der Vorträge
Begrüßung
Reiner Limbach, Direktor des Landschaftsverbandes Rheinland
Der Kanzler im Oberbürgermeister –
der Oberbürgermeister im Kanzler?
Vortrag von Armin Laschet, Ministerpräsident a.D., MdB und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages
Anschließend Get-together
Kaffee und Zeit zum Ankommen
Moderation: Dr. Sabine Schößler, Bad Honnef
Adenauers Preußenbild in regionaler, föderaler und nationaler Perspektive
Dr. Holger Löttel, Bad Honnef-Rhöndorf
Ein Vernunftrepublikaner? Adenauer, der politische Katholizismus und die Demokratie in der Weimarer Republik
Prof. Dr. Elke Seefried, Aachen
Adenauer im Preußischen Staatsrat und das Ende der Republik
Prof. Dr. Friedrich Kießling, Bonn
Diskussion der Vorträge
12:15 Uhr Mittagspause
Moderation: Johanna Metz M.A., Bonn
Lernt Rheinisch mit Konrad Adenauer. Sprachliche Veränderungen im Laufe eines (Politiker-)Lebens und ihre möglichen Gründe
Dr. Charlotte Rein, Bonn
Der rheinisch-katholische Zionist? Adenauers Verhältnis zu den Jüdinnen und Juden in Köln und die Auswirkungen auf seine Israel-Politik nach 1945
Dr. Michael Borchard, Berlin
Kommune und Kolonien. Adenauers Blick auf koloniales Handeln vor und nach 1945
PD Dr. Henning Türk, Bonn
„Wahrhafter Hunger nach Kultur“. Kulturpolitik und demokratische Erneuerung in Konrad Adenauers Kölner Oberbürgermeister-Intermezzo 1945
Marcel Guthier M.A., Münster
Diskussion der Vorträge
15:00 Uhr Kaffeepause
Konrad der Große? Lokale Rezeption nach 1945 und die wechselseitigen Beziehungen zwischen Köln und seinem ehemaligen Oberbürgermeister
Dr. Matthias Hamann, Köln
„[…] die Kommunalpolitik ist eine Schule auch für die große Politik.“ Kommunales Handeln, Chancen und Herausforderungen der Gegenwart
Prof. Dr. Dominik Geppert, Historiker und Präsident der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien
im Gespräch mit
Christian Schuchardt, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages,
und Dr. Corinna Franz, LVR-Dezernentin Kultur
Ende und Verabschiedung
Die Tagung ist Teil des Verbundprojekts „150 Jahre Konrad Adenauer“. Träger des Projekts sind: