„Bildergeschichte(n)“

Fotoalben als Objektivationen privater Erinnerungskultur

Fotoalbum mit historischen Bildern

Projektbeschreibung

Spätestens seit den 1950er Jahren wurde der Fotoapparat beständiger Begleiter von Festen, Reisen und besonderen Anlässen. Damit war es möglich, individuelle, familiäre und kollektive Erinnerungen detailliert und situationsbezogen festzuhalten, ohne dass man auf einen Fotografen und ein Fotostudio angewiesen war. Dies veränderte die Praktiken des Fotografierens und damit auch die Bildmotive. Die Fotos wurden in Alben geklebt, die damit Träger von Erinnerungen, Alltagsgeschichten und -geschichte sind. Im aktuellen Forschungsprojekt wird zum einen das Album selbst als objektivierter Erinnerungsspeicher analysiert, zum anderen werden die Nutzungspraktiken entschlüsselt. Mit Hilfe qualitativer Interviews können so Ritualisierungen aufgezeigt und individuelle wie kollektive Bedeutungsebenen und Funktionen entschlüsselt werden.

Aufgeschlagenes Fotoalbum mit rotem Einband und schwarzen Seiten. Auf der rechten Seite des Albums sieht man drei schwarz-weiß Fotos. Auf dem Linke im Hochformat ist ein Mädchen in Kleid mit weiße, Kragen abgebildet, das eine Puppe im Arm hält.
Ich vergleiche ein Fotoalbum und die Bilder, die da drinnen sind, mit einem Nagel, der in die Wand geschlagen wird. Da drunter hängt ein Bild. Und das Bild sagt einem was. Es erzählt eine Geschichte. Das Album ist für mich ein Erinnerungsstück.

Dr. Katrin Bauer

Wissenschaftliche Referentin, Team Alltagskultur

Forschungsprofil