Rheinische Landeskunde und Regionalgeschichte

Unsere Forschungsbereiche zu Alltagskulturen, Geschichte und Sprache im Überblick

Alltagskulturen im Rheinland

Wir erforschen den Alltag der Rheinländer*innen in Vergangenheit und Gegenwart mit kulturanthropologischen Methoden. Im Fokus steht dabei der Mensch als Experte für sein Leben und Konzept von regionaler Kultur. Mit empirischen Zugängen begleiten wir Menschen in ihren Alltagen, analysieren Bedeutungen, Normen, Werte; wir fragen nach übergeordneten Perspektiven und gesellschaftlichen Wandlungsprozessen.

Essen, Trinken, Arbeit, Freizeit, Kleidung, Wohnen, Kommunikation und Ideale – so bunt wie unsere Alltage, so vielfältig sind auch unsere Forschungsthemen: Bräuche und Rituale, Vergemeinschaftungen, Erinnerungskulturen, Arbeitstechniken, Narrative, geistige Konzepte, mentale Vorstellungen oder interkulturelle Alltage sind dabei Folien und Perspektiven, unter denen wir Alltagsphänomene betrachten.

Fotoalbum aus der Sammlung Vahrenbrink aufgeschlagen

Geschichte

Wir setzen uns mit der reichhaltigen Geschichte des Rheinlandes auseinander – von der Antike bis in die Gegenwart. Ob digital oder analog immer stehen der Mensch und sein Handeln im Fokus. Unsere Forschungen behandeln einen Raum, in dem sich frühzeitig zahlreiche Städte herausbildeten, die das Rheinland bis heute stark prägen. Weitere Forschungsschwerpunkte liegen in der Landeszeitgeschichte sowie in der Kulturgeschichte des Rheinlandes. Gemeinsam mit regionalen, nationalen und internationalen Kooperationspartnern vermitteln wir dieses Wissen in zahlreichen Veranstaltungsformaten und über Forschungsprojekte. Darüber hinaus beraten und fördern wir die rheinische Geschichtslandschaft. Ein besonderer Ort unserer Arbeit ist das LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen, das jüdische Geschichte im Rheinland konkret erfahrbar macht.

Ein Schiff auf dem Rhein

Sprache

Wir beschäftigen uns intensiv mit der sprachlichen Vielfalt im Rheinland. Im Fokus steht dabei besonders das Gebiet des Rheinischen Fächers. Schwerpunktmäßig befassen wir uns mit dem Raum zwischen der Dorp-Dorf-Linie im Süden und der Einheitsplurallinie im Norden und somit insbesondere mit den Dialekträumen Ripuarisch, Südniederfränkisch, Ostbergisch und Kleverländisch. Diese dialektale Vielfalt auf vergleichsweise engem Raum macht den rheinischen Sprachraum zu einem besonders variantenreichen Gebiet, sowohl hinsichtlich der lokalen Dialekte und der großräumigeren Regiolekte als auch der Orts- und Familiennamen.

Für alle Forschungsbereiche der Sprachwissenschaft im LVR-ILR bieten wir Beratungsmöglichkeiten an, beispielsweise zur Durchführung von dialektbezogenen Projekten auf lokaler und regionaler Ebene, zur Erklärung von einzelnen Mundartwörtern oder Namen sowie für Medienanfragen.

Die Karte zeigt die Dialektgebiete des Rheinlandes sowie die Dialektgrenzen.
Georg Cornelissen (2014): Bergische Sprachräume. In: Stefan Gorißen, Horst Sassin und Kurt Wesoly (Hg.): Geschichte des Bergischen Landes. Bis zum Ende des alten Herzogtums 1806. (= Bergische Forschungen. Quellen und Forschungen zur bergischen Geschichte, Kunst und Literatur, Band 31). Bielefeld: Verlag für Regionalgeschichte, S. 703.