Filme Alltagskulturen und Kulturelles Erbe

Filmdreh bei der Feldarbeit

Filme des LVR-ILR aus jüngerer Zeit beschäftigen sich mit dem Alltag der Menschen im Rheinland, wobei die handelnden Akteur*innen selbst und deren soziale Kontexte im Fokus stehen. Inter- und multikulturelle Themen werden dabei ebenso behandelt wie nachhaltige Landwirtschaft, Vereinskulturen oder aktuellere kulturelle Phänomene wie etwa Tiersegnungen. O-Tö­ne der Prot­ago­nist*in­nen haben ei­nen grö­ße­ren Stel­len­wert als in älteren Filmen und auf Off-Kom­men­ta­re wird meist ver­zich­tet. Neue We­ge wer­den eben­falls mit ei­ner 2014 ein­ge­führ­ten Film­rei­he „Kul­tu­rel­les Er­be“ be­schrit­ten – al­tes Film­ma­te­ri­al wird hier über Er­zäh­lun­gen von Zeit­zeug*in­nen neu kon­textua­li­siert und die Er­in­ne­rungs­kul­tur tritt in den Vor­der­grund.

Filmempfehlungen

Eine Auswahl neuerer Filme zu Alltagskulturen und kulturellem Erbe.

Leben im Dorf, das ist Frühstück unterm Apfelbaum mit glücklichen Kindern und glücklichen Kühen, das ist harmonisches Miteinander von Dorfgemeinschaft und natürlicher Umgebung – so ein verbreitetes Idealbild vom Landleben. Die Realität sieht oft anders aus. Der ländliche Raum steckt in der Krise: starker Bevölkerungsrückgang, Verlust an Infrastruktur, Sterben der Landwirtschaft, Wegfall tradierter sozialer Beziehungen und Rituale. Wie gehen Dorfbewohner mit den Herausforderungen der Gegenwart um? Wie sichern sie Zukunft für ihre Dörfer? Welche Traditionen und Institutionen wollen sie weitergeben?

In Loikum am Niederrhein leben 800 Menschen auf 11 Quadratkilometern. Es gibt keinen Bäcker, keinen Laden, keine Tankstelle. Aber es gibt über 30 landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe. Es gibt flächendeckend Glasfaserkabel, einen Bürgerbus, einen Bauernmarkt und das Landfrauencafé. Eine aktive Kirchengemeinde, Schützenverein und freiwillige Feuerwehr. Landfrauen, Blasorchester, Landjugend und Kirchenchor. Gerade wurde Loikum ausgezeichnet: Gold im Landes-, Silber im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Wie die Loikumer in ihrem Dorf leben, welche Projekte sie anstoßen und umsetzen, welche Herausforderungen sie bewältigen und wie dörfliche Gemeinschaft in der Gegenwart gelebt wird, sehen Sie in unserem Dokumentarfilm. Ein Jahr lang haben wir das Dorf und seine Bewohnerinnen und Bewohner begleitet und durften ein Stück Alltag in Loikum kennenlernen.

Filmcover
Blick auf das ländliche Loikum.

»Es ist ein Wald, der gehört uns allen«

Nicht nur als grünes Ausflugsziel und wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems ist der Wald von Bedeutung. Der Wald ist ein zentraler regionaler wie globaler Wirtschaftsfaktor als Rohstofflieferant und Arbeitsplatz. Forstwirtschaft ist ein hochkomplexes System, in dem Ökonomie und Ökologie berücksichtigt werden. Der volkskundlich-kulturanthropologische Dokumentarfilm stellt die Menschen vor Ort ins Zentrum: Förster, Forstwirte und Auszubildende im Forstbetriebsbezirk Zweifall, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zweier regionaler Sägewerke sowie Menschen, die sich ehrenamtlich im »Museumssägewerk Stolberg-Zweifall« engagieren, wurden bei ihrem Arbeitsalltag im Wald und im Sägewerk begleitet. Sie erzählen von ihrer Arbeit, von technischem Wandel und der Bedeutung des Waldes. Deutlich wird dabei die Faszination für den Forst als Arbeitswelt sowie die wirtschaftliche, ökologische und ortsgeschichtliche Bedeutung, die der Wald und die Holzproduktion in der Region für die Menschen haben. Der Film entstand aus einem Kooperationsprojekt des LVR-ILR mit dem Förderverein des am Forsthaus in Stolberg-Zweifall ansässigen Museumssägewerks. Auf der DVD sind neben dem Hauptfilm die fünf Kurzfilme für die Medienstation im Museum sowie die Kurzfassungen von fünf LVR-Produktionen aus den Jahren 1976 bis 1989 versammelt.

Filmcover zeigt Waldarbeiter bei Sägearbeiten.
Zwei Forstwirtschaftsmeister neben einer Fichte.

Essen ist ein zentrales Kulturelement. In und durch die täglichen Mahlzeiten erfahren und vermitteln Menschen Identitäten, Emotionen und Heimat. Auch Religion beeinflusst die Nahrungskultur, fast alle Religionen haben konkrete, mehr oder weniger detaillierte Speisevorschriften. Welchen Einfluss haben diese religiösen Speiseregeln auf das Alltagsleben von Menschen heute? In der Einwanderungsregion wie dem Rheinland leben Menschen unterschiedlichster Religionszugehörigkeit miteinander. Der Film begleitet eine jüdische und eine muslimische Familie in ihrem Küchenalltag. Sie zeigen uns, wie sie einkaufen, kochen und sich auf wichtige religiöse Feste vorbereiten. Dabei erzählen sie, was die Religion ihnen bedeutet. Ergänzt wird der sehr persönliche Einblick in alltägliche Familienküchen durch zwei Experten: Der Maschgiach der jüdischen Gemeinde Köln erklärt die Koscher-Regeln, zeigt aber auch, wie vielfältig die Umsetzungen im Alltag sein können. Die muslimische Expertin betreibt den Halalkauf, einen Supermarkt mit ausschließlich nach den Halal-Regeln hergestellten Produkten.

Flimcover mit Titel "Hauptsache kein Schwein. Koscher und Halal leben im Rheinland", drumherum Grafiken von Rindern in unterschiedlicher Größe und Farbe
Cover zur DVD A22: Hauptsache kein Schwein. Koscher und Halal leben im Rheinland