Digitales Gedenkbuch
für die Todesopfer der NS-Medizinverbrechen der ehemaligen Rheinprovinz
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Das im Aufbau befindliche Gedenkbuch soll den lange anonym gebliebenen Menschen, die im Rahmen der NS-„Euthanasie“ oder der Medizinverbrechen in Konzentrationslagern ermordet wurden, ihre Namen und ihre Geschichten zurückgeben. Durch die Erschließung und Veröffentlichung personenbezogener Daten im Portal Rheinische Geschichte werden individualisiertes Gedenken, wissenschaftliche Forschung und öffentliche Auseinandersetzung mit den Verbrechen erleichtert. Das Projekt versteht sich zugleich als Forschungs- und Erinnerungsprojekt. Es leistet einen Beitrag zur Aufarbeitung nationalsozialistischer Medizinverbrechen in der ehemaligen Rheinprovinz und stärkt die Sichtbarkeit der Opfer in der regionalen und überregionalen Erinnerungskultur.
Dieses Projekt gilt den Todesopfern der NS-Medizinverbrechen aus der ehemaligen Rheinprovinz. Häufig ist es das erste Mal, dass wir ihre Namen nennen, ihre Namen und Geschichten einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen. Aus Zahlen werden Schicksale.
Im Mittelpunkt des Projekts stehen die Menschen aus der ehemaligen preußischen Rheinprovinz, die Opfer der nationalsozialistischen Medizinverbrechen wurden. Dazu zählen insbesondere Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen, die im Rahmen der sogenannten „Euthanasie“-Verbrechen ermordet wurden, sowie Opfer medizinischer Experimente und der „Aktion 14f13“ in Konzentrationslagern.
Das Projekt geht unter anderem folgenden Fragen nach:
Die Rheinprovinz war zwar kein zentrales Gebiet der nationalsozialistischen Krankenmorde, dennoch fielen den Medizinverbrechen auch hier Tausende Menschen zum Opfer. So wurden allein im Rahmen der „Aktion T4“ mindestens 1.951 Menschen aus rheinischen Einrichtungen in die Tötungsanstalt Hadamar deportiert und dort ermordet.
Die Erarbeitung des Gedenkbuchs verbindet historische Grundlagenforschung, Archivarbeit und digitale Wissensvermittlung.
Zu den Arbeitsschritten gehören insbesondere:
Das digitale Gedenkbuch soll neben grundlegenden biografischen Angaben auch weiterführende Informationen zu Lebensumständen und Verfolgungsgeschichte enthalten. Erfasst werden unter anderem:
Bestimmte sensible Forschungsdaten, etwa medizinische Diagnosen, werden ausschließlich für wissenschaftliche Auswertungen genutzt und nicht veröffentlicht.
Das Projekt befindet sich derzeit im Aufbau.
Geplant ist die Entwicklung eines frei zugänglichen digitalen Gedenkbuchs im Portal Rheinische Geschichte, das aus einzelnen biografischen Einträgen bestehen und durch Such- und Filterfunktionen erschlossen werden soll. Die Veröffentlichung der ersten Inhalte ist für Herbst 2026 vorgesehen.
Darüber hinaus soll das Projekt neue Erkenntnisse über die NS-Medizinverbrechen in der ehemaligen Rheinprovinz liefern und bestehende Forschungslücken schließen.
Das digitale Gedenkbuch wird dauerhaft und frei zugänglich im Portal Rheinische Geschichte veröffentlicht und dort in fachwissenschaftliche Inhalte eingebettet.
Die geplante digitale Infrastruktur soll eine intuitive Nutzung sowie vielfältige Recherche- und Vermittlungsmöglichkeiten bieten.