Intensivpädagogische Wohngruppe N.E.O

Die Wohngruppe für Jungen im Aufnahmealter von 6 bis 12 Jahren

Junge, der in einer Nestschaukel sitzt

Zielgruppe

Die intensivpädagogische Gruppe N.E.O. nimmt Jungen mit besonderen sozialen Förderungsbedarfen sowie Verhaltensdefiziten oder -auffälligkeiten auf, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr im elterlichen Haushalt leben können oder für welche die reguläre Jugendhilfe aufgrund der vorliegenden Problematik keine adäquaten Angebote in bestehenden Regelgruppen der Jugendhilfelandschaft machen kann.

Ziel unserer Arbeit ist es, im Sinne der systemischen Haltung, gemeinsam mit den Jungen und ihren Familien/Herkunftssystemen eine individuelle Perspektive und Lebensplanung zu entwickeln. Unser Auftrag dabei ist, den Jungen eine intensive Unterstützung und einen klar strukturierten pädagogischen Rahmen bei der Ich-Findung sowie bei der Sozialisation in eine Gruppe und in die Gesellschaft zu bieten. Durch das professionelle pädagogische Betreuungskonzept mit systemischen Anteilen beabsichtigen wir eine für den jeweiligen Jungen am besten geeignete Hilfe anzubieten und durchzuführen und somit dem Jungen Alternativen für seinen weiteren Lebensweg aufzuzeigen.

Betreuungsangebot

Die Gruppe arbeitet mit einem durchstrukturierten Tagesablauf, der den Jungen Sicherheit und Orientierung bietet, aber auch angebrachte, notwendige Begrenzung. Er berücksichtigt zugleich den Bedarf der Kinder nach individueller Zuwendung, etwa bei den jüngeren Kindern durch das feststehende abendliche Ritual des Vorlesens in einer 1 : 1 Betreuung.

In der Woche nehmen die Jungen nachmittags verpflichtend an verschiedenen Förderprogrammen und Projekten teil, beispielsweise in den Bereichen Tiere, Garten, Basteln und Werken, Sport sowie Hauswirtschaft. Diese Angebote ermöglichen den Kindern, ihre eigenen Fähigkeiten und Stärken zu erkennen und weiterzuentwickeln, und bieten zugleich ein Lernfeld zur Förderung persönlicher und sozialer Kompetenzen wie Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz und verantwortliches Handeln.

Auch das Aufstehen in der Gruppe, gemeinsames Einnehmen der Mahlzeiten, regelmäßige begleitete Schularbeitszeiten und feste, themenbezogene Einzel- und Gruppengesprächszeiten gehören zum Trainingsfeld in der Gruppe sowie die Arbeit mit einem Verstärkerplan.

Den eigenen Ausgang können die Jungen sich je nach Alter durch ein strukturiertes und für den Einzelnen klar zu durchschauendes Ausgangsmodell selbst erarbeiten, welches an den Verstärkerplan gekoppelt ist.

Die Gruppe arbeitet zudem mit einem Bezugserziehersystem. Eine Besonderheit der Intensivgruppe N.E.O. ist, dass das Angebot für zusätzliche Betreuungseinheiten in Form von Fachleistungsstunden bei Krisen oder Entwicklungshemnissen bis hin zu einer 1 : 1 Betreuung im Gruppenkontext besteht. Diese sind individuell zu verhandeln und werden passgenau für den jeweiligen Jungen eingesetzt.

Freizeitgestaltung

Die Pädagog*innen unserer Gruppe arbeiten mit den Jungen mit handlungsorientierten Methoden wie freizeitpädagogischen Elementen, handwerklichen Angeboten, regelmäßigen sportlichen Aktivitäten und hauswirtschaftlichen Tätigkeiten. Von Montag bis Freitag finden verpflichtende Projekte und Förderprogramme für die Jungen statt. Jeden zweiten Samstag wird ein gemeinsamer Ausflug gestaltet. Zudem fährt die Gruppe zwei- bis dreimal im Jahr auf eine Ferienfreizeit. Vor jeden Ferien wird gemeinsam mit den Familien ein Fest gefeiert.

Therapeutische Begleitung

Unsere pädagogische Arbeit wird ergänzt durch therapeutische Begleitung einzelner Kinder und Jugendlicher, welche entsprechend der jeweiligen Bedarfssituation beispielsweise durch unseren psychologischen Dienst sowie durch Kinder - und Jugendlichen-Therapeut*innen oder Familientherapeut*innen geleistet wird. Unsere wöchentliche Halfeshof-Sprechstunde in Kooperation mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Remscheid runden unser umfassendes therapeutisches Angebot ab.

Einbindung der Eltern

Systemische Elternarbeit und der partizipative Ansatz in der Alltagsgestaltung sind Grundlage unserer pädagogischen Arbeit. Dem Bedürfnis der Eltern, den Kontakt trotz der Heimunterbringung nicht zu verlieren, wird durch regelmäßige Beurlaubungen der Kinder Rechnung getragen. Dies wird in jedem Fall individuell umgesetzt. Zudem finden regelmäßig Reflexionsgespräche nach den Beurlaubungen mit den Eltern statt. Auch werden die Beurlaubungen oftmals vorbesprochen oder gemeinam mit Eltern Regeln und Strukturen für Beurlaubungen geplant. Es gibt einen Telefontag in der Woche mit den Kindern und einen weiteren für die Eltern, an dem sie mit den Pädagog*innen zusätzlich sprechen können. Auch begleiten die Pädagog*innen Erstkontakte im elterlichen Haushalt. Weiter finden im Jahr vier Familienfeste - jeweils vor den Ferien- statt.

Betreuungsschlüssel

Der Betreuungsschlüssel beträgt 1 : 1.

Ausstattung und Lage

Eine geräumige Wohnung in einem Drei-Parteienhaus mit ausreichend Platz auf dem Campus des Jugendheimes Halfeshof, mit guter Verkehrsanbindung zu den verschiedenen Solinger Stadtteilen als auch zu den Städten Remscheid und Wuppertal. Jeder Junge wohnt in einem eigenen Zimmer, optional besteht die Möglichkeit für ein Doppelzimmer. Die Gruppe verfügt zudem über einen eigenen Werkraum, eine eigene Küche, ein Wohnzimmer und Sanitärräume.

Kontaktperson für diese Wohngruppe

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