Geschichte

des Oelchenshammers

Historisches Schwarzweiß-Foto von Männern beim Schmieden

Schon 1783 begannen Engelbert Zapp und Peter Müller mit der Errichtung des Oelchenshammers. Nach umfangreichen Erdarbeiten und der Errichtung des alten Hammerhauses mitsamt einer Welle wurde der Schmiedehammer 1787 erstmals in Betrieb genommen. 1816 wurden dann auch das Schmiedemeisterhaus und das „neue Hammerhaus“, welches heute den Schmiedehammer mit seiner Welle beherbergt, gebaut. Hinter den Hammergebäuden liegt der große Stauteich. In beiden Gebäuden finden sich Wasserräder. Einst waren es vier Stück in Betrieb. Heute sind noch zwei erhalten und funktionstüchtig. Das eine treibt die mächtige Welle an, die den Schmiedehammer hebt. Das zweite Wasserrad erzeugt den Wind für die Essen, in denen der Rohstahl auf eine Temperatur bis zu 1.150 Grad erhitzt wird.

Der Schmied hat einen „Schützjungen“, der über ein Gestänge das Wehr reguliert und so die Wassermenge und damit den Takt des Hammers bestimmt. Der Hammer kann bis zu 240 Schläge pro Minute ausführen.

Das Eisengewerbe im Oberbergischen Land hat eine lange Tradition. Die hohen Niederschläge sorgten für ausreichend Wasserkraft der Flüsse und Bäche. Außerdem gab es hier leicht abbaubares Eisenerz und Köhler nutzen die zahlreichen Wälder für die Produktion von Holzkohle für die Eisenhütten. Im Oelchenshammer wurde Rohstahl gehärtet und bearbeitet.

Um 1800 lagen dann die meisten Hämmer still. Die Wälder waren abgeholzt, das Erz war nur noch in tieferen Erdschichten zu finden, und der Schachtbau erforderte hohe Investition. Der Oelchenshammer blieb aber weiter in Betrieb. Mit der Übernahme durch das Edelstahlwerk Dörrenberg 1860 wurde hier ein spezieller Stahl hergestellt: der „Janus-Stahl“. Dieser war besonderes verdichtet und wurde zur Herstellung von Äxten, Sägen, Messern und anderen Werkzeugen genutzt, da er seine Schärfe lange hielt.

Mit dieser Spezialisierung wurde der Oelchenshammer bis 1947 betrieben. 1963 wurde die brachliegende Anlage zum 100. Geburtstag des Hammers im Besitz der Firma Dörrenberg wiederhergestellt. 1993 übernahm dann schließlich der LVR das historische Ensemble und empfängt seit 1995 Besuchende.

Eine historische Aufnahme einer Personengruppe am Oelchenshammer.