Willkommen im Peter-Behrens-Bau!

Sammlungsgeschichte in Oberhausen

Außenansicht eines großen Backstein-Gebäudes vor blauem Himmel
Außenansicht eines großen Backstein-Gebäudes vor blauem Himmel

Arbeit. Ästhetik. Architektur.

Mehr als 200 Jahre Industriegeschichte sind im Peter-Behrens-Bau an einem Ort versammelt. Rund 250.000 Objekte dokumentieren im zentralen Sammlungsdepot des LVR-Industriemuseums die Alltags- und Arbeitswelt in der rheinischen Industrie des 19. und 20. Jahrhunderts. Hier lagert nahezu alles, was man sich vorstellen kann – vom Eierbecher über Arbeitskleidung bis hin zu historischen Maschinen.

Der eigentliche Star aber ist das Gebäude selbst. Der siebengeschossige Backsteinbau entstand in den 1920er Jahren nach Plänen des berühmten Bauhaus-Architekten Peter Behrens, dem hier die Ausstellung „Peter Behrens – Kunst und Technik“ gewidmet ist.

Historisches Schwarzweiß-Foto eines großen Backstein-Gebäudes

Peter Behrens

Bis heute zählt Peter Behrens (1868 – 1940) zu den bedeutendsten deutschen Architekten. Stilprägend waren seine Industriebauten, wie etwa das frühere Mannesmann-Gebäude am Düsseldorfer Rheinufer. Als Pionier des modernen Designs schuf Behrens außerdem Möbel, Porzellan und Gebrauchsgrafiken. Unter anderem stammen unvergessene Klassiker wie das Firmenlogo von AEG, das Kaiser’s Kaffee-Logo und der Schriftzug „Dem Deutschen Volke“ am Reichstagsgebäude in Berlin aus seinem Atelier.

In Behrens‘ Atelier nahmen die Karrieren der späteren Bauhaus-Künstler Walter Gropius, Mies van der Rohe und Adolf Meyer ihren Anfang. Le Corbusier zählte für einige Zeit zu seinen Mitarbeitern.

Historisches Schwarzweiß-Porträt eines Mannes
Nicola Perscheid, Portraitfotografie Peter Behrens, 1927, Haus der Geschichte/Stadtarchiv Essen

Peter Behrens – Kunst und Technik

Dem Leben und Werk des Künstlers widmet sich die Ausstellung „Peter Behrens – Kunst und Technik“ im fünften Obergeschoss des Peter-Behrens-Baus. Präsentiert werden unter anderem fotografische Innenansichten und anschauliche Modelle der großen Industriebauten des Architekten. Sie wurden von Studierenden der Peter Behrens School of Arts der Hochschule Düsseldorf nach Originalentwürfen umgesetzt.

Geöffnet ist die Ausstellung an den Wochenenden (freitags bis sonntags). Es werden auch Gruppenführungen ab zehn Personen angeboten.

Anfrage für eine Gruppenführung

Besuchsinfos

Barrierefreiheit

Die Sammlung

Kamm, Klopapier oder Karabinerhaken: Jedes noch so kleine Objekt hat seine eigene Inventarnummer. Denn sorgfältig aufbewahrt werden im Peter-Behrens-Bau rund 250.000 historische Objekte aus der Metall-, Stahl- und Schneidwarenindustrie sowie aus den Bereichen Alltagskultur und Papier-Geschichte. Einen Schwerpunkt bildet die einzigartige Textilsammlung. Sie ist die größte ihrer Art in Deutschland und umfasst Alltags- und Arbeitskleidung aus unterschiedlichen Epochen und Gesellschaftsschichten. Nahezu alle Bereiche des täglichen Lebens deckt die Kunststoffsammlung ab, die das LVR-Industriemuseum als Dauerleihgabe bewahrt.

Blick in Regale mit alten Schreibmaschinen

Der Bau

Einfach, unsentimental, funktional: Das frühere Hauptlagerhaus des Stahlkonzerns Gutehoffnungshütte (GHH) gehört zu den markantesten Industriebauten der Neuen Sachlichkeit. Mehr als 1.000 Tonnen Stahl wurden von 1920 bis 1925 in dem roten Backstein-Gebäude verbaut, das bis heute für eine einzigartige Verbindung von Kunst, Technik und Industriegeschichte steht. Getreu der Maßgabe „Das Schwere unten, das Leichte obenauf“ lagerten Jahrzehnte lang sämtliche Verbrauchsgüter der GHH in den Fluren des 90 Meter langen Gebäudes. Seit 1998 wird hier das industrielle Erbe des Rheinlands bewahrt.

Historisches Schwarzweiß-Foto eines großen Backstein-Gebäudes