Hafentempel und Amphitheater
Die beiden Großbauten der Colonia Ulpia Traiana sind auch heute repräsentativ für den Archäologischen Park.
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Viele Bauten der Römer waren zweckmäßig und praktisch. Manche waren einfach auch ein Statement an die Nachbarn.
Insula 37, Nähe Eingang Hafentempel
Wer sich der römischen Stadt Colonia Ulpia Traiana auf dem Rhein näherte, sah ihn schon von Weitem: den rund 25 Meter hohen Hafentempel. Nach dem Kapitol war er der zweitgrößte Tempel der Stadt und ein weithin sichtbares Wahrzeichen römischer Kultur. Mit seiner Größe und dem aufwendig verzierten, farbig bemalten Kalkstein verkörperte er den Anspruch der Colonia, ein Stück „Rom in der Fremde“ darzustellen. Viele Details der Säulen und korinthischen Kapitelle konnten anhand zahlreicher Bruchstücke aus den Ausgrabungen rekonstruiert werden. Eine farbig bemalte Säule erinnert heute an die einstige Farbenpracht. Heute erhebt sich der Nachbau am ursprünglichen Standort auf dem drei Meter hohen Podium.
Im Mittelalter wurde der Hafentempel wie viele römische Bauten in Xanten als Steinbruch genutzt. Das Baumaterial wurde abgetragen und andernorts wiederverwendet. Bei den Ausgrabungen ab 1977 kamen die 24 × 36 Meter große Fundamentplatte sowie zahlreiche verzierte Kalksteinfragmente und zerbrochene Marmorplatten ans Licht. Einige dieser Funde sind heute im Römermuseum zu sehen. Seinen ungewöhnlichen Namen erhielt der Tempel bei den Ausgrabungen aufgrund seiner Lage nahe dem römischen Hafen. Bis heute ist nicht sicher geklärt, welcher Gottheit der Hafentempel geweiht war. Funde und Ausstattung lassen jedoch eine Verbindung zum Kaiserkult vermuten. Die originalen Fundamente sind unter dem Nachbau erhalten und zugänglich. Auf diese Weise dient die Rekonstruktion zugleich als Schutzbau für die originalen Fundamente. Die Ausstellung unter dem Hafentempel zeigt, wie das Fundament errichtet wurde.
Insula 40, Nähe Eingang Stadtzentrum
Rund 10.000 Menschen fanden im Amphitheater der Colonia Ulpia Traiana Platz – ungefähr so viele, wie die Stadt Einwohner hatte. Damit war es ein Zentrum der Unterhaltung für die Menschen aus der Stadt und ihrem Umland. An Veranstaltungstagen strömten sie ins Amphitheater, um Tierhetzen und Gladiatorenkämpfe zu verfolgen. Die Sitzordnung spiegelte die römische Gesellschaft wider: Würdenträger saßen direkt an der Arena, das einfache Volk weiter oben. Mit 99 Metern Länge, rund zehn Metern Höhe und etwa 40.000 Tonnen Baumasse war das Amphitheater ein monumentaler Bau. Der heutige Nachbau steht auf den originalen Fundamenten und bildet die unteren sowie einen Teil der oberen Zuschauerränge nach. Unter den Sitzplätzen lagen Gänge und Kammern für Gladiatoren und Tiere.
Was geschah hinter den Kulissen der Spiele? In den Gewölben des Amphitheaters führt die Ausstellung „Brot und Spiele“ in die Welt der Gladiatoren, Tierhetzen und antiken Spektakel.
Beim großen Römerfest „Schwerter, Brot und Spiele“ zeigen Gladiatorengruppen packend und nach historischem Vorbild, mit welcher Ausrüstung und nach welchen Regeln gekämpft wurde – fernab gängiger Hollywood-Klischees.
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