Schiffszelt und Inklusive Holzwerkstatt

Antike Rheinschiffe, römische Möbel, moderne Ausstellungen. Bei Arbeiten mit Holz stehen im APX Hingabe und Inklusion an erster Stelle.

Schiffszelt, Blick auf die Backbord-Ruderbank des "Quintus"

Segel setzen für das UNESCO-Welterbe

Inklusion volle Fahrt voraus!

Zwischen 2014 und 2022 hat der APX sechs römische Schiffe nach Originalfunden aus dem Rhein nachgebaut. Unter der Anleitung eines niederländischen Schiffbaumeisters wirkten Jugendliche mit Behinderung aus verschiedenen Bildungseinrichtungen, Förderschulen und Werkstätten am Bau der Schiffe mit. Sie erlernten hierbei sowohl das traditionelle Holzhandwerk als auch den Umgang mit modernen Werkzeugen sowie das Lesen und Umsetzen von Bauplänen. Der Erfolg des inklusiven Werftprojektes legte den Grundstein für die Einrichtung der Inklusiven Holzwerkstatt.

Drei Männer beugen sich am Arbeitrsplatz eines Schreiners über einen Plan
Die Arbeiten am Segelschiff Minerva Tritonia

Die Flotte des APX

Eine Lastenfähre, zwei Einbäume für den Fischfang, ein landwirtschaftliches Arbeitsboot (Pünte), ein gesegeltes Frachtschiff sowie ein militärisches Ruderboot bilden die Flotte des APX. Die sechs originalgetreu rekonstruierten Schiffe können im Zelt an der Holzwerkstatt bewundert werden. Sie sind Funden aus Deutschland (Xanten, Mainz) und den Niederlanden (Zwammerdam, De Meern) nachempfunden. Mit der Nehalennia, der rekonstruierten römischen Fähre aus Xanten-Wardt, testete das Team 2015 auf der Lippe erstmals ein Schiff aus der inklusiven Werft. Spätere Nachbauten liefen an der Xantener Südsee vom Stapel. Nun wartet nur noch die Pünte auf ihre Taufe.

Das Ruderschiff "Quintus" auf der Xantener Südsee
Das römische Flusskriegsschiff "Quintus Tricensimanus" bei der Probefahrt

Das Ausstellungsprojekt an der Xantener Südsee

Vor 2.000 Jahren schützten und versorgten Schiffe wie jene im APX die römischen Stützpunkte und Städte am Rhein. Der Fluss bildete über 450 Jahre die Grenze zwischen Rom und dem „freien“ Germanien, den Niedergermanischen Limes (NGL). Diesen Grenzabschnitt mit seinen 44 bedeutenden Fundplätzen ernannte die UNESCO 2021 zum Welterbe. Mit einer Präsentation zum NGL an der Xantener Südsee verfolgt der APX langfristig das Ziel, einen zentralen Vermittlungsort für das Welterbe zu schaffen. Hier sollen die Schiffsnachbauten auf spielerische Weise Einblicke in das Leben am und mit dem Rhein als Grenzfluss geben. Das Ausflugsziel ist hierfür bestens geeignet, da genau hier in römischer Zeit der Rhein verlief. Publikumsfahrten an Bord eines nachgebauten Römerschiffes sollen das „Erlebnis Limes“ abrunden.

Rendering eines modernen Museumsbaus an der Xantener Südsee
Ideenskizze für die geplante Ausstellungshalle an der Xantener Südsee

Die Inklusive Holzwerkstatt des APX

Archäologie und Handwerk auf Augenhöhe

Die Verknüpfung von experimenteller Archäologie und traditionellem Schreinerhandwerk macht die Inklusive Holzwerkstatt einzigartig. Mit großer Hingabe baut das Team römische Schränke, Truhen und Betten nach. Sowohl bei der Erforschung der archäologischen Vorbilder als auch bei der handwerklichen Umsetzung sind Genauigkeit und Vorstellungsvermögen das A und O. Aushängeschild der Werkstatt ist ein detailgetreu rekonstruierter Kultschrein (Lararium) nach einem Originalfund aus Herculaneum in Italien. Neben römischen Möbeln fertigt das Team auch moderne Einrichtungselemente für neue Ausstellungen im APX.

Rendering eines modernen Museumsbaus an der Xantener Südsee
Der Nachbau eines Schranklarariums aus Herculaneum

Starke Hölzer, starke Köpfe – Ausbildung im Holzhandwerk

Die Inklusive Holzwerkstatt konnte 2017 mit Mitteln des LVR-Inklusionsamtes eingerichtet werden. Hier arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung Hand in Hand. Der APX bietet sowohl die reguläre Tischlerlehre an als auch die Ausbildung zum/zur Fachpraktiker*in für Holzverarbeitung. Zwei Auszubildende, die ihre Begabung bereits im Schiffsbau bewiesen hatten, konnten 2020 als Fachpraktiker in den Dienst des LVR übernommen werden. Im Sommer 2026 hat ein weiterer talentierter Nachwuchstischler nach erfolgreicher Prüfung zum Fachpraktiker nun auch die Vollausbildung im APX angetreten.

Rendering eines modernen Museumsbaus an der Xantener Südsee
Sichere Maschinenbedienung in der frisch sanierten Werkstatt

Praktikum gesucht?

Die Inklusive Holzwerkstatt unterstützt Jugendliche mit und ohne Behinderung dabei, ungeahnte Stärken zu entdecken und weiterzuentwickeln. Ein geschütztes Arbeitsumfeld und eine individuelle Betreuung bieten hierfür viel Raum. Durch die Einbettung in den Museumsbetrieb ergeben sich zugleich Aufgaben, die ein besonderes Maß an Kreativität und Geschick erfordern.

Rendering eines modernen Museumsbaus an der Xantener Südsee
Traditionelle Holzverarbeitung in der Inklusiven Holzwerkstatt

Lust, Werkstattluft zu schnuppern?

Bei Interesse an einem Praktikum einfach melden!

Öffnungszeiten

Vom 1. März bis einschließlich 1. November sind das Schiffszelt und die Inklusive Holzwerkstatt montags bis sonntags zu den regulären Öffnungszeiten des Archäologischen Parks für Besuchende geöffnet.
Vom 2. November bis zum 28. Februar bleiben das Schiffszelt und die Inklusive Holzwerkstatt geschlossen.

Tage der offenen Holzwerkstatt

An zwei Samstagen im Jahr besteht die Möglichkeit, selbst antike Schreinertechniken auszuprobieren. Die nächsten Termine sind (jeweils 11–17 Uhr):

  • Samstag, 19. September 2026
  • Samstag, 17. April 2027
  • Samstag, 18. September 2027