Stammschule

In unserer Stammschule finden Kinder und Jugendliche einen sicheren Ort zum Lernen, Wachsen und Ankommen. Hier verbinden sich Struktur, Beziehung und individuelle Förderung – damit alle Schüler*innen ihren eigenen Weg gehen können.

Außenansicht der LVR-Förderschule Halfeshof

Die Stammschule der LVR-Förderschule Halfeshof – Struktur, Beziehung und individuelle Förderung

Die Stammschule der LVR-Förderschule Halfeshof ist der zentrale schulische Standort für alle Kinder und Jugendlichen der stationären Jugendhilfeeinrichtung des LVR-Halfeshofs . Sie bietet Schüler*innen der Sekundarstufe I mit dem Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung einen sicheren Ort zum Lernen, zur Orientierung und zur persönlichen Stabilisierung.

Unterrichtet wird in drei Klassen in den Bildungsgängen Hauptschule und Lernen, stets mit dem Ziel, Schüler*innen dort abzuholen, wo sie stehen, und ihnen Perspektiven für ihren weiteren Bildungsweg zu eröffnen.

Verzahnung von schulischer Bildung und sonderpädagogischer Förderung schafft stabile Lernbedingungen und Perspektiven.

– Ziel der Stammschule

Aufnahme- und Diagnoseort

Alle neu ankommenden Schüler*innen starten in der Stammschule mit einer ausführlichen pädagogischen und sonderpädagogischen Diagnostik. Diese dient dazu, den Entwicklungsstand, die persönliche Ausgangslage und individuelle Bedarfe genau wahrzunehmen.

Im Anschluss erfolgt die Zuweisung in eine passende Klasse oder ein Bedingungsfeld. Das Team achtet darauf, einen Lernort zu schaffen, der sowohl Halt gibt als auch Entwicklung ermöglicht.

Lernumfeld und Ausstattung

Die Stammschule bietet große, freundliche Klassenräume mit angrenzenden Gruppenräumen und verfügt zusätzlich über modern ausgestattete Fachräume für:

  • Musik

  • Hauswirtschaft

  • Werken

  • Informatik

Dieses Umfeld ermöglicht praxisnahes, lebensweltbezogenes und handlungsorientiertes Lernen in einem geschützten und strukturierten Rahmen.

Pädagogisches Konzept

Ziel unserer Stammschule ist es, Schüler*innen ein möglichst hohes Maß an schulischer Normalität zu bieten — verbunden mit intensiver, individuell abgestimmter sonderpädagogischer Förderung.

Im Mittelpunkt stehen:

  • verlässliche Beziehungen

  • Vertrauen und Orientierung

  • Förderung sozialer und emotionaler Kompetenzen

  • individuelle Lernbegleitung

  • Stärkung des Selbstwertgefühls

  • Übernahme von Verantwortung

Die Schüler*innen sollen lernen, an sich zu glauben, Erfolge wahrzunehmen und Vertrauen in ihre Fähigkeiten aufzubauen.

Besondere Klassenangebote der Stammschule

In der Stammschule gibt es zusätzlich Klassen mit besonderen pädagogischen Ausrichtungen, die den Schüler*innen individuelle Lern- und Erfahrungsräume eröffnen:

  • Werkstattklasse Holz – Förderung praktischer und handwerklicher Kompetenzen

  • Schulhund-Klasse – tiergestützte Pädagogik zur Förderung emotional-sozialer Entwicklung

  • Kiosk-Klasse – Stärkung von Selbstständigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Alltagskompetenz

Werkstattklasse Holz

Handlungsorientiertes Lernen – ein stabiler Zugang zur Schule

Die Werkstattklasse Holz richtet sich an Schüler*innen aller Jahrgangsstufen, die aufgrund ihrer Biografie, Lernentwicklung oder bisherigen Schulerfahrungen besondere Bedingungen benötigen, um wieder Zugang zum Unterricht zu finden.

Schwerpunkte

  • handlungsorientierter Unterricht im Bereich Holzverarbeitung

  • kleine Lerngruppe (fünf Schüler*innen)

  • intensives Beziehungsangebot und hohe Individualisierung

  • Verknüpfung von Theorie und Praxis zur Förderung von Lernmotivation

  • eigener Werkraum mit Werkbänken und Werkzeugschränken

  • Unterstützung durch einen Schreinermeister

Im Mittelpunkt stehen weniger objektive Qualitätsmaßstäbe, sondern vor allem:

  • positive Lernerfahrungen

  • emotionale Stabilisierung

  • soziale Entwicklung

  • Aufbau von Selbstwirksamkeit

Klassengemeinschaft

Schüler*innen mit:

  • besonderen Lernbeeinträchtigungen

  • massiv herausforderndem Verhalten

  • Schulverweigerung

  • negativ geprägten Schulerfahrungen

Leitziele

  • regelmäßige Teilnahme am Unterricht

  • Entwicklung grundlegender handwerklicher Kompetenzen

  • Aufbau von Selbstvertrauen durch praktische Arbeit

  • erste Orientierung im Berufsfeld Holzverarbeitung

Organisation

  • bis zu vier Stunden Theorie pro Tag

  • Unterricht in Deutsch, Mathematik, Englisch, Gesellschafts- und Naturwissenschaften, Sport und Hauswirtschaft

  • Beginn und Ende jeder Werkphase durch Ritualkreise

  • Teilnahme am jährlichen Weihnachtsbasar des Landschaftsverbands Rheinland in Köln (Herstellung und Verkauf eigener Werkstücke)

Schulhund-Klasse

Tiergestützte Pädagogik für emotionale Entwicklung

Steckbrief: Elmo – der Schulhund

  • Name: Elmo

  • Spitzname: Shelly / Shelly-Shelmo

  • Rasse: portugiesischer Wasserhund

  • Geboren: 12. Mai 2019

  • Schulhund seit: 2020

  • Spezialgebiete: Apportieren, Tränen trocknen, für gute Laune sorgen

  • Besonderheiten: passioniertes Schleckermäulchen und Kuscheltierzerrupfer

Elmo und seine Bezugsperson, Klassenlehrerin der Schulhund-Klasse Pia Ohmstedt, haben eine zweijährige zertifizierte Ausbildung zum Schulhund-Mensch-Team absolviert. Gemeinsam arbeiten sie seit 2020 im Unterricht an der LVR-Förderschule Halfeshof.

Hunde wurden speziell für Kinder gemacht. Sie sind die Götter der Fröhlichkeit.

Henry Ward Beecher

US-amerikanischer Prediger und Autor

Pädagogischer Mehrwert

Elmo wurde speziell für den Einsatz in der Schule mit dem Förderbedarf Emotionale und soziale Entwicklung ausgebildet und besucht den Unterricht an zwei Tagen die Woche ausschließlich im Team mit seiner Besitzerin Pia Ohmstedt.

Elmo ist im Unterricht nicht zur zum Schmusen da, sondern unterstützt die Schüler*innen auch beim Lernen. Er wirkt:

  • beruhigend

  • motivierend

  • beziehungsfördernd

  • strukturgebend

Die Arbeit mit einem Schulhund setzt Regeln voraus, die Schüler*innen im Alltag unterstützen. Die Atmosphäre wird ruhiger, wertschätzender und kooperativer.

Studien zeigen, dass Schulhunde:

  • die Lernatmosphäre verbessern

  • Stress reduzieren

  • Motivation steigern

  • Sozialverhalten positiv beeinflussen

  • Lernerfolg langfristig erhöhen

Insgesamt zeigt sich Elmo als ein lustiger und fröhlicher Begleiter, welcher offen und frei von Bewertungen auf die Schüler*innen zugeht und sich auf die individuellen Bedürfnisse der Schülerschaft einlassen kann.

Kiosk-Klasse

Kiosk "Snack-House" zur Förderung von Verantwortung und Alltagskompetenzen

Die Schüler*innen der Klasse von Christian Görg und Annette Hentges betreiben einmal wöchentlich den Kiosk "Snack-House". In der großen Pause verkaufen sie selbst zubereitete Snacks wie Pizza, belegte Brötchen oder Fischstäbchen-Burger für 0,50 Euro.

Zusätzliche Aufgaben

  • Catering für Konferenzen und Veranstaltungen

  • Versorgen der Fachleitungen an Prüfungstagen

  • Bewirtung beim Tag der offenen Tür

  • Zubereitung und Organisation von Speisen für schulische Anlässe

Lern- und Arbeitsbereiche

Der Kiosk bietet Einblicke in viele Berufsfelder:

  • Einkauf: selbstständig in Zweierteams

  • Herstellung der Speisen: Planung, Hygiene, Zubereitung

  • Verkauf: Kundenkontakt, Kassieren, Präsentation

  • Buchhaltung: Kassenbuch, Rechnungen

  • Marketing: Gestaltung von Aushängen und Werbung

  • Organisation & Pflege: Raumgestaltung, Sauberkeit, Geschirrtücher-Service für die gesamte Schule

Fächerübergreifender Unterricht

Der Kiosk wird regelmäßig in verschiedene Unterrichtsfächer eingebunden, wie zum Beispiel Erdkunde ("italienische Woche"), Biologie (Apfelwochen) sowie Deutsch (Werbung, Umfragen und Rezepte).