Tagesgruppen

Die drei Tagesgruppen der LVR-Jugendhilfe Rheinland Halfeshof bieten Jugendlichen einen geschützten, klar strukturierten Lern- und Alltagsrahmen. Schule, Eltern und pädagogische Fachkräfte arbeiten eng zusammen, um individuelle Entwicklungsschritte zu ermöglichen und Perspektiven zu eröffnen.

Außenansicht des Gebäudes der Tagesgruppen

Tagesgruppen mit interner Beschulung: Ein geschützter Rahmen für Jugendliche

Die drei Tagesgruppen bieten Kindern und Jugendlichen im Alter von elf bis 18 Jahren aus Solingen und den umliegenden Städten einen geschützten, familiären Rahmen in wohnlicher Atmosphäre. Verlässliche Bezugspersonen, klare Strukturen und eine stabile Tagesgestaltung geben Sicherheit und Orientierung.

Viele der Jugendlichen haben bereits verschiedene ambulante Hilfsangebote genutzt, ohne dass sich ihre Situation nachhaltig verbessert hat. In den Tagesgruppen finden sie intensive pädagogische Begleitung und Unterstützung, während ihre Familien eng in den Entwicklungsprozess eingebunden bleiben.

Tagesablauf und Unterricht

Die Tagesgruppen sind an vier Tagen in der Woche von 7.30 bis 17.00 Uhr und am fünften Tag bis 15.00 Uhr geöffnet. In den Tagesgruppen findet vormittags von 8.10 bis 13.30 Uhr eine interne Beschulung statt. Gemeinsame Rituale wie das Frühstück um 9.45 Uhr, feste Regeln und regelmäßige Reflexionsrunden strukturieren den Vormittag.

Nach dem Mittagessen um 13.30 Uhr folgen Hausaufgabenbetreuung und vielfältige Freizeitangebote. Die Jugendlichen übernehmen Verantwortung im Alltag, beteiligen sich an der Essenszubereitung und an hauswirtschaftlichen Aufgaben.

Pädagogische Zusammenarbeit

Sonderpädagogische Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte arbeiten in den Tagesgruppen eng zusammen. Durch den kontinuierlichen Austausch ist eine konsequente, abgestimmte und zugleich individuelle Förderung möglich – auch in herausfordernden Situationen.

Schwerpunkte und Rituale

Die pädagogische Arbeit legt besonderen Wert auf Verlässlichkeit, Beziehungsgestaltung und soziale Kompetenzen.

Regelmäßige Elemente im Wochenrhythmus stärken das Miteinander, darunter:

  • montäglicher Erzählkreis

  • freitägliche Wochenreflexion

  • gemeinsame Sport- und Freizeitangebote

  • Klassenfahrten, Feste und Projekte

Diese Rituale fördern persönliche Entwicklung, Selbstvertrauen und soziale Stabilität.

Unterricht und Bildungsziele

Die Tagesgruppen 1 bis 3 gehören zur Sekundarstufe I und richten sich an Schüler*innen mit dem Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung. Unterrichtet wird nach den Richtlinien der Hauptschule Nordrhein-Westfalen.

Auch Jugendliche mit zusätzlichem Förderbedarf im Bereich Lernen können hier beschult werden.

Mögliche Schulabschlüsse :

  • Erster Schulabschluss nach Klasse 9

  • Erweiterter Erster Schulabschluss nach Klasse 10A

Zentrales Ziel ist die Rückschulung in eine Regelschule, sobald die Jugendlichen ausreichend Stabilität und Lernbereitschaft entwickelt haben.

Elternarbeit und Zukunftsperspektiven

Da die Jugendlichen weiterhin in ihren Familien leben, hat die Elternarbeit einen hohen Stellenwert. Regelmäßige Gespräche, Zielvereinbarungen und eine enge Kooperation mit den Familien fördern die Entwicklung und unterstützen schulische Erfolge.

Zur Berufsorientierung werden die Jugendlichen frühzeitig über das Programm KAoA – Kein Abschluss ohne Anschluss begleitet und auf ihren weiteren Bildungs- und Berufsweg vorbereitet.